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Dacheindeckung – 5 Hilfen zur Auswahl + Kostenübersicht

Jedes Dach kommt irgend wann einmal in die Jahre. Hier Fachwerkhäuser mit Schieferdach.

Jedes Dach kommt irgend wann einmal in die Jahre. Hier Fachwerkhäuser mit Schieferdach.

So mancher Hauseigentümer macht sich Gedanken über eine Dacheindeckung weil das Dach langsam in die Jahre kommt. Andere möchten das Dach ihres Neubaus richtig eindecken.

Aber was muss denn alles erneuert werden?

Auf was muss man achten?

In meiner Laufbahn als Zimmermann habe ich schon viele Dächer gedeckt. Mach dir meine Erfahrung doch zu nutze.

In diesem Beitrag möchte ich dir als gelernter Zimmermann beim Decken deines Daches etwas zur Seite stehen.

  • Ich zeige dir auf was du bei der Planung achten musst, um zu entscheiden was alles erneuert werden muss.
  • Außerdem zeige ich dir alle gängigen Möglichkeiten an Dacheindeckungen und welche Kosten auf dich zukommen.

Die Planung deiner Dacheindeckung – 5 Hilfen

Ein restauriertes Bauernhaus mit ansprechendem Reetdach.

Ein restauriertes Bauernhaus mit ansprechendem Reetdach.

Das Eindecken eines Daches sollte gut geplalnt werden.

Und noch ein Wort zur Vorsicht:

Ich rate dringend davon ab ein Dach in Eigenregie zu decken. Nur wenn du wirklich Fachkenntnisse im Dachdeckerhandwerk besitzt solltest du dich da heranwagen.

Leider sind auch Zureicharbeiten zum senken der Kosten in diesem Handwerk nicht üblich.

1. Die Dachneigung

Die Dachneigung deines Hauses ist ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der Dacheindeckung.

Warum?

  • Nicht jede Dacheindeckung ist beispielsweise für steile Dächer geeignet.
  • Außerdem hängt von der Dachneigung auch teilweise die Größe der Überlappung ab. Das wiederum macht sich im Flächenverbrauch und somit im Preis bemerkbar.
  • Bei sehr flachen Dachneigungen muss ganz besonders auf einen guten Wasserabfluss geachtet werden. Je nachdem müssen dann Dachziegel mit einer speziellen Form gewählt werden.

Überprüfe also als erstes wie groß deine Dachneigung ist. Dann kannst du mit den Planungen fortfahren.

Es gibt elektrische Messgeräte die die Dachneigung genau berechnen. Wenn du ein solches Gerät nicht besitzt, kannst du den Winkel aber auch berechnen.

Wusstest du schon?

Die Dachneigung deines Daches kannst du in 3 Schritten ermitteln:

Schritt 1: Maß nehmen:

  • Wert 1: Die Dachneigung ist natürlich an jedem Punkt des Daches gleich. Deshalb ist es egal wo du misst. Lege dabei die Messlatte in die Waage und messe beispielsweise einen Meter waagerecht vom Dach Richtung Hausmitte.
  • Wert 2: Am Ende der gemessenen Strecke misst du den Höhenunterschied senkrecht nach oben zum Dach.

Nun hast du zwei Werte mit denen du weiter rechnen kannst.

Schritt 2: Satz des Pythagoras:

Offen ist jetzt noch die Strecke des Daches. Diese kannst du einfach mit dem Satz des Pythagoras ausrechnen.

  • Satz des Pythagoras: a²+b²=c²
  • Das heißt in unserem Beispiel: Wert 1 ²+ Wert 2 ² = Dachkante ²

Danach kannst du mit dem Taschenrechner die Quadratwurzel aus dem Ergebnis ziehen.

Schritt 3: Dachneigung ausrechnen:

Jetzt hast du zwar eine Strecke aber noch immer keinen Winkel. Dafür kannst du die Winkelfunktion deines Taschenrechners nutzen.

Dabei ergibt die Dachhöhe durch die Dachkante den Sinuswert des gesuchten Winkels. Also:

  • sin α = Dachkante/Wert 2
Moderne Blechdächer haben viele Vorteile. im architektonischen Bereich.

Moderne Blechdächer haben viele Vorteile. im architektonischen Bereich.

2. Das Material der Eindeckung

Bei den Materialien hat der Hausbesitzer die Qual der Wahl. Die Möglichkeiten sind sehr breit gefächert.

Je nach Eindeckung fallen aber oft noch zusätzliche Arbeiten an. Diese wiederum verursachen weitere Kosten.

Deshalb hier ein Überblick über die Möglichkeiten die dir zur Verfügung stehen.

Art der EindeckungEigenschaftenPreis pro qm Dachfläche
TondachziegelDachziegel sind leichter als Beton und sehr witterungsbeständig. Dadurch sind sie extrem lange haltbar.

Außerdem gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Farben und Formenan Ziegeln.

20 – 25 €
BetondachsteineDachsteine aus Beton sind günstiger als Ziegel aus Ton. Sie sind sehr frostbeständig und relativ schwer. Dadurch bleiben sie auch bei Wind und Wetter fest auf dem Dach.12 – 18 €
BlechdacheindeckungenBlechdächer sind sehr witterungsbeständig und leicht. Allerdings hört man auch bei guter Dämmung den prasselnden Regen lauter als z.B. bei Ziegeln.8 – 12 €
FaserzementeindeckungenFaserzement hat den eindeutigen Vorteil der Feuerfestigkeit. Mittlerweile gibt es auch diese Platten in vielen Farben und Formen.

Es sieht sehr modern aus und ist auch leicht verlegbar.

25 – 50 €
BitumenschindeldachdeckungBitumen ist ein Naturprodukt das aus Erdöl gewonnen wird. Damit kann ein Dach, oft auch Flachdächer wunderbar abgedichtet werden. Allerdings ist hierbei eine regelmäßige Wartung notwendig.15 – 25 €
SchieferSchiefer ist eine sehr hochwertige Dacheindeckung. Dabei handelt es sich um einen Naturstein. Auch Schiefer gibt es, von Natur aus, in verschiedenen Farben.

Sturm und Witterung können Schiefer nicht viel anhaben.

80 – 90 €
KunstschieferKunstschiefer kommt dem echten Schiefer sehr ähnlich. Es ist ebenfalls ziemlich robust.

Allerdings ist Kunstschiefer sehr viel günstiger und auch um einiges leichter.

5 – 10 €
KupferKupfer hat einen sehr geringen Wartungsaufwand. Es eignet sich auch wunderbar bei schwierigen Anschlüssen am Dach.

Durch die natürliche Schutzschicht die dieses Metall aufbaut ist es auch gegen Witterung sehr beständig. Allerdings ist die zuerst rote und dann türkiesene Farbe nicht jedermanns Sache.

80 – 90 €
ReetDächer aus Reet sehen sehr natürlich aus und sind extrem witterungsbeständig. Besonders interessant ist, dass Reet die Feuchtigkeit des Hauses regulieren kann.

Ein großer Nachteil ist allerdings der hohe Wartungsaufwand und die große Brandgefahr.

90 – 100 €

3. Die Unterkonstruktion

Der Aufbau eines Sparrendaches.

Der Aufbau eines Sparrendaches.

Natürlich muss eine Unterkonstruktion vorhanden sein, damit die Dacheindeckung eingehängt werden kann.

Zur Unterkonstruktion gehören:

  • Grundlattung
  • Konterlattung
  • Traglattung

(jeweils 3 – 6 EUR pro m² Dachfläche)

Du solltest beispielsweise prüfen, mit was für einer Art Dachstuhl dein Haus versehen wurde.

Ist es ein Sparrendach, ein Kehlbalkendach oder ein Pfettendach ? Oder gar ein Flachdach?

Ein Sparrendach beispielsweise leitet die komplette statische Last auf die Außenwände weiter. Dadurch ist die Belastbarkeit statisch begrenzt.

Bei einem Pfettendach wird die Last dagegen auf die komplette Zwischendecke darunter übertragen. Darauf können schwerere Dacheindeckungen angebracht werden.

Eine Sturmklammer die Dachziegel bei einem Sturm an Ort und Stelle hält.

Eine Sturmklammer die Dachziegel bei einem Sturm an Ort und Stelle hält.

4. Sturmfeste Ausführung

Je nach Gebiet muss die Dacheindeckung auf spezielle Art befestigt werden.

In sturmgefährdeten Gebieten müssen beispielsweise Sturmklammern angebracht werden damit Dachziegel nicht vom Wind gelöst werden können.

Je nach Ziegelart sind diese Klammern unterschiedlich geformt. Je nachdem wie hoch die Sturmgefahr ist, werden die Klammern dann an jedem oder an jedem zweiten oder dritten Ziegel angebracht.

(3 und 8 EUR pro m² Dachfläche)

5. Schneefangausrüstung

Schneefanggitter an einem Mansarddach.

Schneefanggitter an einem Mansarddach.

Hierzulande werden fast alle Dächer mit einer Schneefangeinrichtung ausgerüstet. Davon gibt es die unterschiedlichsten Ausführungen.

Verbilligende Faktoren bei Schneefangeinrichtungen sind beispielsweise einfache Dachformen ohne Gauben und Kehlen.

Verteuernd wirken dagegen komplizierte Dachformen, besonders hochwertige Dachziegel oder Dachdurchbrüche.

Im folgenden eine Tabelle der gängigstendavon und deren Preise:

Art der SchneefangeinrichtungPreis pro qm Dachfläche
Schneestopper (Stahl)11 – 40 €
Schneestopper (Aluminium)12 – 45 €
Schneestopper (verkupfert mit Eisfang)16 – 57 €
Schneefangrundholz20 – 50 €   
Schneefanggitter25 – 30 €
Schneefanggitter (mit Eishalter)30 – 45 €
Schneefangdoppelrohr40 – 85 €

 

Dacheindeckung Kostenrechner

Gerüste bergen oft versteckte Kosten.

Gerüste bergen oft versteckte Kosten.

Die Preise für eine Neueindeckung sind natürlich immer ziemlich hoch. Wichtig ist allerdings sich dessen bewusst zu sein was auf einen zukommt.

Besonders vor den versteckte Kosten solltest du dich in acht nehmen. Damit es keine Überaschungen gibt helfe ich dir hier ein bisschen.

Zusätzliche Kosten solltest du natürlich am besten auch schon im Voraus einkalkulieren. Dazu gehört zum Beispiel ein Gerüst.

Die Kosten dafür richten sich nach verschiedenen Punkten:

  • Gerüstart
  • Gerüsthöhe
  • Fläche des Gerüstes in m²
  • Benutzungsdauer
  • zusätzlich benötigte Sicherheitseinrichtungen am Gerüst

Normalerweise kannst du bei einem Gerüst von 4-7 € pro qm Gerüstfläche ausgehen. Wenn das Gerüst allerdings länger als 4 Wochen gebraucht wird kommen meist noch Zusatzkosten hinzu.

Wusstest du schon?

Ein Trick um herauszufinden welches der günstigste Dachdecker in der Umgebung ist, kannst du dir von mehren Firmen Angebote machen lassen.

Am besten lässt du dir dazu ein Komplett-Angebot von einer Dachdeckerfirma machen. Auf dieser Grundlage lässt du dir dann für die gleichen Leistungen unterschiedliche Angebote machen.

Stehen dir Förderungen zu?

Ein Schieferdach in der Nachaufnahme.

Ein Schieferdach in der Nachaufnahme.

Um staatliche Förderungen zu nutzen könntst du auch eine neue Dämmung in Betracht ziehen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert mit zwei verschiedenen Programmen Hausbesitzer die eine Neueindeckung vornehmen.

Entweder mit dem 430 – Zuschuss über 10 Prozent der Gesamtkosten (maximal 5.000 €)
Oder mit dem zinsgünstigen 151 Kredit über maximal 50.000 €.

Wichtig hierbei ist immer, dass unter das Dach auch eine neue Dachdämmung eingebaut wird.

Fazit

Eine Dacheindeckung ist also ein Vorhaben das gut geplant werden muss. Alle Kosten müssen im Voraus gut kalkuliert werden.

Notwendige Vorraussetzungen für eine gute Eindeckung ist die richtige Dachneigung und eine passende Unterkonstruktion.

Wenn nötig solltest du dir auch Gedanken über zusätzliche Befestigungen oder eine Schneefangausrüstung machen.

Viel Erfolg bei deinem Projekt!

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