Ulmenholz

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Die Ulme gehört zu den schönsten Edelholzarten. Der Laubbaum ist auch unter den Namen Rusten, Effe oder Rüster bekannt. In der Fachsprache wird die Ulme als „Ulmus“ aus der Pflanzenfamilie der Ulmaceae bezeichnet.

Als Ulme werden nur stehende und ungefällte Bäume bezeichnet. Das Wort Rüster wird für das Ulmenholz verwendet. Sehr beliebt in einer vielfältigen Verwendung sind Rüster aus den Niederlanden.

Wusstest du schon?

Ulmen gehören zu den ältesten Bäumen auf der Erde. Unglaublich, aber wahr! Ihr Vorhandensein konnte bis in das Tertiär am Ende der Kreidezeit nachgewiesen werden. Diese Zeit begann vor ungefähr 65 Millionen Jahren.

Die Ulme ist von einem Ulmensterben bedroht. Verantwortlich hierfür ist der Ulmensplintkäfer. Dieser Käfer überträgt Pilzerkrankungen auf die Ulmen. Aufgrund der guten Eigenschaften des Ulmenholzes und seiner schönen Optik ist es bei Handwerkern dennoch sehr beliebt.

Wusstest du schon?

Bei einigen Ulmenarten erscheinen die Blüten und Früchte vor dem Ausbilden der Baumblätter. Die Früchte der Ulme können sogar essbar sein. In der chinesischen Medizin werden die Früchte als Heilmittel verwendet.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet von Ulmen ist Europa. Auch im südlichen Skandinavien bis zum südlichen Sibirien sind Ulmen zu finden. Einzelne Ulmenarten sind in verschiedenen Regionen weiter verbreitet, wie beispielsweise die Feldulme ist auch in Nordafrika, die Bergulme bis in das mittlere Skandinavien und das südliche Europa, die Flatterulme in Mittel- sowie Südosteuropa bis in den Kaukasus.

Auch in China, Mexiko und in Nordamerika sind verschiedene Ulmenarten zu finden. Die bekanntesten Nordamerikanischen Ulmenarten werden mit White Elm, Grey Elm und Red Elm bezeichnet.

Wusstest du schon?

In den Sedimenten und abgetragenen Erdschichten der Niederrheinischen Bucht sind fossile Überreste von Ulmen gefunden worden. Diese fossilen Spuren der Vergangenheit sind ungefähr 10 Millionen Jahre alt. Vielleicht begibst du dich selbst einmal auf die Suche nach den beeindruckenden fossilen Schätzen.

Viele spannende weiterführende Informationen rund um Ulmen und Ulmenholz kannst du zum Beispiel auf den folgenden Internetportalen finden:

Wusstest du schon?

Allein in China wurden 21 verschiedene Ulmenarten gezählt. 14 Ulmenarten der Pflanzenfamilie Ulmaceae sind ausschließlich in China zu finden.

Ulmen sind sommergrüne majestätisch wirkende sommergrüne Laubbäume. Sie erreichen Höhen bis zu 40 Meter. Die Stämme können bis zu 10 Meter astfrei sein. Der Stamm hat einen Durchmesser von ungefähr 50 cm bis über 1 Meter.

Die Kronen der Ulmen sind oftmals sehr ausladend und breit. Auch mehrfache Wölbungen der Krone sind möglich. Ulmen können über einen starken Wurzelansatz, auch sogenannte Brettwurzeln, am Fuß des Baumes verfügen. Auch Maserstämme können vorkommen.

Aufgrund der sehr guten und wertvollen Eigenschaften des Ulmenholzes wird es zu den Edelhölzern gezählt. Ulmenholz gehört zu den härtesten und zähesten Hölzern. Dabei verfügt es über hervorragende Biegeeigenschaften. Die drei Arten: Bergulme, Flatterulme und Feldulme unterscheiden sich farblich sehr. Sie liefern aber alle drei wunderschönes Ulmenholz mit überaus interessanten Maserungen.

Bist du bei dem Betrachten einer Skulptur aus Holz auch schon ein Mal so sehr ins Schwärmen gekommen, dass Du den Blick kaum noch von der glänzenden Oberfläche und dem spannenden Farbenspiel der Maserung wenden konntest. Wow, wie schön, dann war es vielleicht sogar eine Skulptur aus Ulmenholz.

Wusstest du schon?

Ulmen könnten ein staatliches Alter erreichen. Dadurch aber, dass die Ulmen aufgrund der häufig vorkommenden Pilzerkrankungen von dem sogenannten Ulmensterben bedroht sind, werden fast ausschließlich nur recht junge Bäume aufgefunden. In den Niederlanden gibt es gezüchtete gegenüber dieser Erkrankung resistente Ulmenarten.

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: 4 wenig dauerhaft
  • Rohdichte: 680 kg/m³
  • Druckfestigkeit: 45 – 56 N/mm²
  • Biegefestigkeit: 72 – 89 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 7,0 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 80 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 11.000 N/mm²

Fakt 2: Verwendung

Eine bevorzugte Verwendung findet Ulmenholz in der Anfertigung von massiven Möbeln. Auch wertvolle und kunstvoll gearbeitete Wand- und Deckenvertäfelungen aus Ulmenholz sind keine Seltenheit. Weitere Verwendungen sind beispielsweise Parkette und Furniere oder im Instrumentenbau.

Sehr beliebt von Profi- und Hobbyhandwerkern ist die Herstellung von Ziergegenständen, Skulpturen und ähnlichen Kunstobjekten aus Ulmenholz. Die schöne und individuelle Maserung eignet sich besonders gut für die Herstellung von Unikaten.

Fakt 3: Maserung

Je nach Ulmenart können die Färbungen des Ulmenholzes sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von gelb-weißlich über gelb-grau bis hin zu gelb-rötlichen und braun-rötlichen Farbtönen. Ulmen sind Reifkernholzbäume. Das Splintholz kann unterschiedlich breit sein, von sehr schmal bis breit. Die Farbgebungen sind bezeichnenderweise für das Splintholz hell bis sehr hell, für das Kernholz mittlere Farbtöne und das Kernholz bis sehr dunkel anzugeben.

Ulmenholz ist für seine interessante und sehr charakteristische Maserung bekannt. Die drei Holzzonen können dabei sehr gut unterschieden werden. Das Farbbild und die Maserung können dadurch sehr lebhaft ausfallen.

Im Frühholz können deutlich auffallende Jahresringe zu sehen sein. Die Gefäße der Ulme sind in zahlreichen Ringen angeordnet. Im Spätholz sind die Poren sehr fein. Frühholzsporen sorgen für deutliche Streifen und eine feine oder lebhafte Fladerung. Die Fladerung kann in feinen Zacken auftreten. Holzstrahlen sind als Spiegel oftmals deutlich erkennbar.

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Ulmenholz gilt als mäßig bis kaum schwindend. Dem Holz wird ein gutes Stehvermögen zugesprochen. Fehlerhaftes Holz kann auf Wuchsstörungen, wie den Drehwuchs, zurückgeführt werden.

Die Trocknung sollte in einem Schuppen oder der Kammer sachgerecht ausgeführt werden. Das Ulmenholz lässt sich gut bis relativ anspruchsvoll trocknen. Wird es zu schnell getrocknet, kann das Ulmenholz zum Reißen sowie Werfen neigen.

  • Axiales Schwindmaß k. A.
  • Radiales Schwindmaß 0,22 %
  • Tangentiales Schwindmaß 0,43 %

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Das Ulmenholz gilt als nicht bis sehr mäßig witterungsfest. Dabei wird zwischen Splint- und Kernholz unterschieden. Das Splintholz ist nicht witterungsbeständig. Kernholz kann unter Wasser oder im Erdreich aber sehr dauerhaft sein. Unter Feuchtigkeit lässt sich Ulmenholz sehr gut biegen.

Die Qualität von Ulmenholz gilt im Allgemeinen als sehr gut. Allerdings sind Ulmen, wie schon beschrieben, durch eine aus dem östlichen Asien eingeführte Pilzerkrankung, von einem Ulmensterben bedroht. Diese Pilzerkrankung wird durch den Ulmensplintkäfer auf die Bäume übertragen. In den Niederlanden wurden gegenüber dieser Pilzerkrankung resistente Feldulmen mit gutem Erfolg gezüchtet.

Das zähe und harte Holz der Ulme lässt sich mit allen Werkzeugen mäßig gut bis sehr gut bearbeiten, wie beispielsweise Sägen, Spalten, Schälen, Messern und Weiteres. Möglicherweise können die Flächen beim Drechseln, Hobeln und Schleifen verhältnismäßig stark aufrauen. Die Oberflächenbearbeitung ergibt aber in den häufigsten Fällen sehr feine, glatte und matt-glänzende Flächen.

Da Ulmenholz nicht witterungsbeständig ist und auch sehr anfällig für einen Pilzbefall, eignet es sich besonders gut für den Außeneinsatz.
Splint- und Kernholz unterscheiden sich sehr. So lässt sich das Splintholz imprägnieren und kann bedingt im Freien verwendet werden, wie beispielsweise für Garten- oder Terrassenmöbel aus Ulmenholz. Sehr viel schwerer und nur mit hohem Aufwand, lässt sich das Kernholz von Ulmen imprägnieren.

Wusstest du schon?

Arrrgh, ist es dir auch schon passiert, dass du ein wunderschönes Stück Holz bearbeitet hast und es dir auf ein Mal in zwei Stücke zerreißt? Leider kann so etwas bei Ulmenholz geschehen. Dieses Holz war dann wahrscheinlich fehlerhaft.

Es wurde vielleicht aus einem drehwüchsigen oder spannrückigen Stamm geschlagen. Vielleicht wurde das fehlerhafte Ulmenholz auch nicht fachgerecht und zu schnell getrocknet. Achte bei der Auswahl von Ulmenholz unbedingt auf eine gute Qualität!

Fakt 6: Pflege

Ulmenholz sollte nur mit den für das Holz vorgesehenen Pflegemitteln bearbeitet werden. Es sollte nicht mit farbigen Polituren bearbeitet werden. Dan kann es bei falscher Anwendung zu Verfärbungen kommen. Bessere Pflege- und Schutzmittel für das hochwertige Ulmenholz sind entsprechende Holzwachse oder farblose Holzöle.

Möbel, Skulpturen oder andere Ziergegenstände sollten nur mit weichen und leicht feuchten Tüchern abgewischt werden. Die weichen Tücher schützen die feinen Oberflächen vor dem Verkratzen bei der Reinigung. Verschüttete Flüssigkeiten sollten sofort entfernt werden, da es sonst ebenfalls zu Verfärbungen des Holzes kommen kann.

Stärkere Verschmutzungen sollten nur in mehrmaligen Arbeitsgängen mit einem nicht scharfen Reinigungsmittel oder besser mit einem farblosen Holzöl entfernt werden. Wenn du deine Möbel, Skulpturen oder andere Gegenstände aus Ulmenholz schonend und richtig behandelst, wirst Du viele Jahre Freude an den schönen Stücken haben.

Wie bei vielen anderen Holzarten auch kann Ulmenholz mit den Jahren nachdunkeln. Oftmals nimmt es dann auch einen besonders schönen und tiefen inneren Glanz an.

Lackierte Oberflächen aus Ulmenholz können wie andere Holzoberflächen auch behandelt werden. Neigen hell lackierte Oberflächen mit den Jahren zu dunkleren Verfärbungen, können diese ohne Weiteres abgeschliffen und wieder frisch lackiert werden. Bei lackiertem Holz verliert dieses aber seine Atmungsaktivität. Diese Atmungsaktivität kann für ein gutes Raumklima sorgen und ist bei massiven Holzmöbeln, wie auch aus Ulmenholz, sehr begehrt.

Fazit

Ulmenholz ist ein wertvolles Edelgehölz. Dabei werden in den häufigsten Fällen die drei Arten: Feldulme, Bergulme und Flatterulme unterschieden. Die Preise für das Ulmenholz können je nach Qualität sehr variieren. Wer Ulmenholz kaufen möchte, sollte die möglichen unterschiedlichen Qualitäten gut miteinander vergleichen.

Aufgrund seiner guten festen und zähen Eigenschaften ist die niederländische gezüchtete Ulme ein beliebtes Material. Ulmenholz findet eine vielseitige Verwendung. Sehr beliebt aufgrund seiner charakteristischen lebhaften Maserung und schönen Farbgebung, ist Ulmenholz bei der Erstellung von massiven Möbeln oder Ziergegenständen.

Bei richtiger Pflege sind massive Möbel, Skulpturen oder Ziergegenstände aus Ulmenholz besondere Hingucker, die dir als Profi- oder Hobbyhandwerker viele Jahre lang viel Freude bereiten können.

14 Gedanken zu „Ulmenholz“

  1. Guten Tag.

    Meine Familie kaufte vor 40 Jahren ein Buffet aus Ulme. Wunderschön. Das Buffet roch immer aber es stand nicht in der Sonne und der Geruch war annehmbar. Aber in der Sonne entwickelt sich ein prägender Geruch. Wie kann ich dies beseitigen oder minimieren?

    Danke für Lösungsvorschläge.

    M. Pioton

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  2. Hallo Samuel
    Ich möchte für die neue Küche eine Holzarbeitsplatte. Welches Holz ist dafür am besten geeignet? Mir wurde Ulme empfohlen (sei wohl besser als Eiche),nach dem, was ich hier auf deiner Seite lese, sollte es aber besser doch keine Ulme sein. Könntest du als Experte eine Empfehlung abgeben, welche Holzart am besten geeignet ist? Vielen Dank, Jens

    Antworten
      • Danke für deine Antwort.Mir wurden eher die Nachteile von Eiche genannt: v.a.Flecken durch die Gerbsäure (das hat mich schon fast überzeugt).Zudem sei Ulme sehr robust und ein starkes Holz(im Vergleich zu Eiche widerlegst du das ja).Ist Eiche bezüglich der schwarzen Flecken tatsächlich so empfindlich?Ist Ulme doch unempfindlicher?
        LG

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        • Hallo Jens,

          also ich habe bei mir zu Hause ein Eichentisch, 10 Jahre alt und der ist noch wie neu (kein Flecken). Natürlich muss ich das alle 5 Jahre abschleifen und neu behandeln (Öl oder Lack – was dir halt eher zusagt). Das wird dir bei allen Holzlösungen passieren…

          Ulme… Hm, ja also das wird ja auch für Parkett genutzt. Wenn du der Empfehlung traust, dann lass es uns doch wissen ob das Ganze geklappt hat 😉

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  3. Hallo Herr Schneider,
    kann ich Ulmenholz auch als Küchenarbeitsplatte – wo Spüle und ein Herd eingebaut werden verwenden, und wenn ja wie?
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort und mit den besten Grüsse

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  4. Hallo Samuel,

    wir haben seit kurzem einen neuen Esstisch aus sehr altem Ulmenholz (laut Hersteller wiederverwendete Bohlen aus China). Die etwa 4cm starke Tischplatte ist offenbar völlig unbehandelt, was sehr schön ‚antik‘ aussieht, aber wie auch schon vorab vermutet, ist die Oberfläche natürlich sehr empfindlich gegen alles was fettig oder flüssig ist. Die seitens der Optik so schön stumpfe Platte verzeiht da nichts, weshalb wir daran gedacht haben, ein Öl oder Wachs einzusetzen. Gibt es da Möglichkeiten die Oberfläche gegen eindringende Fette etc. zu schützen ohne den ‚trockenen‘ Eindruck zu verlieren? Der Verkäufer hatte eigentlich gesagt, es sei aus Sicht des Holzes nicht nötig zu behandeln und wir denken auch, dass der Tisch gerne ‚benutzt‘ aussehen darf – es sollen aber nicht nur dort Farbveränderungen zu sehen sein wo man meist sitzt. Haben Sie einen Tip? Vielen Dank im Voraus. Viele Grüße!

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    • Hallo Uwe & Uschi,

      uh das ist eine schwierige Frage. Die meisten Oberflächen-Behandlungen werden die Farbe bzw. die Oberfläche irgendwie verändern. Ich würde am ehesten zu Wachs tendieren, aber auch da wird das Holz etwas dünkler. Testet mal ein kleines Stück an der Unterseite (wo man das nicht sieht). Vergleicht dann was euch besser gefällt.

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  5. Hallo
    Habe einen China-Schrank gekauft. Der Schrank ist aus Ulmenholz. Muss die Beine kürzen. Gibt es da ein
    Problem und mit welchem Sägeblatt muss ich arbeiten?
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüsse von

    Tamara Häfliger

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    • Hallo Tamara,

      Ulmenholz ist nicht ganz so hart wie Eichenholz, es kann aber in die Richtung gehen. Deswegen solltest du vor allem darauf achten, dass das Blatt schön scharf ist. Eine Japansäge mit einem neuen Blatt müsste dafür ausreichen. Um den Fuß kannst du noch ein Kreppband umwickeln. Damit lässt sich das sauber anreisen und die Fasern reisen nicht aus.

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