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36 Holzverbindungen auf einen Blick

Sichere HolzverbindungenUm welche Holzverbindungen geht es hier?

Als Zimmermann habe ich hauptsächlich mit Zimmermannsmäßigen und Ingenieursmäßigen Holzverbindungen zu tun. Deshalb möchte ich auch hauptsächlich darauf eingehen.

Zusätzlich behandle ich Holzverbindungen die für Schreiner beziehungsweise Tischler üblich sind.

In diesem Artikel beschreibe ich insgesamt 36 verschiedene Holzverbindungen, die jeder nachbauen kann. Ob Profi oder Hobby-Handwerker – diese Verbindungen eignen sich für alle.

Direkt zu den Holzverbindungen oder wähle ein verwandtes Thema:

Ich habe als ausgelernter Zimmerer fast täglich mit solchen Verbindungen zu tun. Hiermit liefere ich dir also Infos aus erster Hand.

Wofür werden Holzverbindungen genutzt?

Auf dem Bau werden solche Verbindungen für Holzkonstruktionen wie zum Beispiel Wände, Decken und Dächer genutzt. Man unterscheidet zwischen Zimmermannsmäßigen und Ingenieursmäßigen Holzverbindungen.

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Holzverbindungen lassen sich am besten mit Japansägen herstellen. Hier habe ich eine Auflistung der beliebtesten Japansägen.

Im Möbelbau werden Holzverbindungen dafür genutzt um Eckverbindungen, Zapfen oder ähnliche Anschlüsse herzustellen.

In jedem Fall spielt Holz eine wichtige Rolle. In den meisten Bereichen werden Bohlen, Bretter beziehungsweise Kanthölzer miteinander verbunden.

Wenn du zum Beispiel in Pinterest „Holzverbindungen“ eingibst, wird man vor lauter Möglichkeiten geradezu erschlagen. Das Beispiel zeigt, dass den Holzverbindungen fast keine Grenzen gesetzt sind.

Generell unterscheidet man zwischen Eckverbindungen, Kreuzungen, Abzweigungen oder Längsverbindungen. Diese Verbindungen der verschiedenen Hölzer werden Knotenpunkte genannt.

Diese Knotenpunkte müssen anfallende Kräfte aufnehmen können. Aus diesem Grund ist es wichtig die angegebenen Maße zu befolgen.

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Die Unterschiede

  • Zimmermannsmäßige Verbindungen werden hauptsächlich aus Holz hergestellt und können mit Schrauben, Bolzen oder Nägeln gesichert werden.
  • Ingenieursmäßige Verbindungen werden auch mechanische Verbindungen im Holzbau genannt. Bei diesen Verbindungen werden Dübel, Stahlblech Formteile, Schrauben- oder Nagelverbindungen eingesetzt.
  • Holzverbindungen im Möbelbau werden hauptsächlich aus Holz hergestellt und können durch Leim bzw. Nägel gesichert werden.

Die Kräfte an den Knotenpunkten

Jedes Bauteil ist gewissen Kräften ausgesetzt. Ob im Möbelbau oder auf dem Bau: Die anfallenden Lasten müssen sicher weitergeleitet werden. Aus diesem Grund müssen die Hölzer und die Knotenpunkte sauber verbaut werden.

Die Konstruktion entscheidet, welche Kräfte an den Knotenpunkten von der Verbindung aufgenommen werden müssen.

Man unterscheidet zwischen vielen verschiedenen Kräften. Es gibt beispielsweise Druck-, Zug- und Schubkräfte. In der folgenden Grafik einer Überdachung sind die wirkenden Kräfte durch die roten Pfeile deutlich zu erkennen.

beanspruchung-ueberdachung

 

Frage: Welche Kräfte treten bei Sparren, Pfetten oder Pfosten auf?

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass auch die Hölzer die nötige Festigkeit besitzen müssen. Man kann manche Holzarten nämlich viel stärker belasten als andere. Auch die Faserrichtung spielt eine wichtige Rolle.

Um dir einen Überblick zu verschaffen, habe ich diesen Artikel in drei große Teile eingeteilt:

  • Zimmermannsmäßige Holzverbindungen
  • Holzverbindungen im Möbelbau
  • Ingenieursmäßige Verbindungen.

Zimmermannsmäßige Holzverbindungen

Es gibt unzählige Zimmermannsmäßige Holzverbindungen. Damit du auch hier nicht die Übersicht verlierst habe ich alle Verbindungen in Kategorien eingeteilt.

Die Hauptkategorien sind:

  • Längsverbindungen
  • Eckverbindungen
  • Quer- oder Kreuzverbindungen

Diese Liste beansprucht keine Vollständigkeit, aber sie gibt einen Überblick, wie man zu Hause oder auf der Baustelle eine saubere Verbindung herstellen kann.

Wusstest du schon?

Die älteste bisher nachgewiesene Verbindung die mit Holz hergestellt wurde datiert auf 5100 v.u.Z. In einer Ausgrabung in der Nähe von Leipzig wurde eine verkämmte Brunnenfassung gefunden.

Längsverbindungen

Längsverbindungen werden hauptsächlich dafür genutzt um zwei Balken der Länge nach zu verbinden.

1. Blattstoß

Blattstoß (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Bei einem einfachen Blattstoß wird die Hälfte der Balkenstärke abgetragen.

Einige Handwerker setzen an diese Verbindung zusätzlich einen Haken dran. Das Problem an dieser Verbindung ist da aber: Die Scherfläche des Hakens ist sehr gering. Man hat zwar einen Vorteil beim Aufrichten aber aus statischer Sicht ist diese Verbindung nicht sehr sinnvoll.

2. Blattstoß mit einer Schwalbenschwanzverbindung

Blattstoß mit einer Schwalbenschwanzverbindung (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Bei dieser Verbindungsart stellt man hauptsächlich einen einfachen Plattenstoß her. Zusätzlich wird am Ende jedoch ein Schwalbenschwanz ausgesägt. Diese Verbindung ist sehr praktisch und effektiv. Sowohl beim Aufrichten also auch bei der Statik spielt diese Verbindung eine wichtige Rolle.

3. Zapfenblatt

Zapfenblatt (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Ein Zapfenblatt ist deutlich umfangreicher. Wir an der Zeichnung zu erkennen ist, sind viele Abmessungen erforderlich um dieses Blatt fertigzustellen.

4. Schräges Hakenblatt

Schräges Hakenblatt (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Das schräge Hakenblatt ist eine Längsverbindung die sehr belastbar ist. Allerdings ist sie nicht ganz einfach herzustellen. Diese Längsverbindung ist sowohl auf Zug als auch auf Druck belastbar.

Es gibt es mehrere Möglichkeiten diese Längsverbindung herzustellen. Ich empfehle dir diese Seite (http://www.fachwerk-lehmbau.de/page.44.html) etwas genauer anzusehen, falls du zu dieser Verbindung mehr wissen möchtest.

5. Verborgenes Hakenblatt

verborgenes-hakenblatt

 

Diese Verbindung wird ähnlich wie das schräge Hakenblatt hergestellt und hat Ähnlichkeiten mit dem Gerberstoß.

6. Gerberstoß

Schräges Blatt, Gerberstoß (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Der Gerberstoß wird auch „schräges Blatt“ genannt. Diese Längsverbindung wird dafür genutzt, Hölzer mit größeren Querschnitten zu verlängern. Dazu gehören beispielsweise Mittelpfetten, Firstpfetten oder Unterzüge.

Der Vorteil dieser Verbindung: Der volle Holzquerschnitt kann zur Lastannahme angerechnet werden. Das unterscheidet den Gerberstoß von einem einfachen Blattstoß.

Beim Ausarbeiten ist zu beachten, dass das Oberblatt auf dem Lagerpunkt sitzt und das Unterblatt darunter gehangen wird. Andersherum würden Risse entstehen.

Gegen seitliches Verschieben werden Bolzen genutzt, die beide Teile zusammenhalten.

Eckverbindungen

Ob ein Carport, ein Dachstuhl oder eine einfache Überdachung: Sobald 2 Hölzer aufeinandertreffen und eine Ecke bilden, benötigst du eine Eckverbindung. Hierfür gibt es ebenfalls verschiedene Varianten. Nachfolgend die wichtigsten und gebräuchlichsten Verbindungen, die im Holzbau üblich sind.

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7. Glattes Eckblatt

Glattes Eckblatt (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

Wie bei dem einfachen Blattstoß der Längsverbindung wird bei dem glatten Eckblatt die Hälfte der Balkenstärke abgetragen. Die Oberflächen bilden danach eine Ebene.

Diese Verbindung eignet sich, wenn man die Balken durch Schrauben oder Blechformteile zusätzlich verstärkt.

Diese Verbindung ist die einfachste Verbindung und ist in kurzer Zeit ausgeführt.

8. Scherzapfen

scherzapfen-holzverbindungen-zimmermannsmaessige

Der Scherzapfen eignet sich ebenfalls für Eckverbindungen ist aber deutlich schwieriger herzustellen. Für diese Verbindung braucht man also Zeit.

Zur Herstellung eines Scherzapfens wird zunächst das Stirnende des einen Holzes in drei Teile eingeteilt um den Zapfen herzustellen. Bei dem anderen Holz geht man ähnlich vor, nur dass dort eine Art Zapfenloch ausgeschnitten werden muss.

Diese Eckverbindungen eignen sich auch im Türrahmenbau oder für die Herstellung von Fensterrahmen.

9. Druckblatt

Französisches Druckblatt (Zimmermannsmäßige Holzverbindungen)

 

Das Druckblatt gehört zu den aufwendigsten Eckverbindungen. Man sagt dazu auch „Doppelt schräge französische Überblattung“. Durch die schräge Fläche ist die Ausarbeitung nicht so einfach wie bei einem glatten Eckblatt.

Der Vorteil an dieser Eckverbindung: Man braucht deutlich weniger Verbindungsmittel. Durch die schräge Fläche werden die Hölzer automatisch auf Position gebracht.

Dieser Eckverbindung eignet sich vor allem für Carports, Dachstühle, Vordächer oder sonstige Verbindungen die Kräfte abtragen müssen. Man braucht aber deutlich mehr Zeit um diese Eckverbindung herzustellen.

Es gibt auch eine einfache Ausführung dieser Verbindung. Dazu wird nur eine Fläche schräg abgeschnitten. Dieser Ausführung nennt sich „schräge französische Überblattung“.

10. verdecktes Eckblatt

verdecktes-eckblatt

Je nach Situation kommt es vor, dass bei einer Eckverbindung das Hirnholz-Ende nicht sichtbar sein sollte. Zum Beispiel aus witterungsbedingten Gründen. Oder, weil es einfach besser aussieht.

Dazu dient die Verbindung „verdecktes Eckblatt“.

Diese Verbindung wird ähnlich wie das glatte Eckblatt hergestellt. Zusätzlich muss man aber auch einige Zwischenschritte machen, damit das Hirnholz-Ende nicht sichtbar ist.

Wusstest du schon?
Um das Jahr 3500 v.u.Z. wurden die Holzverbindungen immer detaillierter. Man nutzte schon Zapfen und Einhalsungen.

Abzweigungen

Bei Abzweigungen wird ein rechtwinklig auftreffendes Holz mit einem anderen Holz verbunden. Dafür verwendet man hauptsächlich Zapfen oder Verzapfungen.

11. normaler Zapfen

normaler-zapfen-holzverbindungen-zimmermannsmaessige

Es gibt verschiedene Arten von Zapfen. Zapfen die über die ganze Breite ausgestemmt, beziehungsweise ausgearbeitet werden, nennt man „normale Zapfen“. Solche, die in der Breite etwas eingelassen werden, nennt man „abgesteckte zapfen“.

12. Zapfen mit Abstirnung (Abgesteckter Zapfen)

holzverbindungen-abgesteckter-zapfen

 

Auch bei Bügen oder Kopfbändern werden Zapfen eingesetzt. Bei diesen schräg angeordneten Kanthölzern, muss der Zapfen rechtwinklig abgestimmt werden.

Der Vorteil dieser Zapfen liegt hauptsächlich darin, dass man beim Aufrichten wesentlich schneller ist. Auch das seitliche Verrutschen wird dadurch verhindert.

Versatzarten

Um Hölzer miteinander zu verbinden die in einem bestimmten Winkel angeordnet sind, bieten sich verschiedene Versatzarten an.

Es gibt drei wichtige Versatzarten: Stirnversatz, Fersenversatz und der doppelte Versatz.

13. Stirnversatz

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Bei dem Stirnversatz bekommt das aufnehmende Kantholz eine keilförmige Ausklinkung. In dieser Ausklinkung wird der Druckstab eingepasst.

Dabei bildet die Stirnfläche die Winkelhalbierende des stumpfen Außenwinkels. In der Regel wird zusätzlich ein Heftbolzen eingesetzt, der das seitliche Verschieben verhindert. Auch dieser Heftbolzen sollte in demselben Winkel wie die Stirnfläche angeordnet sein.

Die Scherfläche sollte mindestens 20 cm betragen.

14. Fersenversatz

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Beim Fersenversatz liegt die Tiefe bei 1/4 der Höhe bis minimum 1/6 der Höhe. Die Vorholzlänge sollte 8 mal der Versatztiefe entsprechen oder mindestens 20 cm betragen.

Beim Fersenversatz muss man außerdem darauf achten, dass man eine Fuge (Siehe Abbildung – ca. 3-5 mm) mit einberechnet.

Konstruktiv bedingt bietet sich ein Stirnversatz oft nicht an. Warum? Um die 20 cm Scherfläche zu garantieren geht viel Holz verloren. Damit hat der Stirnversatz einen klaren Nachteil.

Bei dem Fersenversatz spart man sich einige Zentimeter. Je nach Konstruktion kann dieser deshalb sinnvoller sein.

15. Doppelter Versatz

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Der doppelte Versatz bietet zusätzliche Stabilität. Dabei wird sowohl der Stirnversatz als auch der Fersenversatz ausgearbeitet.

Dabei muss man jedoch beachten, dass der Fersenversatz ein Zentimeter tiefer als der Stirnversatz angeordnet sein muss. Ansonsten treffen beide Scherflächen aufeinander.

Kreuzungen bzw. Verkämmungen

Eine Verkämmung wird dann eingesetzt, wenn zwei sich überschneidende Balken gesichert werden müssen.

Ein Beispiel wären Balkenlagen mit Unterzügen oder Fensterrahmen mit mehreren Glasflächen die getrennt werden müssen.

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16. Überblattung

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Bei der Kreuzung werden zwei Kanthölzer so angeordnet, dass sie ein Kreuz bilden. Wenn die Querschnittsschwächung keine Rolle spielt, kann man beide Kanthölzer voll Überblatten.

Das wäre allerdings bei einem tragenden Bauteil (wie zum Beispiel einen Pfosten) nicht erlaubt.

17. Verkämmung

verkaemmung-zimmermannsmaessige-holzverbindungen

 

Wird ein Pfosten zum Beispiel mit einer Zange verbunden spricht man von einer Verkämmung. Bei dieser Holzverbindung wird der Pfosten nur so tief ausgearbeitet, dass dieser seine statischen Erfordernisse noch erfüllt.

1,5 cm bis 2 cm tiefe Überblattungen reichen hier völlig aus. Zusätzlich wird der Pfosten und die Zange mit einem Schraubenbolzen oder einer Holzschraube gesichert.

Wusstest du schon?
Ab dem 15. Jahrhundert u.Z. Wurden diese Verbindungen immer komplexer. Das hat man hauptsächlich den Werkzeugmachern zu verdanken. Durch immer bessere Äxte, Beile und Sägeblätter konnten über die Jahrtausende unzählige Holzverbindungen hergestellt werden.

18. Kreuzkamm

kreuzkamm-zimmermannsmaessige-holzverbindungen2

Die Kreuzkammverbindung entsteht durch die Verbindung zweier Hölzer. Das Anreisen geht recht schnell: durch die Verbindung der jeweiligen Hölzer und die Kreuzung aller vier Ecken entsteht ein Kreuz.

Bei beiden Hölzern wird 1/6 der Holzhöhe abgetragen. Jedoch nur die Ecken, die beim anderen Holz stehen bleiben.

Das Anreisen ist zwar sehr zügig erledigt, dafür kostet die Ausarbeitung etwas mehr Zeit, weil man mit Maschinen nur sehr schwierig in die Vertiefungen gelangt.

19. Schwalbenschwanzkamm

schwalbenschwanzkamm-zimmermannsmaessige-holzverbindungen

 

Eine sehr praktische Kreuzverbindung ist der Schwalbenschwanzkamm. Der Vorteil dieser Verkämmung: beim Aufrichten hat man es wesentlich einfacher und die Verbindung ist auf Zug belastbar.

Der Aufwand für die Ausarbeitung ist im Vergleich zu anderen Verkämmung deutlich niedriger.

20. Kerve

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Eine weitere sehr bekannte Holzverbindung ist die sogenannte Kerve. Diese Verbindung wird eingesetzt wenn ein Sparren auf eine Pfette trifft.

Diese Verbindung verhindert das Verrutschen des Sparens und hilft maßgeblich beim Aufrichten.

Die Sparren werden in der Regel mit Holzschrauben, Sparrenpfettenankern oder Nägeln befestigt.

Ingenieurmäßige Holzverbindungen

Ingenieurmäßige Holzverbindungen sind Verbindungen, die mit mechanischen Verbindungsmitteln hergestellt werden. Also zum Beispiel Blechformteile, Dübel oder Bolzen. Man spricht auch von mechanischen Verbindungsmitteln.

Der Vorteil dieser Verbindungsarten liegt in der Zeitersparnis.

Nachfolgend möchte ich auf die wichtigsten Ingenieurmäßigen Holzverbindungen eingehen

21. Nagelverbindungen

Vor allem in den USA sehr beliebt und oft eingesetzt: Nagelverbindungen.

Mit einem vorgegebenen Nagelbild, können Bretter oder Bohlen dafür genutzt werden um Dächer zu stabilisieren. Diese Verbindung kann sowohl Zug- als auch Druckkräfte aufnehmen.

Beispiele dafür sind frei gespannte Binder. Das Nagelbild ist statisch festgelegt.

Blechformteilverbindungen

Nach der DIN 1052 darf Vollholz oder BSH (Brettschichtholz) mit korrosionsgeschützten Stahlblechen verbunden werden. Die Verbindungsmittel sind Kammnägel die ebenfalls nach DIN festgelegt sind.

Es gibt verschiedene Formen für solche Verbindungsarten. Nachfolgend die wichtigsten davon, die man auf der Baustelle vorfindet.

22. Ebene Bleche

Nach der DIN 1052 müssen die Ebenen Bleche mindestens zwei Milimeter dick sein. Diese Verbindungen werden dafür genutzt, Knotenpunkte miteinander zu verbinden.

Stahlblechformteile

23. Sparrenpfettenanker

Diese Bleche dienen zum Verbinden von Sparren und Pfetten. Die Bleche werden mit Kammnägeln an den jeweiligen Hölzern befestigt.

24. Winkelverbinder

Die bekannten Winkelverbinder werden nicht nur im Möbelbau verwendet, sondern auch auf Baustellen. Es gibt verschiedene Modelle, wie zum Beispiel Winkelverbinder mit und ohne Steg. Und natürlich findest du sie auch in den unterschiedlichsten Größen.

25. Balkenschuhe

Balkenschuhe werden dafür genutzt, Balken in Eckverbindungen miteinander zu verbinden. Zum Beispiel wenn man einen Wechsel in einem Dachstuhl vornehmen muss. Man kann sie auch nutzen wenn Balkendecken ersetzt werden müssen.

Bolzen- und Stabdübelverbindungen

26. Dübelverbindungen

Bei Dübelverbindungen werden zwei Holzbauteile flach aneinander gebaut und mit Metalldübeln gesichert (früher hat man auch Holzdübel genutzt).

Es gibt verschiedene Modelle, Größen und Formen. Die üblichen Durchmesser liegen zwischen 50 mm und 165 mm. Bei dieser Verbindung übernehmen hauptsächlich die Dübel die auf das Bauteil wirkenden Kräfte.

Grundsätzlich wird auch ein Schraubenbolzen zur Sicherung verwendet. Diese Bolzen dürfen jedoch keine Kräfte übernehmen. Sondern sind nur unterstützend dafür da, dass Dübel nicht verkanten.

Wie auch beim Nagelbild, muss bei den Dübeln ein bestimmtes Muster eingehalten werden. Das trifft auf die Abstände zu den Holzrändern zu, wie auch auf die Abstände zwischen den Dübeln.

Bei dieser Verbindung kommt es vor, dass man je nach Holzfeuchte die Schraubenbolzen nach einiger Zeit nach ziehen muss.

27. Ringkeildübel Dübeltyp A

Diese Dübeltyp wird auch Einlassdübel genannt. Diese Art Dübel besteht aus einer Leichtmetallgusslegierung. Das Konstruktionsholz muss so angepasst werden, dass man diese Dübelart einpressen kann.

Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass das Holz nicht unnötig beschädigt wird. Passieren kann das zum Beispiel im Querschnitt, bei zu tiefer Bohrung oder einen zu großen Durchmesser.

Diese Dübelart nimmt Scherkräfte auf und wird mit einem Schraubenbolzen gesichert.

28. Rundholzdübel Dübeltyp B

Die Funktionsweise dieses Dübels ist dem Dübeltyp A ziemlich ähnlich. Grundsätzlich wird dafür Holz beziehungsweise Hartholz verwendet. Das Konstruktionsholz muss so angepasst werden dass man diese Dübelart einpressen kann.

Diese Dübelart nimmt ebenfalls Scherkräfte auf und wird auch mit einem Schraubenbolzen gesichert.

29. Dübeltyp C: Einpressdübel

Diese Dübelart wird auch Bulldog-Holzverbinder genannt. Sie wird aus Sonderstahl hergestellt.

30. Dübeltyp D

Dieser Einpressdübel vom System GK wird aus Temperguss hergestellt. Auch diese Dübelart muss mit einem Schraubenbolzen mit Unterlegscheiben und Mutter gesichert werden.

Holzverbindungen des Tischlers

Die Holzverbindungen des Tischlers kann man in drei Kategorien unterteilen. Zum einen ist das die Stoßverbindung, die Gehrungsverbindung oder die Überblattung. Im Folgenden mehr dazu.

31. Stoßverbindung

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Bei einer Stoß Verbindung werden zwei rechtwinklig abgeschnittene Bauteile miteinander verbunden. Solche Stoßverbindungen können auf unterschiedlichste Weise hergestellt, oder verbunden werden.

So zum Beispiel mit einem Flachdübel der später nicht sichtbar ist. Die Herstellung ist schnell und einfach, erfordert jedoch das richtige Werkzeug.

32. Gehrungsverbindung

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Bei dieser Verbindung werden die zwei Holzteile in einem bestimmten Winkel zugeschnitten. In der Regel sind das 45 Grad in beiden Bauteilen. Der Vorteil dieser Verbindung ist, dass sie eine wesentlich größere Fläche hat als zum Beispiel bei einem einfachen Stoß.

Zusätzlich kann man auch hier bestimmte zusätzliche Verbindungsarten verwenden. Dazu gehören zum Beispiel Flachdübel oder nicht sichtbare Mikrozinken.

33. Überblattung

Bei der Überblattung werden die zwei Holzteile an der Verbindungsstelle in etwa zur Hälfte der Holzstärke abgetragen und miteinander verbunden. Die Grundvoraussetzung ist, dass auch hier beide Holzteile die gleiche Dicke haben.

Diese Holzverbindung kann man auch mit einer Gehrung erweitern und damit die Oberfläche des Holzes vergrößern. Damit ist eine höhere Stabilität gegeben.

34. Nut- und Falz-Verbindung

Eine Nut gewährleistet in einem Bauteil eine noch höhere Stabilität. Bei einem einfachen Stoß oder einer Gehrung werden meistens nur eine oder maximal zwei Flächen beansprucht.

Bei einer Nut Verbindung haben wir jedoch drei Holzflächen. Der Vorteil liegt daran, dass wir keine zusätzliche Verbindungsmittel brauchen (wie zum Beispiel einen Flachdübel). Der Aufwand um diese Verbindung herzustellen ist recht niedrig.

Man kann zum Beispiel sein Bauteil auch so konstruieren, dass beide Holzteile eine Nut haben. Und eine zusätzliche Feder dient als Verbindungsmittel. Nut und Feder muss nicht über die ganze Fläche ausgearbeitet werden.

An dieser Stelle sollte man sich jedoch überlegen ob ein Flachdübel nicht einfacher und schneller ist.

Eine andere Möglichkeit um die Stabilität zu erhöhen, ist die Ausarbeitung eines Falzes. Dadurch entstehen wieder mehr Kontaktflächen die zusätzliche Stabilität fördern.

35. Schlitz-Zapfen- und Steg-Keil-Verbindung

Ähnlich wie im Zimmerer-Gewerbe, wird auch in der Tischler-Branche eine Schlitz-Zapfen Verbindung genutzt.

Eine Schlitz-Zapfen Verbindung besteht aus zwei Verbindungen. Zum einen der Schlitz, der entweder als rechteckiges oder rundes Sackloch ausgearbeitet wird. Und zum anderen der Zapfen.

Es gibt verschiedene Arten um solche Verbindungen herzustellen. Manuell wird sie  mit einem Stemmeisen und einem Klopfholz ausgearbeitet. Die maschinelle Möglichkeit ist mit einem Kettenstemmer oder Schlitzgerät.

Bei der Nutzung eines Kettenstemmers oder eines Schlitzgerätes entsteht am unteren Ende des Schlitzes eine zylindrische Form. Aus dem Grund sollte man den Schlitz einen bis anderthalb Zentimeter tiefer ausstemmen als den Zapfen.

Der Zapfen wird in der Regel mit einer Kreissäge oder eine Handsäge hergestellt. Moderne Anlagen fräßen solche Zapfen auch maschinell aus.

Die sogenannte Bügel-Zapfen-Verbindung wird sehr ähnlich hergestellt. In diesem Fall ist jedoch der Schlitz zu drei Seiten hin offen. Diese Verbindung wird oft im Fenster- und Rahmenbau genutzt.

36. Zinkung

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Die wohl bekannteste und auch aufwendigste Verbindung ist die Zinkung. Durch die Form und der vergrößerten Kontaktflächen ist diese Verbindungsart eine der stabilsten.

Oft wird diese Verbindung genutzt um zwei Bretter an den Ecken miteinander zu verbinden. Dabei sind beide praktisch miteinander verwoben.

Es gibt verschiedene Arten von Zinkungen.

So zum Beispiel das Fingerzinken. Diese Verbindung bezeichnet gerade Zinkungen, die miteinander verbunden werden. Der Aufwand um diese Verbindung herzustellen ist geringer als bei anderen Zinkungen. Sofern noch kein Leim angebracht ist, kann man die Bretter also von der Stirnseite und von der Ecke hin wegziehen.

Die Schwalbenschwanzzinken haben einen sogenannten Hinterschnitt. Wie bei der Schwalbenschwanzverbindung ist diese also konisch angeordnet. Der Aufwand dieser Verbindung ist deutlich höher. Der Vorteil ist jedoch, dass man um einiges weniger Leim benötigt als zum Beispiel bei einer Fingerzinken-Verbindung.

Zinkungen können auf unterschiedlichste Weise hergestellt werden. Zum Beispiel offen, halb oder ganz verdeckt. Möglich ist es auch die Verbindung so zu wählen, dass man keine Hirnfläche der Zinkung sieht. Dadurch verbindet man höhere Stabilität mit schickem Design.

Aber das ist Geschmackssache.

37. Gratung

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Bei der Gratung wird über die komplette Länge des Hirnholzende eine Schwalbenschwanzform hergestellt. Am anderen Brett wird eine Schwalbenschwanznut ausgearbeitet. Diese Verbindung ist ebenfalls recht aufwendig.

Diese Verbindung lässt sich nur durch seitliches herausziehen lösen. Für diese Verbindung ist kein oder nur wenig Leim nötig.

Fazit

Die Möglichkeiten, Verbindungsarten miteinander zu kombinieren sind quasi unbeschränkt. Es ist sozusagen unmöglich alle Holzverbindungen aufzuzählen.

Jedes Projekt erfordert eine andere Verbindungsart. Ich hoffe, dass dir diese Liste dabei hilft für dein Projekt die richtige Holzverbindung zu finden.

Im Holzbau muss ja schon genau gearbeitet werden. Im Möbelbau müssen die Verbindungen allerdings oft filigraner und noch genauer ausgearbeitet werden.

Der Unterschied also?

Im Möbelbau kommt es wirklich auf Präzision an. Während man hier vor allem bei dem Anzeichnen und der Ausarbeitung exakt arbeiten muss, spielt beim Holzbau oft schon der rechnerische Abbund eine entscheidende Rolle.

In allen Fällen muss man beim Ausarbeiten und Anbringen einer Holzverbindung sehr genau und präzise vorgehen.

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Kommentare


Franz 9. Dezember 2016 um 17:12

Hallo Samuel,

die Zeichnungen sind sehr detaliert. Danke. Darf ich diese Zeichnungen nutzen?

Antworten

Samuel Schneider 9. Dezember 2016 um 17:16

Hallo Franz,

ja das darfst du. Die Bilder/Grafiken sind als CC3 lizenziert. Siehe: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

Antworten

Klaus 16. Dezember 2016 um 1:59

Servus,

Sehr interessant. Danke. Wo hast du das gelernt?

Antworten

Samuel Schneider 16. Dezember 2016 um 11:18

Servus Klaus :-),

ich bin ausgelernter Zimmerer. In meinem Beruf brauch ich das und dort habe ich das auch gelernt.

Es freut mich, dass dir die Infos gefallen.

Antworten

Schmid Fritz 24. Januar 2017 um 18:43

Spannender Bericht und detaillierte Zeichnungen vielen Dank. Gibts das auch als PDF?

Antworten

Samuel Schneider 25. Januar 2017 um 12:35

Hi,

Nein leider noch nicht. Aber ich werde sehe, wann ich dazu komme.

Antworten

Edward Black 11. Februar 2017 um 14:54

Super Artikel!
Direkt erstmal in die Favoriten in meinen Hobbyordner „Holzwurm“.

Grüße Edward

Antworten

Samuel Schneider 11. Februar 2017 um 17:38

Hallo Edward,

das freut mich.

Antworten

Jörg Hanke 20. Februar 2017 um 8:57

Hallo Herr Schneider,
Glückwunsch für diese tolle Seite!
ich möchte eine Geschirrhütte auf meiner Obstwiese (Aussenmasse ca. 3 m X 2,50 m, Dachneigung etwa 30° bauen. Dabei würde ich mich gerne an den schönen Holzverbindungen wie Zapfen, Überplattungen etc üben.
Welche Dimensionen würden Sie für die Balken/Dachsparren empfehlen? Das Dach soll mit Ziegeln gedeckt werden.
Danke und Gruß
J. Hanke

Antworten

Samuel Schneider 20. Februar 2017 um 20:02

Hallo Jörg,

das scheint ja kein so großes Bauprojekt zu werden. Deswegen reichen folgende Dimensionen: Pfosten 10*10 (auf Nummer sicher 12*12) und Dachsparren 8*14. 14 hoch deshalb: Spannweite ist doch etwas groß und Ziegel bringen noch zusätzliches Gewicht. Kleiner würde ich das aber auf keinen Fall dimensionieren.

Hilft das weiter?

Antworten

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