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Kiefernholz

Kiefer im schwäbischen Wald

Kiefer im schwäbischen Wald

Kiefernholz wird aus der zweithäufigsten Waldbaumart, der Kiefer, gewonnen. In Europa wird das Holz oft für die unterschiedlichsten Bauwerke genutzt auf die ich später etwas näher eingehe.

In diesem Artikel behandle ich außerdem, welche Eigenschaften das Holz hat, wie man es am besten pflegt und worauf man beim Bearbeiten des Holzes achten sollte.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

In der Regel stammen die Kiefern (KI) aus den etwas kälteren Gegenden wie zu Beispiel aus Schweden, Norwegen, Finnland, Polen, Russland und Nordamerika. Es gibt viele unterschiedliche Kiefernarten (es soll weltweit ca. 100 Arten geben). Die bekanntesten für uns Europäer sind: die Gemeine Kiefer, die Waldkiefer, die Sandkiefer, die Weißkiefer und die Föhre. Andere Kieferarten die in Europa recht häufig gekauft werden sind die Nordische Kiefer und die Polarkier.

Wusstest du schon?
Etwa 27% der Gesamtwaldfläche in Deutschland sind Kiefern. Ganz besonders oft trifft man die Kiefer in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Also: beim Kauf könnte man auch auf heimisches Holz achten.

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: 3-4
  • Rohdichte: 300 bis 860 kg/m³
  • Druckfestigkeit liegt bei 45 bis 55 N/mm²
  • Biegefestigkeit hat folgenden Wert: 80 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 10 bis 12 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 100 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 11.000 bis 12.000 N/mm²

Kiefern können bis zu 50 Meter hoch werden. In der Regel beträgt der Durchmesser einer Kiefer 0,4 bis 1,0 Meter. Hiebholz wird nach ca. 100 bis 120 Jahren geerntet, gutes Qualitätsholz jedoch erst ab 160 Jahren.

Wusstest du schon?
Die Kiefer ist ein schnellwüchsiger Baum. Pro Jahr kann kann der Holzzuwachs einer Kiefer bis zu 7,8m³ betragen.
Eine recht astfreie Kiefer

Eine recht astfreie Kiefer

Die Krone ist sehr unregelmäßig und die Äste sind in der Regel sehr krumm. Die dicke Rinde ist stark borkig und die Nadeln sind lang und immergrün. Die Zapfen haben eine Kegelform können damit gut von Tanne oder Fichte unterschieden werden.

Das Splint- und Kernholz unterscheidet sich sehr stark voneinander. Das helle Splintholz beträgt meist 2/3 des Kieferstammes während das rotbraune Kernholz deutlich kleiner ausfällt. Die Jahresringe sind klar voneinander zu unterscheiden und ca. 3mm dick. Je nach Lage kann die Dicke der Jahresringe allerdings schwanken (zwischen 1mm und 10mm).

Frisches Kiefernholz hat übrigens einen sehr harzigen Geruch.

Fakt 2: Verwendung

Kiefernholz wird sehr vielseitig eingesetzt. Zum Beispiel als Furnier, als Spanplatten oder es wird auf dem Bau eingesetzt.

Ja, auch auf dem Bau! Als gebürtiger Schwarzwälder (Fichten und Tannen sind representativer) und gelernter Zimmerer habe ich zwar nicht so oft damit zu tun gehabt, aber Kiefernholz wird häufig sowohl im Innenausbau wie auch im Außenbereich eingesetzt. Verbaut wird das Holz im Hausbau für Dachkonstruktionen, für Holzverkleidungen, Treppen, Geländer, Skelettkonstruktionen für Wände und Decken, Fußböden, Türen, Fenster und sogar Tore.

Wusstest du schon?
Die Kiefer ist auch Grundstoff für Kolophonium, Pech und Terpentin.

Im Möbelbau wird das Holz auch sehr häufig verwendet. Ob Tische, Bettgestelle oder Regale, die Produktpalette ist sehr umfangreich und fast nicht eingeschränkt.

Hirnholzende (Tisch aus Kiefernholz)

Hirnholzende (Tisch aus Kiefernholz)

Auch die Verpackungsindustrie nutzt das Holz der Kiefer recht häufig: Kisten, Kontainer, Paletten und Fässer sind nur einige Produkte die recht häufig verwendet werden.

Das weiche Kiefernholz lässt sich ziemlich einfach bearbeiten und eignet sich sowohl zum Hobeln, Schleifen, Sägen, Bohren oder Schnitzen. Selbstverständlich ist scharfes Werkzeug eine wichtige Voraussetzung.

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Fakt 3: Maserung beim Kiefernholz

Das Holz der Kiefer hat eine feine bis mittelgrobe Maserung. Das gleichmäßige Strukturbild entsteht durch den Wechsel von Spät- und Frühholz.

Je nach Kiefernart reicht das Holz von gelblich-rot bis rot-braun. In der Regel ist frisches Kiefernholz gelb bis rotbraun und dunkelt unter Sonneneinstrahlung stark nach. Das weiß-gelbliche Splintholz setzt sich deutlich vom Kernholz ab.

Maserung von Kiefernholz

Maserung von Kiefernholz

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Kiefernholz hat einen mittleren Schwindwert. Das Axiale Schwindmaß beträgt 0,4%. Das Radiale Schwindmaß liegt bei 4,0% und das Tangentiale Schwindmaß bei 7,7%.

Kiefernholz sollte vor dem Bau richtig getrocknet werden. Je nach Einsatz muss das sogar in einer Trockenkammer passieren.

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Feuchtes Splintholz mit einem Feuchtegehalt von über 25% ist sehr anfällig für Bläue. Bläue ist nur indirekt für Veränderungen am Holz verantwortlich: Bläuepilze sind in der Lage Beschichtungen zu beschädigen, die Folgeschäden begünstigen. In der Regel verfärbt sich lediglich das Holz.

Nachteilig beim Kiefernhols sind die doch recht häufigen Harzkanäle.

Fakt 6: Pflege

Kiefernholz muss vor allem im Außenbereich gut gepflegt und regelmäßig mit Farbe geschützt werden. Im Innenbreich ist das Holz zwar nicht ganz so anfällig, aber durch regelmäßiges Ölen wertet man das Möbelstück auf jeden Fall auf. Da das Holz deutlich weicher ist (im Vergleich zur Eiche) sollte man auch auf mechanische Einflüsse aufpassen. Schläge, Kratzer oder Schnitte sind schneller erkennbar.

Fazit

Kiefernholz ist eine Holzart die sehr praktisch und günstig ist. Die Liste der Einsatzgebiete ist quasi unerschöpflich. Die Haltbarkeit ist zwar nicht so hoch wie bei einer Eiche oder einem Lapacho, aber durch regelmäßige Pflege hat man auch an diesem heimischen Holz sehr viel Freude.



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