Skip to main content

Holz lackieren und lasieren – mit und ohne Abschleifen

holz-lackieren-schleifen

Holz zu lackieren mag auf den ersten Blick keine allzu schwere Aufgabe sein. Soll die Lackierung jedoch lange halten und das Holz vor Wind, Wetter und Abnutzung schützen, sind sorgfältige Planung und Geduld gefragt. Insbesondere im Garten bestehen viele Möbel und Bauteile aus Holz und sind UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Schädlingen ausgesetzt. Eine Lackierung und eine zusätzlich schützende Lasur beugen potenziellen Schäden vor. Wir möchten Ihnen dabei helfen, die beste Technik zum Lackieren und Lasieren zu finden – mit und ohne Vorbehandlung durch abschleifen.

Anzeige

Schritt für Schritt zum perfekt lackierten Holz

Einer der meist unterschätzten Aspekte beim Lackieren und Lasieren von Holz ist die Vorbereitung des Objektes, egal, ob es ein selbstgebauter Regal aus Leimholz oder Gartensichtschutz aus rohem Holz, wie bei diesem Holzanbieter, sein soll. Die Farbe alleine füllt Kratzer, Unebenheiten oder Beulen nicht aus, sondern verstärkt oftmals deren Wirkung. Darüber hinaus sind diese Stellen meist die ersten, an denen später der „Lack ab“ ist.

Schleifen Sie das Holz mit einer Drahtbürste, Schmirgelpapier oder einem Schleifgerät ab. So werden Schmutz und Farbreste sowie kleine Dellen und Kratzer ausgebessert und die erste dünne Schicht des Holzes wird gleichmäßig abgetragen. Anschließend entfernen Sie Staubrückstände mit einem Schwamm, einem Tuch oder einer Bürste.

Sind noch immer tiefe Kratzer und Unebenheiten zu erkennen, nehmen Sie einen flexiblen Spachtel zur Hand und bessern Sie die betroffenen Stellen mit Kitt- oder Spachtelmasse aus. Denken Sie daran – umso gleichmäßiger die Oberfläche des Holzes, desto gleichmäßiger kann später lackiert und lasiert werden. Seien Sie nicht sparsam mit der Spachtelmasse. Zu viel genutzte Masse können Sie in getrocknetem Zustand abschleifen und mit einem Tuch abwischen. Schleifen Sie, wenn nötig, nochmals großflächig um die ausgebesserten Stellen herum ab.

Soll ein Objekt nicht einfarbig oder Teile des Holzes gar nicht bearbeitet werden, ist es sinnvoll, diese Stellen mit Klebeband abzukleben. Soll das Holz in verschiedenen Farben lackiert werden hat das Abkleben erst nach dem Grundieren Sinn.

Um die Vorbereitung des Holzes auf das Lackieren abzuschließen, wird eine oder optimalerweise mehrere Lagen Grundierung auf das Holz aufgetragen. Umso mehr Grundierungsschichten Sie auftragen, desto besser haftet der Lack später am Holz. Jedoch müssen Sie darauf achten, die Lagen nicht zu schnell nacheinander aufzutragen. Erst wenn die vorherige Schicht vollständig getrocknet ist, lassen sich Bläschen und Streifen verhindern, die später das Endresultat beeinträchtigen.

Tipp: Nutzen Sie eine graue Grundierung für dunkle Anstriche und eine weiße für helle Anstriche.

Der Anstrich – mit Geduld lackieren

Wenn Sie die Grundierung abgeschlossen und die Holzoberfläche gleichmäßig und sauber präpariert haben, kommen wir zum eigentlichen Teil, dem Lackieren.

Professionelle Unternehmen nutzen häufig wasserbasierte Acryl-Farben, da diese schnell trocknen und weniger umweltschädlich sind als die Alternative auf Öl-Basis. Letztlich kommt es beim Lackieren jedoch auf die persönlichen Vorlieben an. Ölfarben eignen sich unter anderem für häufig beanspruchte Objekte und bieten ein einheitlicheres Streichergebnis mit einer längeren Trocknungs- und Wartezeit.

Ist die passende Farbe gefunden beginnt der Voranstrich. Der Pinsel wird zu einem Drittel in die ausgewählte Farbe eingetaucht und vorsichtig an der Innenseite des Farbeimers abgeklopft, sodass nicht zu viel Farbe in die Bürste des Pinsels und somit auf eine Stelle des Holzes gelangt.

Beginnen Sie nun das Holz abschnittsweise von oben nach unten zu lackieren – bis es vollständig eingefärbt ist. Sobald ein Abschnitt lackiert ist, sollte dieser vollständig trocknen ehe der Zwischen- und schließlich der Schlussanstrich erfolgen. Mit einem sauberen, nicht zuvor in Farbe getränkten Pinsel, können ungleichmäßige Stellen sowie Kanten ausgebessert werden, solange die Farbe noch feucht genug ist.

Reicht die Ausbesserung mit einem Pinsel nicht aus, schleifen Sie die betroffenen Stellen großflächig aber vorsichtig mit sehr feinem Sandpapier ab. Dies empfiehlt sich ebenfalls bevor die letzte Schicht der Lackierung aufgetragen wird. Dank der leicht angerauten Oberfläche ermöglicht man der Farbe einen besseren Halt und eine gleichmäßigere Trocknung. Außerdem beugt man so der Bildung sogenannter Farbnasen und Macken vor.

Lackierung versiegeln oder Schutzschicht auftragen

Viele Farben enthalten Schutzmittel, die die Farbe und das Holz gegen Witterung und Abrieb schützen. Das bedeutet, dass eine Versiegelung der getrockneten und lackierten Holzoberflächen nicht immer notwendig ist. Im Gegenteil: manche Acryllacke müssen „atmen“ und eine Versiegelung hat negative Auswirkungen auf die Beständigkeit der Farbe. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei einem Fachhändler oder lesen Sie sich die Gebrauchshinweise auf dem Farbbehälter genau durch.

Entscheiden Sie sich für eine Versiegelung oder einen Decklack, schleifen Sie das lackierte Holz mit einem feinen Sandpapier ab und entfernen Sie Staub und Farbreste vom Objekt. Der Vorgang sollte keinen sichtbaren Effekt auf die Farbsättigung oder Gleichmäßigkeit der Lackierung haben.

Der Decklack oder Versiegler ist meistens dünnflüssiger als der Farblack. Darum bietet es sich an, Flächen, die nicht mehr bearbeitet werden sollen, mit Klebeband abzudecken, damit dort keine Unregelmäßigkeiten entstehen können. Je nach Versiegler oder Decklack sollten zwei bis drei Schichten aufgetragen werden, um den Schutz zu maximieren.

Maximaler Schutz ohne Farbe – das Holz lasieren

Holzoberflächen im Freien sollen häufig das natürliche Holz-Aussehen behalten. Ein effektiver Schutz vor schlechter Witterung ist daher sehr wichtig. In diesen Fällen hilft es, das Holz zu lasieren. Ein Beispiel vom lasierten

Die Lasur unterscheidet sich von der Lackierung dadurch, dass ein Lack primär das Holz bedeckt, eine Lasur hingegen auch in das Holz eindringt und es von innen heraus schützt.

Im Wesentlichen unterscheidet sich die Vorbereitung des Holzes nicht von der der Lackierung. Die zu lasierenden Oberflächen werden zuerst gründlich von Schmutz und Unregelmäßigkeiten befreit, ehe mit dem ersten Lasurüberzug begonnen wird. Ist die erste Schicht getrocknet und mit Sandpapier abgeschliffen folgt der zweite Überzug. In Richtung der Maserung des Holzes gestrichen sorgt die Lasur für ein gleichmäßiges Glanzergebnis und flächendeckenden Schutz. Je nach Zufriedenheit mit dem Resultat oder der gewünschten Stärke des Schutzes sollte das Lasieren mehrfach wiederholt werden.

Guter Holzschutz ohne Abschleifen

Die Zeit ist knapp und es steht kein Schleifgerät zur Verfügung? Holz kann trotzdem lackiert und lasiert werden, wenn auch mit möglichen Abstrichen, was das Endergebnis angeht. In jedem Fall sollten Sie das Holz so gut wie möglich säubern. Terpentin oder Nitroglyzerin sind gute Mittel um fettige Rückstände, Farbreste oder groben Schmutz vom Holz zu lösen. Ein trockenes Tuch nimmt die gröbsten Rückstände der Flüssigkeit auf, jedoch sollten Sie erst fortfahren, wenn das Holz vollständig getrocknet ist. Verzichten Sie beim Lackieren auf das Abschleifen der obersten Schicht, ist eine Behandlung der Oberfläche mit sogenanntem Haftgrund oder Vorlack unumgänglich. Durch diese Hilfsmittel haftet der Lack besser am Holz. Eine einzelne Schicht Haftgrund oder Vorlack genügt – mehrere Schichten sind nicht notwendig.

Bei einer Lasur ohne Abschleifen reicht eine gründliche Säuberung aus – nach dem Trocknen, können Sie mit dem Auftragen der durchsichtigen Lasur auf das Holz beginnen.

Anzeige

Kommentare

Jonas 20. Mai 2017 um 1:11

Besten Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Artikel. Als Hobbyhandwerker kenne ich mich zwar relativ gut aus, aber ich konnte mir trotzdem einiges aus diesem Artikel mitnehmen. Das ist gut, denn ich arbeite auch liebend gerne mit Holz. Vor einiger Zeit habe ich ein Schaukelgerüst für meine Kinder aus Akazienholz gebaut, so wie auch viele andere Spielsachen für meine Kinder. Das war nicht gerade günstig, sieht aber dafür jetzt, wo die Schaukel steht, wirklich hervorragend aus und ist hoffentlich etwas langlebiger als das Holz, aus dem die ursprüngliche Holzschaukel war. Diese war nämlich aus Lärchenholz gefertigt!

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Handwerker-Blog. 🙂

Herzliche Grüße,
Jonas

Antworten

Samuel Schneider 5. Juni 2017 um 16:34

Hallo Jonas,

danke für deinen Kommentar, das freut mich.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

BAUBEAVER FOOTER