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Sparrendach – 2 wesentliche Vorteile im Überblick

sparrendach-teaser

Ein Sparrendach gehört zu den vier bekanntesten Dachkonstruktionen im europäischen Raum. Das Sparrendach eignet sich vor allem für Steildächer und großen Spannweiten. Diese Konstruktionsart wird wird aus paarweisen angeordneten Sparren hergestellt.

Wie werden Sparrendächer genau konstruiert? Welche Details sollte man bei der Planung berücksichtigen? Und: Was ist der Unterschied zwischen einem Sparrendach und einem Pfettendach? Das werde ich in diesem Artikel behandeln.

Ich gehe außerdem auf zwei besondere Vorteile dieser Dachkonstruktion näher ein.

Um einen klaren Einblick in diese Konstruktionsart zu bekommen, möchte ich zunächst auf die Details dieser Bauart eingehen.

Aufbau eines Sparrendachs: alle Details auf einem Blick

Der Aufbau eines Sparrendachs:

sparrendach-aufbau-details

An diesem Beispiel sieht man den groben Aufbau dieser Dachkonstruktion. Steile Dachneigung und keine Pfosten, die den First abtragen.

Im Detail sieht der Firstpunkt so aus:

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Mit einer einfachen Überblattung bzw. einem Scherblatt und einer Firstzange, wird der First zusammen gehalten.

Bei der Firstzange muss auf ein Nagelbild geachtet werden und bei der Überblattung wird in der Regel ein Klemmbolzen verwendet.

Die Firstzange wird nicht eingelassen, sondern diese wird bündig mit den Außenseiten befestigt.

Der Fußpunkt sieht folgendermaßen aus:

sparrendach-aufbau-details-fusspunkt

Das wesentliche Element ist das Fundament. Dieses Fundament nimmt später die Druck- und Zugkräfte auf und leitet diese weiter.

Der Sparren werden mit Knaggen und Sparrenpfettenanker verstärkt. Zwischen Knagge und Fundament wird eine Schwelle montiert. Das hat den Vorteil, dass man die Sparrenpfettenanker besser befestigen kann und man kann wesentlich genauer arbeiten.

Sparrendach: der Unterschied zum Pfettendach

Ein Sparrendach hat keine Firstpfette oder Mittelpfette. Anders als bei einem Pfettendach, wird die Last direkt über eine Dreiecksform an das Fundament weiter gegeben.

Beispiel Sparrendach:

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Beispiel Pfettendach:

An diesen beiden Beispielen sieht man den Unterschied zwischen einem Pfettendach und einem Sparrendach.

Während bei einem Pfettendach die Konstruktion von einer Firstpfette bzw. Mittelpfette getragen wird, werden bei einem Sparrendach die Sparren stärker beansprucht. Die wirkenden Kräfte auf die Sparren werden direkt in das Fundament weiter geleitet.

Wie wirken die Kräfte an einem Sparrendach?

Das soll dieses Bild veranschaulichen:

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Die Sparren leiten also die Druckkräfte an das Fundament weiter und das Fundament und die Fußpunkte müssen so ausgebildet werden, damit diese die anfallenden Druck- und Zugkräfte weiterleiten können.

Welche Vor- und Nachteile hat diese Dachkonstruktion zu anderen?

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Vorteile

Vorteil 1: Platzsparend

Der erste Vorteil eines Sparrendach liegt an dem vorhandenen Platz. Der gesamte Dachraum kann genutzt werden ohne das irgendwelche Pfosten oder Stützen im Weg stehen.

Vorteil 2: Statik

Steildächer mit über 40°  und einer Spannweite von über 10 m eignen sich besonders gut für diese Konstruktionsform. Die Kräfte können einfacher weitergeleitet werden.

Dachflächen unter 30° eignen sich nicht mehr für diese Konstruktionsart. Die Horizontalkräfte nehmen ab dieser Neigung um ein vielfaches zu. Die statischen Erfordernisse an den Fußpunkten kann dadurch nicht mehr gewährleistet werden.

Nachteile:

Nachteil 1: Gauben und co.

Die Erweiterung mit einer Gaube, einem Dachfenster oder einer Dachloggia ist bei dieser Konstruktion sehr viel aufwendiger oder sogar unmöglich.

Während man bei einem Pfettendach recht einfach einen Wechsel einbauen kann, hat man hier wesentlich größere Probleme die Statik ordentlich zu gewährleisten.

Nachteil 2: Aufrichten

Ein anderer Nachteil ist das Aufrichten. Fertigelemente lassen sich in dieser Konstruktionsart nicht herstellen.

Fazit

Ein Sparrendach hat also mehrere Vorteile gegenüber dem Pfettendach. An dieser Stelle sollte man jedoch sachlich bleiben und auch die Nachteile berücksichtigen. Zum Beispiel ist das Aufrichten wesentlich komplexer, da keine Fertigelemente hergestellt werden können.

Auch der Fußpunkt ist nicht so ohne und muss fachmännisch ausgeführt werden. Der Aufwand ist wesentlich höher als bei einem Pfettendach.

Im Großen und Ganzen ist diese Dachkonstruktion interessant und sollte bei der Bauplanung berücksichtigt werden. Die wesentlichen Details müssen von einem Statiker oder einem Fachmann ausgeführt werden.



Kommentare

Eric Honstraß 17. März 2018 um 15:21

Ist nicht beim Sparrendach der nachträgliche Einbau einer Gaube problematischer als beim Pfettendach? Falls das so ist, sollte vielleicht auch das hier Erwähnung finden, wenn dieser Artikel als Ratgeber dienen soll. Ansonsten ist er sehr empfehlenswert, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Antworten

Samuel Schneider 20. März 2018 um 22:06

Hallo Eric,

danke für den Hinweis. Ich habe den Ratgeber mit deinem Hinweis erweitert.

Antworten

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