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In 6 Schritte ein Carport selber bauen

Carport selber bauen @BAUBEAVEREin Carport selber bauen.

„Ist das schwer?“

Antwort: nein!

Mit der richtigen Bauanleitung und mit einigen Insidertipps ist dieses Projekt eine machbare Sache. In dieser Schritt für Schritt Anleitung habe ich die wichtigsten Punkte zusammen gefasst die man beim selber bauen beachten sollte.

Auch wenn das nicht ein schwieriges Projekt ist, sollte man darauf achten, dass man den ein oder anderen Fehler vermeidet.

Das Projekt ist ein Holz-Carport. Die Schritte sind aber auch für ein Metall-Carport sinnvoll. Natürlich unterscheiden sich einige Merkmale, aber im großen und Ganzen sind die Schritte recht identischen.

Zwischen den einzelnen Schritten erhälst du außerdem noch einzelne Spar-Tipps. So kannst du besonders günstig (aber schick und stabil) dein Projekt abschließen.

Der erste Schritt um sein Auto effizient zu schützen: eine stabile und praktische Konstruktion planen…

Schritt 1: Vorbereitung und der Bauplan

carport-selber-bauen-bauplan

Als erstes solltest du dir Gedanken über die eigentliche Konstruktion machen. Die folgenden Fragen sollten dir dabei helfen, die wichtigsten Punkte zu berücksichtigen:

  • Wie viel Stützen darf/sollte dein Carport haben?
  • Wie ist der Baugrund?
  • Was für eine Dachform möchtest du nutzen?
  • Wie viel kannst du für dieses Bauvorhaben ausgeben?
  • Möchtest du eine Solaranlage auf das Dach packen?
  • Wie hoch und breit muss das Carport sein?
  • Welche Materialien kannst du verbauen?
    • Welche Fußträger?
    • Welche Abdichtung?
    • Welches Holz? Oder lieber Metall?
  • Was schreibt die Gemeinde vor? Brauchst du eine Baugenehmigung?

Diese Fragen sind entscheidend. Nehmen wir als Beispiel die Dachform. Ich habe in dem Beitrag der verschiedenen Dachformen einige Merkmale näher erläutert. Ein Flachdach ist recht schnell zusammen gezimmert. Ein Satteldach oder gar ein Walmdach erfordert schon mehr Können und Zeit.

Dann sollte man sich auch über die Vor- und Nachteile der einzelnen Konstruktionen im Klaren sein. Während man bei einem Satteldach zusätzlichen Stauraum haben kann, muss man bei einem Flachdach darauf verzichten.

Zur Übersicht hier die wichtigsten Vor- und Nachteile der einzelnen Dachformen:

DachformVorteileNachteile
Flachdach✓ Einfach zu bauen✗Abdichtung problematische
Satteldach✓ Zusätzlicher Stauraum

✓ Einfache Montage der Solaranlage

✓ Einfacher zum abdichten

✗Erfordert solides handwerkliches Geschick
Walmdach✓ Einfacher zum abdichten

✓ Sieht einfach schick aus

✗Erfordert hohes handwerkliches Geschick

✗Besonders die Kelh- und Gratbereiche sind sehr komplex

Pultdach✓ Einfacher zum abdichten

✓ Je nach Bauweise, kann man auch hier zusätzlichen Stauraum gewinnen.

✗Erfordert solides handwerkliches Geschick
Tonnendach✓ Zusätzlicher Stauraum✗Erfordert hohes handwerkliches Geschick

✗Höhere Materialkosten (Blech für die Abdichtungen)

Gedanken über die Bauweise sollte man sich so früh wie möglich machen. Also am besten jetzt.

Spartipp:
Günstiger bist du mit einem Flachdach dran. Alle anderen Dachformen brauchen nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Materialien. Ein Flachdach kann man zum Beispiel mit günstigen Plexiglas-Platten abdichten.
Carport selber bauen, Ansicht recht @BAUBEAVER

Flachdach Carports haben gleich mehrere Vorteile

Sobald alle Fragen beantwortet sind, geht es an den Bauplan. Den kannst du selber zeichnen oder zeichnen lassen. Hier kommt es natürlich auf die Größe des Carports an (siehe dazu Punkt 2). Sobald eine Größe überschritten wird, muss ein Fachmann dran. In Baden-Würtemberg gilt nach der Bauordnung folgende Regel:

Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich – Quelle

Ab diesen Dimensionen muss man also einen Plan so erstellen, dass das Bauamt das abnehmen kann. Mit diesem Plan wirst du außerdem die einzelnen Bauteile anzeichnen und abbinden.

Da der Punkt recht häufig auftritt, kommt der zweite Schritt: die Baugenehmigung.

Schritt 2: Baugenehmigung

Ein Carport ohne Baugenehmigung zu bauen ist nicht erlaubt und kann zu großen Problemen führen. Und das nicht nur mit den Nachbarn, sondern auch mit dem Bauamt.

Jedes Land, Stadt oder Komune regelt also die Bedingungen. Häufig sind die Höhen und Grundflächen entscheidend. In manchen Fällen entscheidet aber auch der Rauminhalt. Im Privatbereich gelten folgende Regel (Für die Angaben kann ich keine Gewähr geben, bitte nochmal beim zuständigen Bauamt überprüfen):

  • Baden-Würtemberg (50 Abs. 1 LBO): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
  • Berlin (§ 62 BauOBln): Garagen, überdachte Stellplätze sowie deren Abstellräume mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m je Wand und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
  • Bayern (Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze im Sinn des Art. 6 Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 mit einer Fläche bis zu 50 m2, außer im Außenbereich
  • Brandenburg (§ 55 der BbgBO): oberirdische Garagen und überdachte Abstellplätze für Fahrräder jeweils mit nicht mehr als einem Geschoss und nicht mehr als 150 Quadratmeter Grundfläche, im Geltungsbereich eines Bebauungsplans nach § 30 Absatz 1 oder Absatz 2 des Baugesetzbuchs
  • Bremen (§ 61 BremLBO): Garagen, einschließlich überdachter Stellplätze, die keine notwendigen Stellplätze enthalten, mit einer mittleren Wandhöhe nach § 6 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 bis zu 3 m und
    einer Bruttogrundfläche bis zu insgesamt 50 m² je Baugrundstück, außer im Außenbereich
  • Hamburg (§ 60 HBauO Art. 1 Abs. 1.2): eine Garage mit einer Wandhöhe bis zu 3,0 m und einer Bruttogrundfläche bis zu 50 m² je zugehörigem Hauptgebäude, außer im Außenbereich; die Fläche von Stellplätzen nach Nummer 13.2 ist anzurechnen
  • Hessen (§ 55 HBO): Garagen bis 50 m² Brutto-Grundfläche einschließlich Abstellraum einschließlich Zufahrten mit nicht mehr als 200 m² Grundfläche, unter dem Vorbehalt des Abschnitts V Nr. 1
  • Mecklenburg-Vorpommern (§ 61 LBauO M-V): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
  • Niedersachsen (§ 60 Abs. 1 NBauO): Garagen mit nicht mehr als 30 m² Grundfläche, außer im Außenbereich, Garagen mit notwendigen Einstellplätzen jedoch nur, wenn die Errichtung oder Änderung der Einstellplätze genehmigt oder nach § 62 genehmigungsfrei ist
  • NRW (§ 65 BauO NRW): Gebäude bis zu 30 m³ Brutto-Rauminhalt ohne Aufenthaltsräume, Ställe, Aborte oder Feuerstätten, im Außenbereich nur, wenn sie einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen (§ 35 Abs. 1 Nr. 1 des Baugesetzbuches); dies gilt nicht für Garagen und Verkaufs- und Ausstellungsstände
  • Rheinland-Pfalz (§ 62 LBauO):Gebäude bis zu 50 m³, im Außenbereich bis zu 10 m³ umbauten Raums ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten; ausgenommen sind Kulturdenkmäler und Gebäude in der Umgebung von Kultur- und Naturdenkmälern sowie Garagen, Verkaufs- und Ausstellungsstände
  • Saarland (§ 62 LBO): eingeschossige Garagen einschließlich eingebautem Abstellraum mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 mm über der Geländeoberfläche und bis zu 36 m² Bruttogrundfläche, außer im Außenbereich; § 7 Abs. 4 Satz 2 bis 5 findet Anwendung
  • Sachsen (§ 61 SächsBO): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 50 m² je Grundstück, außer im Außenbereich
  • Sachsen-Anhalt (§ 60 BauO LSA): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich, auch soweit sie nachfolgend von der Genehmigungsfreiheit ausgenommen sind
  • Schleswig-Holstein (§ 63 BauO S-H): notwendige Stellplätze mit einer Nutzfläche bis zu 50 m² je Grundstück sowie deren Zufahrten und Fahrgassen
  • Thüringen (§ 60 ThürBO): Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe im Sinne des § 6 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 bis zu 3 m und mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 40 m², außer im Außenbereich
  • Österreich, Burgenland (§ 17 Bgld. BauG): die Errichtung und Änderung von Wohngebäuden bis zu einer Wohnnutzfläche von insgesamt 200 m² und der dazugehörenden Nebengebäude (z. B. Garagen, Gartenhäuschen) sowie von sonstigen Gebäuden bis zu einer Nutzfläche von insgesamt 200 m²
Spartipp:
Damit ein Carport nicht auf- und wieder abgebaut werden muss, empfiehlt sich der Schritt zum Bauamt. Hier bekommt man die Auflagen für einen Carport. Dieser Schritt ist meistens günstiger, als der Wiederabbau. 😉

Schritt 5: Abbund beim Holz-Carport

Nachdem der Plan fertig ist und das Bauamt die Bewilligung ausgehändigt hat, kann es mit dem Bau des Carport losgehen.

Bei einem Holz-Carport nennt man diesen Schritt: Abbund.

Mit Abbund ist folgendes gemeint:

Abbinden ist das maßgerechte Anreißen, Bearbeiten, Zusammenpassen und Kennzeichnen von Schnitt– und Rundholz für Tragwerke, Bauteile und Einbauteile. – Quelle 

Wie geht man am besten dabei vor? Der wesentliche Punkt ist die Bauweise. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten einen einfachen Carport mir einem Flachdach haben möchten. Dann sind die Schritte recht einfach:

  1. Pfosten zusägen
  2. Pfetten zusägen
  3. Balkenlagen zusägen
  4. Kopfbänder zusägen
  5. Fußträger montieren
Spartipp:
Ein interessante Alternative zu Metallverbindungen sind Holzverbindungen. Hier muss man vielleicht mehr Arbeit reinstecken, aber man spart Geld und wenn man es richtig macht, sieht es auch noch richtig schick aus.

Eine interessante Holzverbindung zwischen Pfette und Pfosten: die Schwalbenschwanzverbindung:

carport-abbund-selbst-bauen-pfetten-pfosten-schwalbenschwanzverbindung-detail

Eine Schwalbenschwanzverbindung wird bei Konstruktionen oft eingesetzt. Zum Beispiel bei Balkenlagen für mehrstöckige Häuser.

Der Vorteile dieser Verbindung:

  • Kostengünstiger
  • Sehr stabil und bei richtiger Ausführung statisch unbedenklich
  • Zügigeres Aufrichten (man hat gleich die Positionen)

In meinem Beispiel habe ich die Balkenlage auf die Pfette gelegt. Man könnte noch einen Schritt weiter gehen und auch hier eine Schwalbenschwanzverbindung einbauen. Dann müsste man jedoch auf einen Dachvorsprung verzichten.

carport-selber-bauen-plan-fertig-vorne

Ich wollte einen Dachvorsprung und aus dem Grund habe ich die Balkenlage auf die Pfette gelegt. Wenn man hier auch eine Holzverbindung einbauen will, dann empfiehlt sich eine einfache Überblattung oder ein Kreuzkamm.

Das könnte so aussehen:

kreuzkamm-balkenlage-carport-selbst-bauen

Ein Kreuzkamm an den Balkenlagen ist zwar mit mehr Aufwand verbunden, aber es hat mehrere Vorteile.

Spartipp:
Auch wenn solche Holzverbindungen spezielle Maschinen und mehr Zeit erfordern, lohnen sich diese Zwischenschritte. Du kannst zum Beispiel im Baumarkt eine Oberfräse oder eine Kreissäge für wenig Geld ausleihen.

Fußträger

Höhenverstellbare Fußträger haben den Vorteil, dass man beim Aufrichten das ausnivilieren einfacher steuern kann. Der Nachteil: sie sind nicht so stabil und erfordern eine Aussteifung. Ansonsten wackelt die Konstruktion.

Feste, einbetonierte Fußträger sind etwas aufwändiger, aber stabiler. Eine seitliche Aussteifung ist nicht notwendig.

einbetonierte-fußträger-carport-selbst-bauen

Sobald alle Hölzer abgebunden sind, kann man zum nächsten Schritt übergehen.

Schritt 4: Baustelleneinrichtung

Bei der Baustelleneinrichtung sollte man vor allem darauf achten, dass der Untergrund fertig ist und alle Bauteile vorhanden sind.

Also zum Beispiel das Fundament. Hast du eine Bodenplatte oder müsstest du noch Einzelfundamente giesen?

Wenn du höhenverstellbare Fußträger nutzt, dann kann man die Einzelfundamente schon fix und fertig giesen. Hier solltest du lediglich darauf achten, dass alle Fundamente die gleiche Höhe haben. Man kann das zwar später ausrichten, aber je genauer man vorher arbeitet, desto leichter wird das ausrichten.

Sobald die Baustelle eingerichtet ist, kommt der spannendste Teil: das Aufbauen oder wie man im Fachchargon sagt: das Aufrichten.

Schritt 5: Aufrichten

Ich würde damit starten, die Pfetten und Pfosten miteinander zu verbinden. Achte darauf, dass die Fußträger schon am Pfosten befestigt sind.

Danach sehen die Schritte wie folgt aus:

  1. Pfosten und Pfetten mit Spriese (oder dir helfen zum Beispiel 4 Menschen – pro Pfosten einer) seitlich abstützen
  2. Balkenlage komplett verteilen und befestigen
  3. Eine Querversteifung zur Stabilisierung.
  4. Stirnbretter montieren
  5. OSB- oder Mehrschicht-Platten verlegen
  6. Fußträger befestigen
Spartipp:
Beim Aufrichten braucht man einfach einige Hände die mit anpacken. Vor allem beim Aufrichten der Pfosten, Pfetten und Balkenlage. Selber machen kann sehr viel Geld sparen. Nicht für jedes Bauprojekt brauch man ein Fachbetrieb.

Schritt 6: Carport Dach Abdichtung

Der letzte Schritt: die Abdichtung und das Fallrohr. Zur Abdichtung bieten sich Bitumen- oder Kautschuck-Bahnen an.

Kautschuck-Bahnen haben sich in den letzten Jahren stark bewährt. Vor allem bei Dachbegrünungen. Diese Bahnen sind meist in einem Stück bestellbar. Die Verarbeitung erfordert jedoch spezielle Fachkenntnisse.

Bitumen-Bahnen haben zwar auch so ihre Tücken, aber im Vergleich sind diese Bahnen sehr viel Billiger.

Fazit

Ein Carport selber zu bauen ist wirklich nicht schwer. Es erfordert zwar das ein oder andere Handwerkliche-KnowHow, aber mit dieser Anleitung kann eigentlich nichts schief gehen.

Mit den jeweiligen Holzverbindungen an den Knotenpunkten kannst du nicht nur Geld sparen, sondern dein Carport sieht auch noch richtig schick aus.

Falls du weitere Fragen oder Anregungen hast, kannst du gerne am Ende dieses Beitrages einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich auf deine Antwort.


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