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Brunnenbau in Eigenregie – Das solltest du dabei beachten

Ein Gastartikel von Alexander Noack:

Den Heimwerker erfüllt die Tatsache mit Stolz, so viele Projekte wie möglich mit den eigenen Händen realisiert zu haben. Das ist zum Beispiel besonders dann der Fall, wenn es die Wasserversorgung des eigenen Grundstückes betrifft. Denn der dafür benötigte Brunnen und dessen Bau können aufgrund der Komplexität des Themas ohne Übertreibung als hohe Schule des Heimwerkens bezeichnen werden. Solltest du dich trotz des hohen Schwierigkeitsgrads der Herausforderung des Brunnenbaus stellen wollen, sind einige Dinge zu beachten, die im Folgenden näher erläutert werden.

Vorbereitung: Wasserbedarf, Grundwasserstand und Bodenbeschaffenheit ermitteln

Bevor du dich arglos an die Arbeit machst, müssen diverse Vorbereitungen erfolgt sein. Zunächst solltest du dir darüber im Klaren sein, wofür du den Brunnen verwenden möchtest und welche Wassermenge du benötigst. Sollen nur ein paar Quadratmeter Gemüsebeete im Garten gegossen werden oder benötigen größere Rasenflächen im Sommer tägliche Bewässerung?

Auch solltest du dich so gut wie möglich über den Grundwasserstand und den Aufbau des Erdreiches unter deinem Grundstück informieren. Anlaufpunkt dafür sind vor allem Nachbarn, die bereits einen Brunnen gebohrt haben bzw. haben bohren lassen. Auch örtliche Behörden bieten hierzu Informationen und sollten zudem danach befragt werden, ob einen Genehmigung für den Brunnenbau benötigt wird.

Rammbrunnen sind die bevorzugte Eigenbauvariante

Von den Faktoren Wasserbedarf, Grundwasserstand und Bodenbeschaffenheit hängen die Wahl der Brunnenart und somit auch dein weiteres Vorgehen ab. Die häufigsten und für den Privatgebrauch sinnvollsten Brunnenarten sind Rammbrunnen und Bohrbrunnen. Letztere können je nach Bauweise entweder mit Hauswasserwerk oder Tiefbrunnenpumpe betrieben werden.

Um es kurz zu machen: Für den Eigenbau sind Rammbrunnen die zu bevorzugende Brunnenart. Denn einen Rammbrunnen kannst du leicht selber bohren. Hierzu wird ein Metallrohr in den Boden getrieben. Am unteren Ende des Rohres befindet sich der Rammfilter, durch welchen später das Wasser in das Rohr gelangt und gefördert werden kann. Die Rammspitze bildet den unteren Abschluss und erleichtert das in den Boden schlagen.

Der Wasserbedarf sollte bei der Wahl eines Rammbrunnens eher gering sein, man spricht hier von ca. 900 Liter pro Stunde und Filter bevor es durch zu intensive Nutzung zu einer Verkürzung der Lebensdauer auf wenige Jahre kommt. Daher solltest du ein Rammbrunnen auch nur mit einer Schwengelpumpe betreiben. Bei der Nutzung mit Hauswasserwerk bestünde noch die Möglichkeit die Fördermenge mittels Hahn zu drosseln. Inwiefern das für die Lebensdauer der Pumpe förderlich ist, sei dahingestellt.

Der Grundwasserstand ist für die Wahl des Brunnens entscheidend, da ab ca. 7 Meter die Wasserentnahme mittels Schwengelpumpe und Hauswasserwerk aus physikalischen Gründen nicht mehr möglich ist. Ein tieferer Grundwasserstand ist also ein K.O.-Kriterium für einen Rammbrunnen und einen Bohrbrunnen, der für den Betrieb mit Hauswasserwerk ausgelegt ist.

Die möglichst genaue Kenntnis über das Erdreich ist ein ebenso wichtiger Faktor. Denn ein Nachteil des Rammbrunnen ist es, dass du beim Bohren bzw. Rammen keinen Anhaltspunkt dafür hast, in welcher Erdschicht du dich gerade befindest. Diese sollte möglichst grobkörnig und somit auch ergiebig sein. Unter diesen Umständen könntest du auch ein Hauswasserwerk zur Wasserförderung verwenden. Bedenke, dass es dabei trotzdem zu einer Lebensdauerverkürzung kommen wird. Ist das Erdreich sehr feinkörnig oder gar lehmig, musst du in jedem Fall damit rechnen, dass sich der Rammfilter in relativ kurzer Zeit zusetzt. Es gibt Berichte in Foren, nach denen ein Rammbrunnen unter diesen Voraussetzungen bereits nach einer Saison nicht mehr nutzbar war. Weitere Informationen zum Thema Brunnen bohren sowie eine Brunnenbauanleitung für Rammbrunnen findest du auf brunnen-bohren.info.

Bohrbrunnen sollten lieber vom Profi gebaut werden

Bohrbrunnen haben hingegen den Vorteil, dass man sie für den Betrieb mit Tiefbrunnenpumpe bauen kann, womit ein tiefer Grundwasserstand kein Problem ist. Auch können mit solchen Brunnen deutlich höhere Wassermengen gefördert werden, egal ob mit Hauswasserwerk oder Tiefbrunnenpumpe betrieben. Zudem sieht man aufgrund der Bohrmethode auch, in welchem Erdreich man sich befindet. Ist ein solcher Brunnen professionell gebohrt, kann er mehrere Jahrzehnte halten. Allerdings sind sie dadurch für den Eigenbau eher weniger geeignet. Dennoch gibt es im Netz diverse Anleitungen und Beispiele die belegen, dass es auch ohne Profi möglich ist, einen Bohrbrunnen zu bauen. Es sei allerdings auf mögliche Komplikationen beim Bohren hingewiesen wie z.B. große Steine, dicke Lehm- oder Kohleschichten im Erdreich.

Derartige Komplikationen sind so vielfältig und teils unberechenbar wie die speziellen örtlichen Bodenverhältnisse. Ein schneller Blick in einschlägige Brunnenbau-Foren genügt, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie komplex derartige Probleme beim Eigenbau eines Brunnens sein können. Nicht selten ist die Lösung dieser Probleme aus der Ferne und aufgrund fehlenden Spezialmaterials aussichtslos.

Fazit

Einen Rammbrunnen kannst du gut selber bohren. Auch die Kosten hierfür bewegen sich im unteren dreistelligen Bereich. Wenn es beim Bau eines Rammbrunnens zu einem Fehlschlag kommt – mit dem auch im professionellen Brunnenbau stets zu rechnen ist – lässt es sich gut verkraften und du kannst mit deinem Material an anderer Stelle einen neuen Versuch wagen.

An Bohrbrunnen jeglicher Ausführung solltest du dich als Heimwerker wenn überhaupt nur heranwagen, wenn du entweder selber Erfahrung mit der Materie hast oder aber jemanden kennst, der ein solches Projekt bereits erfolgreich abgeschlossen hat.



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