Skip to main content

Walmdach

Nostalgisches Walmdach auf einem Schloss

Nostalgisches Walmdach auf einem Schloss

Du hast ein Auge für historische Bauten? Warum lässt du nicht ein bisschen Nostalgie bei dir zu Hause einkehren?

Bau dir doch ein Walmdach!

Was ist das?

Diese Dachform ähnelt dem Satteldach. Allerdings hat ein Walmdach nicht nur auf der Traufseite sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen.

Es gibt unterschiedliche Walmdächer. Konstruiert werden sie meist als Pfettendächer. Unterschieden wird hauptsächlich in:

  • Vollwalm
  • Schopfwalm (Krüppelwalm)
  • Fußwalm
  • Niedersachsengiebel

Ein Dach für Nostalgiker – warum?

Aber warum denn gerade ein Walmdach?

Tut es nicht auch ein Satteldach?

Hier drei Gründe warum gerade das Walmdach bei Nostalgikern so gut ankommt:

Grund Nr.1: Nostalgisch – moderne Optik

Modernes Walmdach auf einem Fertighaus

Modernes Walmdach auf einem Fertighaus

Das Walmdach ist kein Dach für 0-8-15-Bauherren.

Diese Dachform hebt sich aus der Landschaft der Satteldächer ab und wirkt besonders nostalgisch. Gerade deshalb wird das Walmdach auch in historisch geprägten Staßenzügen oft eingebaut.

Allerdings ist diese Dachform auch in Neubaugebieten immer öfter zu finden, ganz besonders auf Bungalows.

Diese Beliebtheit des Walmdaches stammt zu einem großen Teil auch aus den guten Möglichkeiten Solaranlagen anzubringen.

Die nostalgisch wirkenden langen Dachflächen sind nämlich in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet. So kommyen meist eine, oder sogar zwei Dachflächen für eine Solaranlage in Frage.

Grund Nr.2: Höhere Steifigkeit

Walmdach mit Schilfauflage

Walmdach mit Schilfauflage

Das Walmdach ist für seine hohe Steifigkeit bekannt. Diese entsteht durch die Verbindung des Firstes über die Sparren der Walme bis hin zur Traufe.

Durch diese Dreiecksverbindung die auf jeder Seite des Walmdaches besteht, hat der Wind keine Angriffsfläche.

Gerade dieser Vorteil wird bei Schilfdächern ausgenutzt. So kann der Wind das Schilf nicht so schnell wegtragen.

Durch die hohe Steifigkeit kann das Walmdach auch mehr Last aufnehmen. Auch das ist ein großer Vorteil für Schilfdächer.

Das Gewicht von Schilfdächern ist relativ hoch, da die oberen Lagen die Feuchtigkeit aufnehmen. Außerdem nimmt das Gewicht auch nocn ständig zu, da regelmäßig neues Schilf aufgelegt werden muss.

Grund Nr.3: Konstruktiver Bautenschutz

Konstruktiver Regenschutz durch ein Walmdach. Die Holzfassade wird gut geschützt.

Konstruktiver Regenschutz durch ein Walmdach. Die Holzfassade wird gut geschützt.

Gerade bei Fachwerkbauten oder anderen Bauformen in denen viel Holz verbaut wird ist das Walmdach ein wunderbarer Schutz vor Nässe.

Ein Satteldach kann an den Giebelseiten meist nicht ausreichend konstruktiv geschützt werden. Deshlab muss zu anderen Holzschutzmaßnamen gegriffen werden.

Die Walme des Walmdaches dagegen können wunderbar tief heruntergezogen werden und so den Regen an allen vier Seiten komplett abhalten.

Ein durch das Walmdach geschützter Balkon

Ein durch das Walmdach geschützter Balkon

Die lang heruntergezogenen Dächer werden auch gerne in Ländern mit großer Hitze eingesetzt. Das Haus heizt sich durch die langen Walme nicht so schnell auf. Außerdem können die Walme auch gut als sonnengeschützte Terasse genutzt werden.

Teile des Walm können auch bis auf den Boden heruntergezogen werden. So kann Holz für den Ofen oder Gartengeräte dort gelagert werden. Auch als Spielecke für Kinder wird solch eine geschützte Ecke gerne genutzt.

Die verschiedenen Walmformen

Ein klassisches Walmdach

Ein klassisches Walmdach

Klassischer Walm

Ein Dach mit Vollwalm hat keinen Giebel. Alle vier Dachflächen sind abgeschrägt.Leicht verwechselt wird das Walmdach mit dem Zeltdach oder Pyramidendach.

Bei diesem Dach führen allerdings alle vier Dachflächen zu einer Spitze.Beim Walmdach befindet sich an der höchsten Stelle immer der Walmfirst – eine gerade Kante, keine Spitze.

Krüppelwalm (Schopfwalm)

Ein Krüppelwalm

Ein Krüppelwalm

Der Schopfwalm ist die beliebteste Ausführung dieser Dachart. Er gilt als besonders stabil.

Der Schopfwalm befindet sich dabei an der Giebelseite und ist kürzer als die Walme der Traufseiten. Der Trauf des Schopfwalmes befindet sich also oberhalb der Traufe des Hauptdaches.

Diese Form dieses Walmes wird im Alpenraum gerne über Balkonen eingesetzt. Unter dem Krüppelwalm ist der Balkon vor Regen und Schnee geschützt.

Halbwalm

Ein Fußwalm an einem Wohnhaus

Ein Fußwalm an einem Wohnhaus

Der Halbwalm ist eigentlich ein Schopfwalm. Der Walm ist allerdings genau halb so lang wie der Walm des Hauptdaches.

Fußwalm

Ist der Walm etwas tiefer am Haus angebracht, spricht man von einem Fußwalm. Dabei schließt meist die Traufe der Fußwalm gemeinsam mit der Traufe des Hauptdaches ab.

Bei dieser Form des Walmdaches entsteht am oberen Teil des Hauses eine Giebelfläche.

Niedersachsengiebel

Ein Niedersachsengiebel

Ein Niedersachsengiebel

Diese Bauform ist selten zu sehen und konstruktiv auch nachteilig. Der Niedersachsengiebel beginnt wie ein Fußwalm.

Allerdings endet er wie ein Schopfwalm noch vor der Traufe des Hauptdaches.Das ist konstruktiv ein großer Aufwand und bringt letztlich keine Vorteile.

Tipps und Tricks – lass dich nicht übers Ohr hauen!

So stabil und nostalgisch ein Walmdach auch ist, es hat auch seine Nachteile.

Hier alle Nachteile auf einen Blick:

  • Vor allem beim klassischen Walmdach geht durch die lange Dachschräge Wohnraum verloren. Eine Möglichkeit dieses Problem einzuschränken ist allerdings der Krüppelwalm. Hier ist auch auf dem Dachboden deutlich mehr Platz vorhanden.
  • Wie im Folgenden noch näher erläutert ist das Walmdach auch etwas kostenintensiver.
  • Der Niedersachsengiebel hat noch einen weiteren Nachteil. Diese Bauweise ist noch komplizierter und ist auch anfälliger für Witterungsschäden. Deshalb ist diese Dachform nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.
  • Durch das lange Dach ist natürlich im Innenraum auch mit geringerem Lichteinfall zu rechnen. Das kann aber leicht mit Dachfenstern behoben werden.
  • Oft wird auch besorgt die thermische Dämmung angesprochen. Das ist heutzutage allerdings meist kein Problem mehr. Die Dämmung kann in einem Walmdach genauso gut wie in einem Satteldach ausgeführt werden.

Die Eindeckung eines Walmdaches

Ein Walmdach mit Schieferschindeln

Ein Walmdach mit Schieferschindeln

Ähnlich wie beim Satteldach kann auch das Walmdach mit vielen verschiedenen Materialien eingedeckt werden.

Jede Region Deutschlands hat dabei so seine Vorlieben:

Im Schwarzwald, wo ich herkomme werden die Walmdächer traditionell mit Schindeln belegt. Das typische Schwarzwaldhäuschen ist in aller Welt bekannt.

In den Küstenregionen Deutschlands werden auch heute noch oft Schilfauflagen genutzt.

Holzschindeln auf einem Dach

Holzschindeln auf einem Dach

Und mittlerweile findet man natürlich im ganzen Land Walmdächer die standardmäßig mit Dachziegeln belegt werden.

Außerdem können natürlich auch geteerte Dachpappe oder Blech genutzt werden.

Kosten sparen beim Walmdachbau: so geht’s!

Ein Walmdach ist in der Herstellung leider etwas teurer als das Satteldach.

Beim Satteldach rechnet man normalerweise mit ca. 60 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Beim Walmdach sind es normalerweise 80-100 Euro. Das variiert natürlich je nach Eindeckung.

Dieser Mehraufwand liegt einerseits natürlich einerseits an der größeren Dachfläche die gedeckt werden muss.

Zusätzlich kommen noch die Kosten für das Regenwasser-Ableitungssystem dazu, das beim Walmdach doppelt so groß ist.

Die Kosten für ein Walmdach lassen sich allerdings in verschiedenen Punkten senken. Außerdem machen sich die Ausgaben auf verschiedene Weise bezahlt.

  • Die Wahl der Eindeckung: Es gibt eine große
    Ein Walmdach mit Blechabdeckung

    Ein Walmdach mit Blechabdeckung

    Auswahl an kostengünstigen Eindeckmöglichkeiten. Suche dir eine Eindeckung die qualitativ hochwertig aber nicht zu teuer ist. So kannst du einen preislichen Ausgleich schaffen.

  • Auf lange Sicht rechnen: Walmdächer (außer Niederdsachsengiebel) sind weniger anfällig für Witterungsschäden. Auf lange Sicht sparst du dir also sowohl Ärger als auch Geld.
  • Fördergelder bei Atbauten: Wenn es sich bei deinem Haus um einen Altbau handelt der ein neues Dach benötigt kann es gut sein, dass du Anspruch auf staatliche Fördergelder hast. Das gilt ganz besonders in Österreich.
  • Fördergelder bei Neubauten: Auch bei Neubauten können teilweise Fördergelder in Anspruch genommen werden. Das gilt besonders dann, wenn du dein Haus fachgerecht energetisch ausrüstest.

Fazit

Ein Walmdach ist also mehr als nur eine nostalgisch wirkende Hausabdeckung. Die stabile Konstruktion ermöglicht ein wind- und wetterfestes Dach auf lange Zeit.

Die Vor- und Nachteile dieser Dachform müssen gut durchdacht werden. Die Umstände und Ansprüche sind bei jedem Hausherrn anders.

Allerdings ist ein Walmdach auf jeden Fall eine gute Alternative für jemanden, der etwas anderes als ein Satteldach über seinem Kopf haben möchte.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Meinung zum Artikel? Teile sie hier mit allen!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

BAUBEAVER FOOTER