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Douglasienholz

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Douglasien (Klicke um zu vergrößern)

Die Douglasie ist ein Nadelgehölz. Die Pflanzengattung wird als Pseudotsuga bezeichnet. Die „Gewöhnliche Douglasie“, auch als Küstendouglasie oder „Grüne Douglasie“ bezeichnet, trägt den Namen Pseudotsuga menziesii in der Fachsprache. Sie wurde aus Nordamerika in Europa eingeführt und hier in weiten Teilen angebaut. In ihrer nordamerikanischen Heimat wird die Douglasie als Oregon pine bezeichnet und ist in Deutschland auch unter den Bezeichnungen Douglaskiefer, Douglasfichte oder Douglastanne bekannt. Aufgrund der guten Eigenschaften ist Douglasienholz für viele unterschiedliche Verwendungen hervorragend geeignet und sehr beliebt.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

Die Douglasie bevorzugt Böden, die gut durchlüftet und reichhaltig an Nährstoffen sowie ausreichend Wasser versorgt sind. Sie benötigt tiefgründige Böden und kann von daher in Gebirgslagen nicht gedeihen. Ihr heimisches Vorkommen ist ein riesiges Gebiet im westlichen Nordamerika, das sich von der Mitte British Columbias bis nach Mexiko erstreckt. Die „Gewöhnliche Douglasie“ oder auch Küstendouglasie (Pseudotsuga menziesii) ist von Kanada bis Kalifornien auf einer Strecke zu finden. Über die gesamte Strecke von British Columbia bis nach Mexiko – fast 4500 Kilometer – ist die sogenannte „Graue Douglasie“ oder auch „Inland Douglasie“ (Pseudotsuga menziesii var. glauca)
zu finden. Eine weitere Art, die in Kalifornien beheimatet ist, wird als „Großzapfige Douglasie“(Pseudotsuga macrocarpa) bezeichnet. Dies Douglasie ist häufig auch als angepflanzter Baum in Parkanlagen vorzufinden.

Wusstest du schon?
Den Namen Douglasie verdankt der Nadelbaum einem schottischen Pflanzensammler. David Douglas (1799-1834) brachte die Pflanze im Jahr 1827 nach England. Er hatte drei Reisen in den Westen Nordamerikas und eine Reise nach Hawaii unternommen. Auf Hawaii kam David Douglas bei einem unglücklichen Sturz in eine Grube mit nur 35 Jahren ums Leben.

Als immergrüner Baum erreicht die Douglasie Höhen bis über 100 Meter. In Europa liegt ihre Wuchshöhe bei ungefähr 60 Metern. Die höchste Douglasie ist in Kalifornien als Küstenmammutbaum mit einer Höhe von 116 Metern zu finden. Der Stamm kann einen Durchmesser von 80 cm bis zu 2 Meter erreichen. Bei den Mammutdouglasien kann der Stamm in Bodennähe sogar bis zu 4 Meter Durchmesser betragen. Die Douglasie ist eine schnell wachsende Pflanze und kann bis zu 400 Jahre Höchstalter erreichen. Einige Arten auch deutlich mehr, sogar bis zu einem Höchstalter über 1400 Jahre. Das Wurzelsystem der Douglasie ist herzförmig und benötigt mindestens mittel- bis sehr tiefgründige Böden. Die Krone ist häufig schlank und kegelförmig ausgebildet. Die Stämme sind geradlinige Schäfte und können bis auf ungefähr 25 Meter astfrei sein.

Wusstest du schon?
Der höchste Baum in Deutschland ist eine Douglasie mit einer Höhe von 63,33 Meter. Sie steht im Stadtwald von Freiburg im Breisgau. Im bayrischen Forstbetrieb Heigenbrücken ist eine ungefähr 62 Meter hohe Douglasie zu finden.

Weitere wissenswerte Einzelheiten findest Du zum Beispiel hier: http://www.wood-database.com/douglas-fir/

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: 3 (für die Oregon Pine wird auch eine Dauerhaftigkeitsklasse von 3 bis 4 angegeben)
  • Rohdichte: 506 kg/m³
  • Druckfestigkeit: 46 – 53 N/mm²
  • Biegefestigkeit: 80 – 99 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 7,0 – 8,5 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 82 – 105 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 12.000 N/mm²

Fakt 2: Verwendung

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Eine neu Bank aus Douglasie und ausgebleichtes Douglasienholz als Terassenboden. (Klicke um zu vergrößern)

Das Douglasienholz ist ein hartes und abriebfestes Holz. Hierdurch findet das Douglasienholz in erster Linie Verwendung in verschiedenen Baubereichen. Es wird oftmals in Bereichen eingesetzt, in denen tragende Konstruktionen erstellt werden, wie beispielsweise bei Dachkonstruktionen, Brückenbauten, Eisenbahnschwellen, im Schiffsbau und vieles andere mehr. Es wird als Rundholz oder in Balkenform für den Bau von Blockhäusern gern verwendet. Im Häuserbau wird es gern für Konstruktionen, Fenster, Türen, Treppen, Fußböden und Weiteres verwendet. Aber auch in der Produktion von Profilbrettern, Sperrholz und in der Zellstoffindustrie findet das Douglasienholz seine Verwendung. In Deutschland ist es aber auch sehr beliebt geworden, durch seine Verwendung von Profi- und Hobbyhandwerkern beim Bau von Terrassendielen, Carports, Gartenhäusern und vieles Andere. Im Möbelbau wird es aufgrund seiner prägnanten Maserung auch für Furniere gern genutzt.

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Fakt 3: Maserung

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Die Maserung der Douglasie (Klicke um zu vergrößern)

Die Douglasie ist ein Kernholzbaum. Das Kernholz des Douglasienholz besitzt eine helle gelblich-braune bis rötlich-braune Färbung. Das Splintholz ist ungefähr 3 cm bis 6 cm breit. Der Splint besitzt eine weißlich bis gelblich-graue Färbung. Bei Licht kann das rötliche Kernholz noch deutlich sichtbar nachdunkeln. Douglasienholz besitzt keine deutlich sichtbaren Poren. Es ist ein weiches, aber zähes Holz. Die Struktur ist recht gleichmäßig. Helles Frühholz wechselt sich in engen Streifen mit dem dunkleren Spätholz ab. Dieses Strukturbild wird auch als dem Lärchenholz ähnlich beschrieben. Douglasienholz mit feinen Jahresringbreiten von ungefähr 1 mm und schmalen Spätholzbereichen verfügt über ein helles Erscheinungsbild. Es wird auch Yellow Fir genannt. Red Fir ist eine dunklere und strukturell gröbere Variante des Douglasienholz. Kleine Harzkanäle können sichtbar sein. Im Längsschnitt kann sich eine sehr schöne und lebhafte Fladerzeichnung ergeben. Feine Holzstrahlen, die im Spiegel sichtbar sind, können die interessante Maserung des Douglasienholz zusätzlich anreichern.

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Douglasienholz gilt als mäßig schwindend und verfügt über ein hervorragendes Stehvermögen. Es ist sehr zäh, dabei aber weich und lässt sich sehr gut bearbeiten, wie beispielsweise Spalten oder Sägen. Allerdings ist ein späterer Austritt von Harz möglich. Die Trocknung verläuft in der Kammer in den meisten Fällen ohne Schwierigkeiten. Es sollte langsam und mit Sorgfalt getrocknet werden, um einen starken Harzaustritt zu vermeiden. Das eher grobfaserige Holz ist zwar witterungsbeständig und dauerhaft. Da es aber nur eine mäßige Beständigkeit gegenüber einem Pilzbefall besitzt, sollte es trocken gelagert werden. Bei Feuchtigkeit oder in Verbindung mit eisenhaltigen Metallen kann eine bläuliche Verfärbung auftreten, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pilzbefall aufweisen kann.

  • Axiales Schwindmaß k. A.
  • Radiales Schwindmaß 0,15 %
  • Tangentiales Schwindmaß 0,27 %

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Die Dauerhaftigkeit des Douglasienholzes wird mit der Dauerhaftigkeitsklasse 3 angegeben. Bei einigen anderen Arten, wie der Oregon Pine auch mit der Dauerhaftigkeit 3 bis 4. Dadurch ist die Dauerhaftigkeit des Douglasienholzes mäßig bis gut. Es gilt als witterungsfest, kann aber von Pilzen befallen werden. Gegen den Pilzbefall benötigt das Holz im Freien einen entsprechenden Schutz. Die guten Eigenschaften des Douglasienholzes lassen es aber für viele unterschiedliche Verwendungen sehr gut einsetzbar sein. Es kann sehr leicht verarbeitet werden, wie beispielsweise Sägen, Spalten, Messern, Schälen und Weiteres. Allerdings können Verharzungen auftreten und die Werkzeuge entsprechend verschmutzen. Die schöne rötliche Tönung des sogenannten Red Fir lässt das Douglasienholz auch für Messerfurniere und den Möbelbau interessant werden. Bei Kontakt mit eisenhaltigen Materialien, wie beispielsweise Schrauben oder Nägeln können jedoch bläuliche Verfärbung auftreten.

Wusstest du schon?
Das Douglasienholz der europäischen Douglasie Arten ist weicher, als das der im Nordwesten Amerikas heimischen Arten. Auch aufgrund der Ähnlichkeit wird es oftmals mit der Kiefer oder Lärche verglichen. Da es sich sehr gut bearbeiten lässt, und eine höhere Dauerhaftigkeit aufweist als andere Holzarten, ist es eine auch bei Hobby-Handwerkern sehr beliebt geworden.

Fakt 6: Pflege

Douglasienholz ist recht pflegeleicht. Wird es im Freien verwendet, kann es zu grauen Verfärbungen kommen. Das Holz ist zwar witterungsfest, sollte dann aber nicht unbehandelt verbleiben, sondern mit entsprechenden Holzschutzlasuren zum Imprägnieren behandelt werden. Diese Imprägnierung im Außenbereich, beispielsweise bei Terrassendielen oder Gartenbauten sollte in regelmäßigen Abständen, wie beispielsweise einmal im Jahr oder spätestens alle zwei Jahre wiederholt werden. Im Innenbereich empfehlen sich spezielle Holzwachse oder Mattierungen. Auch die Behandlung des Douglasienholz mit Klarlacken ist möglich. Das Holz sollte wie auch viele andere Holzarten mit einem leicht feuchten Tuch von Staub oder Verschmutzungen gereinigt werden. Das Tuch sollte aus einem fein gewebten und weichen Material bestehen, da das Holz recht weich ist. So kann verhindert werden, dass die Oberflächen aus Douglasienholz nicht mit Kratzern oder Schlieren beschädigt werden, die aus der Reibung entstehen könnten.

Fazit

Aufgrund seiner guten beständigen Fähigkeiten wird es bevorzugt für tragende Konstruktionen eingesetzt, wie beispielsweise für Dachstühle, im Brückenbau, Holzhausbau, Schiffsbau und vieles Andere. Immer mehr Profi- und Heimhandwerker haben das schöne Douglasienholz für sich entdeckt, so findet es verstärkt auch Verwendung als Terrassendielen oder den Bau von Carports und Gartenhäusern. Auch im Möbelbau wird Douglasienholz aufgrund seiner schönen Maserung für Messerfurniere verwendet.



Kommentare

R.Bay 12. März 2018 um 18:07

Ein interessanter Artikel. Dennoch wundere ich mich über die widersprüchliche Bewertung von Douglasienholz im Web. Das geht von nicht besonders haltbar bis gut haltbar. Ich frage mich auch, wenn ich eine Terrasse natürlich vergrauen lassen will, dann behandele ich sie aber nicht. Das führt dann wiederum angeblich zu Pilzbefall. Wenn ich sie aber behandele, dann geht dass doch auch nur von oben. Was ist dann mit der Unterseite? Was auch keiner beantwortet: Wie erkenne ich eigentlich unterschiedliche Douglasiequalitäten? Gibt es hier Qualitätsstufen ( 1, 2, 3 z.B.) Der Preis ist aus meiner Sicht nur bedingt aussagekräftig.

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Samuel Schneider 12. März 2018 um 19:54

Hi,

gute Hinweise und Fragen. Zur Qualität: ich denke das man das auf jeden Fall von den Jahresringen ablesen kann. Wie bei allen Hölzern: je kleiner desto besser. Außerdem sind stehende Ringe wesentlich widerstandsfähiger. Wir haben einige Terassenböden gemacht und bisher keine Reklamen gehabt. Außer der Harz und das verkrauen. Aber das ist halt Holz… Und das mit dem behandeln – hm das höre ich zum ersten mal.

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