Teakholz

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Teak, oder tectona grandis ist eine Lichtbaumart aus dem tropischen Regenwald. Die jungen Bäumchen brauchen zum Wachsen volles Oberlicht, damit sie gut gedeihen und zu einem stattlichen Baum heranwachsen können. Außerdem mag der Baum es warm, idealerweise so um die 25°C. Kälte und Frost kann er gar nicht vertragen. Schon seit vielen Jahren ist dieses Tropenholz weltweit sehr gefragt und ist inzwischen auch außerhalb seiner asiatischen Heimat verbreitet.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

Generell zählt Teakholz zu den wertvollsten und ältesten Hölzern der Welt. Es stammt ursprünglich aus den Monsunwäldern Süd- und Südostasiens und wird seit über hundert Jahren gezielt kultiviert. Außer in Indonesien und Myanmar finden sich weitere Anbaugebiete in den tropischen Regionen Afrikas sowie Lateinamerikas. Unter idealen Bedingungen wächst der Teakbaum auf Plantagen relativ schnell und erreicht bereits nach 10 Jahren eine stattliche Größe von 18 Metern. Um zu seiner vollen Größe von 35 bis 40 Metern benötigt er 10 weitere Jahre.

Ein Teakbaum besitzt hohe, astfreie Stämme, das erleichtert die Verarbeitung enorm und macht das Holz so wertvoll. Die nutzbare Höhe liegt bei stolzen 25 Metern.

Wusstest du schon?

Sicher kennst du den Ausdruck „astrein“. Ursprünglich wurde er auf Holz angewandt, das frei von ausgehenden Ästen war und daher eine besonders gleichmäßige Maserung aufwies. Der Stamm des Teakbaums liefert also wortwörtich „astreines“ Holz.

Charakteristisch ist der außergewöhnlich hohe Kautschukgehalt (bis zu fünf Gewichtsprozent), der dem Holz seine starke Wasserabweisung verleiht. Dadurch wird es sehr widerstandsfähig und außerdem wetterfest. Noch dazu besitzt der Baum ein eingebautes Abwehrsystem und ist gegen Schädlinge sowie Pilze resistent.

Wusstest du schon?

Schädlinge haben beim Teakbaum kaum eine Chance, er schützt sich selbst durch seinen hohen Siliciumgehalt sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Tectol (Resistenz gegen Pilze) und Tectochinon (Resistenz gegen Insekten). Im tropischen Regenwald ist dieser Rundumschutz angesichts der vielen Angreifer auch mehr als nötig.

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: 1 (Bäume von Plantagen erreichen jedoch nur Klasse 2)
  • Rohdichte: 0.63 g/cm²
  • Druckfestigkeit: 42 – 59 N/mm²
  • Biegefestigkeit: 58 – 109 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 10 – 12 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 95 – 155 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 9.500-13.200 N/mm²

Fakt 2: Verwendung

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Teakholz ist außergewöhnlich beständig und abriebfest. Deshalb eignet es sich nicht nur für Möbel, sondern auch hervorragend als Parkett für die Terrasse – und macht dabei optisch echt was her. Sturm, Regen, Schnee oder gar Eis, egal, all das kann diesem Holz nichts anhaben. Teak verzieht sich auch unter harten Bedingungen so gut wie gar nicht. Zwar gibt es für den Innenbereich  ein großes Angebot an Teakholzmöbeln, doch dafür ist das hochwertige Holz schon fast zu schade und es findet sich sicher auch ein preiswerteres Angebot. Seinen wahren Einsatz findet dieses Holz nach wie vor draußen – Gartenmöbel aus Teak sind nicht nur durch ihre natürliche Ausstrahlung ein echter Gewinn, sie sind auch durch ihre Langlebigkeit und Stabilität eine kluge Entscheidung.

Wusstest du schon?

Durch seine hochwertigen Eigenschaften wird Teakholz besonders für den Bootsbau eingesetzt. Aufgrund seiner stumpfen Oberfläche wird ein Schiffsdeck aus Teakholz auch bei Nässe nicht rutschig.

Fakt 3: Maserung
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Das Holz ist überwiegend geradfaserig, Wechseldrehwuchs kommt selten vor. Durch die goldbraune Farbe, die je nach Art und Herkunftsgebiet in der Schattierung variiert, besitzt das Holz eine attraktive Optik. Typisch sind seine dunklen bis schwarzen Streifen, die besonders bei Teak birmanischer Herkunft auftreten.

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Teak wird der Trocknungsgruppe 6 zugeordnet, hat ein gutes Stehvermögen und schwindet sehr gering.

Axiales Schwindmaß 0,5 %
Radiales Schwindmaß 2,6 %
Tangentiales Schwindmaß 5,0 %

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Teak gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 1 und ist damit außerordentlich dauerhaft. Dies läßt sich auf seine Inhaltsstoffe wie den Kautschuk und die natürlichen Öle zurückführen. Das Kernholz ist wie bereits erwähnt gegen Schädlinge resistent und schwer entflammbar. Es ist leicht zu bearbeiten und eignet sich gut zum Drechseln und Schnitzen, sowie den Modellbau. Durch seine charakteristischen Inhaltsstoffe wie dem Kautschuk wird das Leimen und Lackieren etwas erschwert. Es ist nötig, spezielle Leime und Lacke für die Bearbeitung einzusetzen.

Wusstest du schon?

Zwar läßt sich Teakholz gut bearbeiten, jedoch werden die Werkzeuge sehr schnell stumpf. Deshalb ist es ratsam, hierfür Hartmetall zu verwenden.

Fakt 6: Pflege

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Glücklicherweise pflegt sich Teakholz durch den hohen Kautschukanteil nahezu selbst und benötigt kaum weitere Pflege. Bei Gebrauch unter freiem Himmel wird sich mit der Zeit eine charakteristische Patina bilden, die Dein Outdoor-Möbelstück sozusagen versilbert. Je nach Klima kann das schon nach wenigen Wochen der Fall sein. Jedoch ist diese Farbänderung ein natürlicher Prozess und kein Anzeichen für schlechte Qualität. Wenn Dich diese natürliche Veränderung nicht stört, hast du weiter keine Arbeit. Bei leichten Verschmutzungen reicht für die Reinigung warmes Wasser und eine Bürste, bei grobem Schmutz kannst Du auf Kernseife/grüne Seife zurückgreifen.

Falls Du aber darauf bestehst, dass Deine neuen Gartenmöbel so hübsch braun bleiben sollen, kannst du diese Farbe durch ein spezielles Teaköl aus dem Baumarkt erhalten. Zwei bis drei Anwendungen im Jahr reichen aus und die Handhabung ist simpel. Achte vor der Behandlung unbedingt darauf, dass das zu bearbeitende Möbelstück absolut sauber ist. Schließlich willst Du ja nicht den Schmutz mit dem Öl einschließen. Trage das Öl sparsam auf und verteile es einfach mit einem Haushaltsschwamm oder einem Pinsel. Achte dabei darauf, dass Du gleichmäßig arbeitest und keine Rückstände als Film auf dem Holz bleiben, sonst gibt es Flecken und Ränder. Danach reibst du alles mit einem weichen Baumwolltuch trocken.

Fleckbehandlung

Auch wenn sich bereits eine Patina gebildet hat, ist es ohne weiteres möglich, diesen wieder zu entfernen. Dazu musst Du das Möbelstück nur mit einer herkömmlichen Wurzelbürste und ein wenig Seifenlauge in Faserrichtung abschrubben. Auch Abschleifen ist eine Möglichkeit, jedoch kann das bei Möbeln mit vielen Lamellen etwas zeitaufwendig werden. Der Einsatz eines Hochdruckreinigers ist eher eine schlechte Idee, dieser würde das Holz zu sehr angreifen.

Sollte sich der eine oder andere hartnäckige Fleck auf Deinem Tisch befinden, kannst Du ihn mit feinkörnigem Schleifpapier entfernen. Dank der Qualität des Holzes bleiben Verschmutzungen immer nah an der Oberfläche und man muss nicht lange schrubben, um Flecken zu entfernen. Achte jedoch auch hier unbedingt auf den Verlauf der Maserung, damit du die Holzoberfläche nicht verkratzt. Arbeite immer entlang der Maserung und entferne den Schleifstaub gründlich, bevor Du mit Öl nachbehandelst.

Deine massiven Gartenmöbel trotzen jeder Witterung und können das ganze Jahr über draußen bleiben. Falls Du sie trotzdem mit einer Plane abdecken willst, achte darauf, dass diese nicht vollständig auf der Holzoberfläche aufliegt. Sonst zirkuliert die Luft nicht richtig und Stockflecken sind die Folge.

Risse

Eine Aufbewahrung in einem trockenen Heizungskeller ist ein Risiko, da das Holz bei geringer Luftfeuchtigkeit zu stark austrocknen kann und sich dadurch Risse auf der Oberfläche bilden. Diese Gefahr besteht auch bei außergewöhnlich großen Temperaturschwankungen, lang anhaltender Trockenheit sowie intensiver Sonneneinstrahlung. Wie bei der Patina stellen diese Risse jedoch keinen Qualitätsmangel dar und beeinflussen auch nicht die Lebensdauer. Oft verringern sie sich unter Feuchtigkeitseinfluss wieder oder verschwinden sogar ganz. Falls es sich jedoch um breitere Risse handelt, können diese einfach mit Holzkitt in der passenden Farbe wieder geschlossen werden. Reinige dazu die Spalte gründlich, trage die Masse auf und drücke sie nach unten. Danach behandle die Stelle mit Schleifpapier, um Rückstände an den Rändern zu entfernen. Der aufgescheuerte Bereich wird nun etwas heller sein als der Rest des Holzes, jedoch ändert sich das nach einer Weile wieder von selbst.

Fazit

Da es sich bei Teakholz um ein Tropenholz handelt, ist dessen Verwendung oft umstritten. Man will ja schließlich keine riesigen Flächen an Regenwald auf dem Gewissen haben, nur weil man langlebige Gartenmöbel möchte. Achte beim Kauf also darauf, dass Dein neuer Lieblingstisch das Gütesiegel des FSC (Forest Stewartship Council) trägt. So kannst Du zumindest sichergehen, dass das Holz Deiner Möbel in Plantagen angebaut und nach internationalen Standards zertifiziert wurde. Zwar wirkt sich das auf den Preis aus, aber dafür weißt Du auch sicher, dass dein Sonnenstuhl nicht aus illegalem Tropenholzeinschlag stammt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Du Deine Entscheidung für Teakholz sicherlich nicht bereuen wirst. Zwar liegt der Preis dafür im oberen Bereich, doch die lange Lebensdauer bei minimaler Pflege macht das wieder wett. Du wirst dein Leben lang Freude mit dieser Investition haben.

8 Gedanken zu „Teakholz“

  1. Guten Tag, sehr geehrtes Team,

    schöner Artikel, aber zwei Fragen hätte ich schon noch:

    zu 1.: Wusstest du schon?

    Schädlinge haben beim Teakbaum kaum keine Chance, er schützt sich selbst durch seinen hohen Siliciumgehalt sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Tectol (Resistenz gegen Pilze) und Tectochinon (Resistenz gegen Insekten).
    Soll heißen, dass Schädlinge (kaum keine) also eine recht große Chance haben, oder?

    Wie sieht es mit der Brandgefahr in Plantagen, z. B. nach Blitzschlag aus?
    Wenn der Kautschukanteil so hoch ist, dürfte auch die Brennbarkeit recht hoch einzustufen sein, oder?

    Interessiere mich für den Anbau von Teakholz als Kapitalanlage; daher meine Nachfragen.

    Mit freundlichem Gruß und Dank Vorab
    H.-P. Rabe

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    • Hallo Rabe 🙂

      danke für den Hinweis. Das sollte „kaum eine“ heißen – ist im Text korrigiert.

      Zur Brandgefahr: Naturkautschuk ist wegen seines hohen Kohlenwasserstoffgehalts leicht brennbar – das stimmt und da muss man sehr vorsichtig damit umgehen. Kautschuk gewinnt man vor allem von Hevea brasilliensis (oder auch Rubberwood genannt). Interessant wäre diesen Baum mit Teakbäumen zu vergleichen und dann einen eigenen Schluss zu ziehen. Folgende Fragen könnten hilfreich sein: Welcher Baum hat einen höheren Kautschuk Anteil? Wie hoch ist die Brandgefahr beim Rubberwood? Wie hoch ist der Niederschlag in der Gegend? Trockenzeit…?

      Viel Erfolg bei der Kapitalanlage 😉

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  2. Woran kann ich erkennen, dass es sich um Teakholz handelt. Bin ab und an auf Flohmärkten und liebe Holzaccessoir. Die Verkäufer behaupten oft das es sich um echtes Teakholz handelt um den Preis hoch zu treiben. Stimmt es das Teakholz sehr schwer ist ?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar 🙏 LG Barbara

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    • Hallo Barbara,

      ja daran kann man das messen. Das Gewicht ist neben der Maserung wirklich entscheidend. Beispiel Eiche hat eine Rohdichte von 670 kg/m³. Das ist schon sehr viel und Eiche ist schwer. Teak hat eine Rohdichte von 800 bis 900 kg/m³!! Das ist ein gutes Indiz.

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  3. Hallo.
    Wir haben Im Dänemark Urlaub zwie Teakholzhocker gekauft. Gefertigt aus einem Baumstamm weiter nicht bearbeitet.Standen immer draußen. Sollen jetzt ins Haus. Was muß ich tun?
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Mit freundlichem Gruß
    Elke Eßmann

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  4. Ich möchte eine beteiligung an teakholzplantage eingehen. Kann man das wagen bei so vielen positiven eigenschaften des teakolzes?
    Ich habe diesen artikel noch nie geschrieben!!!!

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    • Hallo Ursula,

      das kann ich nicht sagen. Das musst du selbst wissen. Was meinst du mit „Ich habe diesen Artikel noch nie geschrieben!!!!“?

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