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3 Tipps: ein Windrispenband befestigen und spannen

Ein Windrispenband an einem Satteldach

Ein Windrispenband an einem Satteldach

Du hast noch nie etwas von einem Windrispenband gehört? Deshalb werde ich in diesem Artikel näher darauf eingehen. Wenn du zum Beispiel ein Carport oder ein kleines Vordach baust, kann dir solch ein Windrispenband sehr nützlich sein.

Für was wird ein Wandrispenband benötigt und wie spannt man es richtig? Darauf gehe ich ein.

Praktische Tipps gegen das Verdrehen des Sparrens findest du hier auch.

Längsaussteifung

In der Regel erfolgt die Längsaussteifung der Pfettendächer über Streben und Kopfbänder. Die Anschlüsse werden über Versätze, Ingeneursverbindungen oder Zapfen hergestellt.

Zur Längsaussteifung nutzt man aber auch sogennante Windrispen. Früher (gut – man findet das auch heute noch) hatte man unter die Sparren Bretter genagelt und dadurch einen Dreiecksverband hergestellt. Heute werden dafür Windrispenbänder aus Stahl genutzt.

Was ist ein Windrispenband?

Ein Windrispenband (manche sagen dazu auch Lochband, aber das würde eher auf die Sanitär- und Elektrobranche zutreffen) ist ein gelochtes Stahlband (meist verzinkt). Die Loch-Muster variieren sehr stark. Auch die Längen und Breiten der Windrispenbänder unterscheiden sich voneinander. In der Regel ist das Blech 1,5mm bis 3mm stark und die Breite beträgt ca. 40-60mm. Übrigens: ein gutes Angebot habe ich hier auf amazon.de gefunden.

Wofür wird ein Windrispenband genutzt? Ein solches Band wird dafür genutzt um ein Dach oder ein anderes Bauelement zu  Längsrichtung zu versteifen. Es wird gespannt und direkt oberhalb der Balkensparren mit Kammnägeln befestigt. Das Windrispenband wird am obersten Punkt (Firstpunkt) diagonal zum untersten Punkt Traufpunkt) gespannt und befestigt.

Wusstest du schon?

Um ein Dach oder ein Dachelement in der Fläche aussteifen zu können, gibt es mehrere Alternativen. Zum Beispiel Holzfaser Dämmplatten. Nicht jede Holzfaserplatte eignet sich dafür, aber einige Hersteller sind offiziell dafür zugelassen.
Der Vorteil: du hast ein aussteifendes Bauteil das gleichzeitig dämmt.

Die Ausführung und Befestigung erfolgt nach gesetzlichen Normen (DIN 1052). Falls du also deinen Carport damit versteifen möchtest, solltest du dir erst fachmännischen Rat einholen. Da ich kein Statiker bin, kann und möchte ich mit diesem Artikel keine Garantien geben.
Ein Windrispenband an einem Satteldach

Abb. 2: Ein Windrispendband für die Längsaussteifung. (Klicken um zu vergrößern)

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Wie sollte man so ein Windrispenband spannen?

Als erstes musst du darauf achten, dass dein Sparren mit der Schwelle gut verbunden ist. Ich habe das oft so gemacht, dass ich an den Spannpunkten immer zwei lange Holzschrauben (z.b. 8*200mm je nach Sparrenstärke) reingedreht habe. Damit verhindert sich ein Verdrehen. Oft reicht das aber nicht, weil auf das Windrispenband sehr große Kräfte einwirken.

Was kann man gegen das Verdrehen des Sparrens unternehmen?

  • Richte ein Füllholz zwischen die Sparren. Dieses solltest du gut mit der Schwelle verbinden.
  • Befestige zwei Sparrenanker (voll ausgenagelt) an dem Sparren, an dem du Spannung aufbaust.
  • An dem zweiten Sparren, kannst du zur Sicherheit noch einen Winkel befestigen.

Tipp 1: starte am First

Warum? Wenn der Firstpunkt als erstes befestigt wird, hast du es am Traufpunkt einfacher das Band zu spannen. Das Spannen an sich ist schon ein Krampf – mach es dir deshalb so einfach wie möglich. Es reicht, wenn du das Band erst einmal mit einem Kammnagel befestigst. Achte aber darauf, dass es komplett versengt wurde. Ansonsten besteht die Gefahr, dass dein Kammnagel umknickt.

Tipp 2: nutze eine Holzschraube

Wenn du den ersten Punkt befestigt hast, dann kannst du das Windrispenband ausrollen und bis zum Traufpunkt positionieren. Sobald es schön Diagonal über dem Dach liegt, zieht am besten ein anderer an dem Band. Jetzt kannst du mit einer Holzschraube (5*100 oder 4,5*80) entgegen dem Fixpunkt langsam eine Grundspannung aufbauen.

Achtung!
Das Band langsam anziehen. Es kann sein, dass dein Firstpunkt nicht gut genug befestigt ist. Du solltest immer erst die Verbindung (Sparren zur Firstpfette) kontrollieren, bevor du die Holzschraube richtig anziehst.

Wenn du alles richtig gemacht hast, müsste das Windrispenband jetzt ordentlich gespannt sein. Jetzt musst du nur noch jeden einzelnen Sparren mit dem Windrispenband verbinden. Nutze dafür am besten Kammnägel (zum Beispiel mit 4,0*50mm). Falls du keine ordentliche Spannung erzeugen konntest  dann empfehle ich dir folgenden zusätzlichen Schritt:

Tipp 3: nutze eine Spannvorrichtung

Es gibt vorgefertigte Spannvorrichtungen oder auch Vorspannung genannt. Wem das zu teuer ist kann zum Beipiel auf ein Spangurt zurückgreifen. Hier solltest du wieder darauf achten, dass der Firstpunkt sauber befestigt ist. Wichtig: Achte darauf dass auch hier der Sparren an der Firstpfette oder Mittelpfette gut befestigt ist. Erst danach solltest du Spannung aufbauen.

Fazit

Das Anbringen eines Windrispenbandes ist nicht schwer und kann recht zügig durchgeführt werden. Du solltest jedoch darauf achten, dass dieses Band gut gespannt ist und dass die Verbindungspunkte zur Schwelle oder zur Firstpfette gut befestigt sind. Sobald du alle Sparren mit dem Windrispenband befestigt hast, ist dein Dach in der Fläche bestens versteift.



Kommentare

Vilo 25. März 2018 um 22:37

Hallo Samuel,
wir haben ein älteres Haus gekauft, in welchem das Windrispenband noch mit einer Verlattung gemacht wurde (von Innen). Können wir zusätzlich / statt dieser Verlattung von „Innen“ ebenfalls das Windrispenband aus Stahl zusätzlich von Innen nachträglich montieren? Odere darf ein Stahl-Windrispenband nur von Außen unter den Ziegeln angebracht werden?
Uns ist wichtig, dass dieses ca. 60 Jahre alte Dach seine Steifigkeit behält und ebenso mögen wir den Dachboden entfernen und unser Dachgeschoss nach oben hin öffnen, dass man die freiligenden Balken der Dachkonstruktion (des ehemaligen Dachboden-Bodens) sieht – und der Raum somit an Wohlfühlathmosphäre gewinnen könnte… Jedoch sind unterhalb der Dachbodenbalken noch längs Holzbretter unter den Balken angebracht – ich vermutete nur um die Decke zu befestigen? Wir überlegen hier einen Statiker zusätzlich um Rat zu bitten, ob wir „um die Balken so schön freilegen zu können“ diese Holzbretter längs verbaut entfernen könnten… Ansonten lohnt das Entfernen des Dachboden-Fussbodens nicht…
<< Entsprechend dachte ich an das zusätzliche Anbringen eines Windrispenbandes, um die Steifigkeit des Dachstuhls zunächst sicherzustellen und dann ggf. auf die längsseitigen Holzbretter zwischen den Dachbalken zu verzichten.

Bin auf deinen Rat gespannt.

Beste Grüße
Vilo

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Samuel Schneider 27. März 2018 um 16:40

Hallo Vilo,

grundsätzlich kann man das Windrispenband auch im Innenbereich montieren, aber: es ist sehr viel aufwendiger. Vor allem damit die Aussteifung gesichert ist. Die Frage ist auch: wie sieht es auf den Sparren aus? Liegen da OSB Platten und wurden diese Fachgerecht vernagelt? Dann könnte man sogar das Windrispenband komplett weglassen. Am besten lässt du dich vor Ort beraten, da bist du auf Nummer sicher.

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Wolf. Melloh 25. Dezember 2017 um 20:08

Hallo Herr Schneider,
ich plane eine kleines Dach zu errichten 5,4×13,5m (Flachdach mit 10% Neigung in einer Höhe von 3/4,2m). Die 4 Windrispenkreuze auf den Sparren werden mich bei der Verlegung der Dachbretter (Harzer Dach) stören . Spricht etwas dagegen die Bänder von der Oberseite aus ca. 6mm tief in die Sparren einzulassen? Dann könnte die Fläche schnell und sauber mit Brettern geschlossen werden.
Mit freundlichen Grüßen

Antworten

Samuel Schneider 27. März 2018 um 16:41

Hallo Herr Wolf,

nein, da spricht nichts dagegen. Es ist nur mehr Arbeit 😉 Aber eine gute Idee die sich mit einer Oberfräse lösen lässt.

Viel Erfolg!

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Michelle Konzack 17. Dezember 2017 um 17:31

Hallo Samuel,

das Loghaus hat eine Seitenlänge von 7m bei gut 35cm Logdicke und ich will ein Pfettendach erstellen.

Nun kommt aber noch hinzu, das wir auch noch eine Schleepdachgaube (gut 3m breit) haben wollen, weil das Dach sonnst zum Wohnen zu klein ist.

Wie macht man dann auf dem Dach die Längsaussteifung?

Das mit dem Windrispenband wird wohl etwas schwierig werden.

Antworten

Samuel Schneider 27. März 2018 um 16:46

Hallo Michelle,

klingt interessant! Man könnte OSB Platten auf den Sparren nageln (Nagelabstand einhalten) oder eine Aufsparrendämmung montieren und diese ordentlich verschrauben (Bitte beim Hersteller informieren ob das geht). Näheres hier: https://baubeaver.de/aufsparrendaemmung/

Antworten

Kloosterhuis, Michael 27. August 2017 um 11:46

Hallo,
Ich habe ein unregelmäßiges Knackgeräusch auf dem dach und höre es an unterschiedlichen Stellen. Das Windrispenband kann ich an einigen Stellen um ca 5cm bewegen. Da du von „Spannung des Windrispenband“ schreibst, stelle ich mir gerade die Frage ob es überhaupt korrekt angebracht wurde. Daher meine Frage, darf man das Windrispenband überhaupt bewegen dürfen, noch der fachmännischen Befestigung?

Vielen Dank im Voraus und Gruß Michael Kloosterhuis

Antworten

Samuel Schneider 28. August 2017 um 22:37

Hallo Michael,

5cm bewegen? Das ist krass. 🙂 Das stimmt garantiert etwas nicht. Wie soll da die Längsausteifung funktionieren? Das würde ich von einem Bausachverständiger untersuchen lassen.

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