8 Bauweisen – welcher Haustyp passt zu dir?

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Vor dem Hausbau gibt es so einiges zu entscheiden. Eine der wichtigsten Entscheidungen ist das Festlegen der Bauweise.

Die Bauweise beschreibt die Art und Anordnung der Konstruktions- und Bauelemente. Die Auswahl an Bauweisen ist mittlerweile enorm.

Welche Bauweise die Beste ist, hängt von den individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Bauherrn ab.

In diesem Artikel zeige ich dir 8 Bauweisen mit ihren vor und Nachteilen.

Das Massivhaus

Stein auf Stein – massiv und langlebig. Das ist das Massivhaus.

Früher wie heute ist diese Bauweise in Deutschland sehr beliebt. Was zeichnet das Massivhaus aus und wie wird es gebaut?

Normalerweise wird das komplette Haus vor Ort errichtet. Erstellt werden Massivhäuser aus Beton, Mauerwerk, Stahlbeton oder auch Spannbeton.

Die eingesetzten Baustoffe sind: Kalksandstein, Ziegel und Beton (Leicht-, Poren-, und Blähbeton). Alle dies Materialien sind für das Klima in Deutschland gut geeignet.

Durch diese Materialien und die hohe Wandstärke ist bei guter Verarbeitung ein excellenter Schallschutz gewährleistet. Auch Temperaturunterschiede werden im Haus weit weniger wahrgenommen als in anderen Bauweisen.

Massivhäuser sind sehr langlebig und das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Es ist auch möglich viel in Eigenleistung zu machen.

Außerdem sind sie sehr wertbeständig.

Was bedeutet das?

Der Wiederverkaufswert von solchen Gebäuden ist sehr hoch. Teilweise sogar noch höher als beim Kauf.

Mittlerweile werden Massivhäuser auch schon als Fertighäuser ausgeführt. Dabei werden komplette Betonwände vorgefertigt und vor Ort nur noch zusammengebaut. Der Unterschied ist meist nur, dass die Bauteile eines Massivhauses um einiges schwerer sind.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • sehr langlebig
  • sehr wertbeständig
  • guter Schallschutz
  • guter Temperaturausgleich
  • gutes Preis- Leistungsverhältnis

Das Fertighaus

Das genaue Gegenteil des Massivhauses ist eigentlich das Fertighaus.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Bauweisen wird aber immer geringer.

Wirklich definieren kann man den Begriff Fertighaus eigentlich nicht. Denn ist hängt natürlich vom Vorfertigungsgrad ab wie „fertig“ ein Haus auf der Baustelle ankommt.

Beim Massivhaus kommen oft im Nachhinein noch versteckte Kosten dazu. Bei einem Fertighaus werden die Kosten vom Bauunternehmen im Vorhinein gut kalkuliert. Der Hausherr bekommt einen verbindlichen Fixpreis vorgelegt mit dem er rechnen kann.

Zusätzlich zu dem festgelegten Preis wird meist eine Garantie für das komplette Bauwerk gegeben. Das ermöglicht es das Haus jahrelang ohne weitere Kosten zu nutzen.

für potenzielle Käufer von Fertighäusern warten außerdem Fertighausparks oder Musterhausparks. Dabei handelt es sich um ganze Wohnviertel, die nur aufgebaut wurden, damit Kunden sich die Häuser besser vorstellen können.

So ist es möglich das gewünschte Haus schon einmal in Lebensgröße zu besichtigen.

Wie  oben erwähnt werden mittlerweile die Vorteile des Fertigbaus mit denen der Massivbauweise kombiniert.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • kurze Bauzeit durch Vorfertigung
  • Fixpreisgarantie
  • Garantie auf das Bauwerk
  • Musterhausparks

Das Haus in Leichtbauweise

Die Leichtbauweise wird immer beliebter. Momentan liegt der Marktanteil bei ca. 15% (laut Bundesverband Deutscher Fertigbau). Die Tendenz ist allerdings steigend.

Warum?

Auch die Leichtbauweise hat viele Vorteile zu bieten. Wie wird ein solches Haus gebaut, und was sind die Vorteile?

Häuser in Leichtbauweise werden meist als tragende Holz-Ständerkonstruktion ausgeführt. Diese wird dann gut gedämmt und im Innenraum mit Gipsplatten versehen.

Daher weisen Leichtbauweisen meist eine gute Dämmung auf. Das wiederum ermöglich die Einsparung von Energie und Heizkosten.

Erstellt werden diese Gebäude fast immer in der Fertigbauweise. Durch die Vorfertigung kann solch ein Haus in kurzer Zeit aufgestellt werden.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • schnelle Bauzeiten durch Vorfertigung
  • geringe Wanddicken
  • gute Dämmung

Das Energiesparhaus oder Ökohaus

Das Einsparen von Energie wird immer wichtiger. Die hohen Preise für Heizmittel haben zur Folge, dass immer mehr Hausbesitzer auf eine gut Dämmung Wert legen.

Teilweise ist die Einsparung von Energie in Deutschland sogar vorgeschrieben. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt beispielsweise einen Wärmeschutz der Gebäudehülle und eine Deckendämmung vor.

Energiesparhäuser sind in dieser Hinsicht die Vorreiter.

Bei dieser Bauweise wird die Wärme sogar durch Wärmerückgewinnung und automatische Lüftungsanlagen im Haus gehalten und sozusagen wiederverwendet.

Durch Solaranlagen wird Energie direkt am Haus produziert.

Durch das Einsparen von Energie wird natürlich gleichzeitig auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet.

Möglich ist auch ein Energiepsparhaus als Ökohaus zu bauen. Das bedeutet, dass hauptsächlich nachwachsende Materialien wie Holz beim Bau genutzt werden. So kann bei Hausbau noch mehr für die Natur getan werden.

Es gibt verschiedene Arten von Energiesparhäusern hier die wichtigsten:

Das Passivhaus oder Nullenergiehaus

Durch die moderne Technologie ist es mittlerweile möglich Passivhäuser zu bauen.

Was bedeutet das?

Bleibt von der am Haus erzeugten Energie sogar noch etwas übrig, nennt sich solch ein Haus Plusenergiehaus.

Ein Passivhaus bezieht seine Energie aus der Sonnenwärme und aus Wärme die Personen oder Geräte abstrahlen.

Reicht diese Wärme aus um das Haus warmzuhalten?

Ja. Denn das Passivhaus ist so gut wie luftdicht und mit einer besonderen Lüftungsanlage ausgerüstet. Dabei wird die Abluft zwar aus dem Haus geleitet, die Wärme aber zurückgeführt.

Das KfW-Effizienzhaus

KfW bedeutet „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Was hat das mit unseren Bauweisen zu tun?

Häuser mit einem geringeren Energieverbrauch als der Standard vorschreibt werden von dieser Kreditanstalt unterstützt.

Unterschieden wird in folgende Effizienzhaus-Standards:

  • KfW- Effizienzhaus 70 (seit 2016 Standard)
  • KfW- Effizienzhaus 55
  • KfW- Effizienzhaus 40
  • KfW- Effizienzhaus 40 plus

Die Zahl gibt an, wieviel Energie das Haus im Vergleich zum vorgeschriebenen Energieverbrauch benötigt.

Bei einem KfW- Effizienzhaus 55 beträgt beispielsweise der Bedarf an Energie pro Jahr nur 55 % des vorgeschriebenen Standards. 45% Energie wird eingespart.

Das Sonnenhaus

Bewohner eines Sonnenhauses verlassen sich größtenteils auf die Heizkraft der Sonne.

Die Sonne scheint aber nicht immer!

Genau das ist der Trick des Sonnenhauses. Es kann durch Solarzellen erzeugte Energie speichern. Dazu sind noch nicht einmal elektrische Akkus nötig.

Das Sonnenhaus speichert die Wärme in einem großen Wassertank. Dieser wird im Haus aufgestellt. Meist steht der Tank im Keller, erstreckt sich aber über alle Stockwerke.

Zusätzlich haben eigentlich alle Sonnenhäuser noch eine alternative Heizmöglichkeit, wie beispielsweise einen Kamin.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • Energie- und Kosteneinsparung
  • Energiegewinnung
  • Naturschutz

Das Architektenhaus

Ich baue ja nur einmal!

Genau deshalb entscheiden sich laut einer Umfrage 37% der Befragten für ein Haus das direkt vom Architekten geplant und ausgeführt wurde.

Bei dieser Bauweise ist es möglich die eigene Kreativität voll auszuleben. Ein Haus, komplett nach den eigenen Vorstellungen.

Die Möglichkeiten sind hier eigentlich nur durch das eigene Budget begrenzt. Deshalb ist es bei dieser Bauweise nötig, dass du selbst weißt was du willst.

Die Kosten für ein Architektenhaus sind um einiges höher als bei einem Standardhaus.

Architekten berechnen ein Honorar in Höhe von 10% der Baukosten. Weitere Informationen zu der Honorarermittlung und der Honorarordnung findest du auf dieser Website.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • komplett nach eigenen Wünschen

Das Bausatzhaus oder Baumeisterhaus

Wer nicht nur Ideen beitragen möchte, sonder gerne selbst Hand anlegt ist mit einem Bausatzhaus oder Baumeisterhaus gut bedient.

Bei dieser Bauweise werden die verschiedenen Baustoffe und Hausteile zur Baustelle angeliefert. Zusammenbauen darf sie der Bauherr größtenteils selbst. So kannst du den kompletten Bau mitverfolgen und jederzeit Änderungen vornehmen.

Dazu ist natürlich etwas handwerkliches Geschick nötig. Nicht jeder Bauherr ist dazu in der Lage. Schätze deine Fähigkeiten also im Voraus gut ab. Auch den hohen Zeitaufwand solltest du unbedingt mit einkalkulieren.

Außerdem sollten immer auch Fachmänner vor Ort sein. So schleichen sich keine folgenschweren Baufehler ein. Das wird sich sonst nämlich in den Jahren danach rächen.

Der Baumeister überwacht bei einem Baumeisterhaus den Bau und stellt professionelle Handwerker zur Verfügung.

Kalkuliere im Vorhinein gut die Kosten und spreche deine Ideen mit dem Baumeister ab damit später keine bösen Überraschungen auftreten! Je nach Baumeister sind auch Fixpreise möglich.

Auch die Bauzeit kann vereinbart werden.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • viel Eigenleistung möglich
  • Überwachung der Baustelle durch einen Baumeister und professionelle Handwerker
  • Bauzeitgarantie

Das Holzhaus

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und sorgt als Baumaterial am Haus für ein gutes Raumklima. Deshalb gilt ein Holzhaus auch als besonders gesund, vor allem für Allergiker.

Da Holz um einiges leichter ist als Beton oder Ziegel ist das Fundament leichter zu erstellen.

Auch die Dämmeigenschaften von Holz machen es zu einem wunderbaren Werkstoff. Holz hat von Natur aus Zellulose und Lufteinlagerungen die isolierend wirken. So muss keine aufwändige Isolierung angebracht werden. Eine einfache Füllung mit Wolle reicht aus.

Holzhäuser gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Bauweisen. Es kann rustikal im Blockhausstil belassen werden, oder sogar verputzt werden. Hier die wichtigsten Holzhausarten:

Das Blockhaus

Ein Blockhaus wird aus übereinanderliegenden Baumstämmen erstellt. Beim Bau dieser Häuser wird im allgemeinen komplett auf Metall verzichtet. Die einzelnen Stämme werden durch Holzverbindungen und hölzerne Dübel miteinander verbunden.

Deshalb erfordert diese Bauweise auch besondere Fertigkeiten. Nicht jeder Zimmermann kann ein Blockhaus bauen.

Das Fachwerkhaus oder der Riegelbau

Fachwerkhäuser bestehen aus einem Holzskelett von tragenden Balken. Die Zwischenräume werden mit einem lehmbeworfenen Holzgeflecht ausgefüllt. Möglich ist auch die Ausmauerung mit Bruchsteinen.

Diese Bauweise ist sehr stabil und hat einen ganz besonderen Charakter.

Fachwerkhäuser wurden seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert sehr viel gebaut. Oft werden alte Fachwerkhäuser renoviert.

Allerdings werden auch moderne Häuser in diesem Stil neu gebaut. Dabei werden meist größere Fenster eingebaut.

Das Haus im Holzrahmenbau

Der Holzrahmenbau ist eine sehr moderne Bauweise. Dabei werden komplette Holzwände bereits vormontiert und dann auf der Baustelle zusammengebaut. Es ist somit auch eine Fertigbauweise.

Der Vorteil des Holzrahmenbaus ist, dass keine Trocknungszeiten einberechnet werden müssen, da die vormontierten Wände bereits trocken auf der Baustelle ankommen.

Es handelt sich auch um ein sehr flexibles System dass den Gegebenheiten vor Ort gut angepasst werden kann. Es ist somit wirtschaftlich und flexibel.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • schafft ein gutes Raumklima
  • gesund für Allergiker (geringere Staubbildung)
  • einfache Bauweise
  • weniger Anforderungen an das Fundament

Das Ausbauhaus oder Mitbauhaus

Ist ein Ausbauhaus ein Bausatzhaus?

Nein!

Bei einem Ausbauhaus, auch Mitbauhaus genannt, handelt es sich eigentlich um ein Fertigbauhaus. Der Unterschied ist, dass der Bauherr den Innenausbau selbst übernimmt.

Was wird in einem Ausbauhaus bereits fertig geliefert?

Der Hersteller muss das komplette Haus, mit allen Wänden, Dach, Schornstein, Leerrohren, Haus-und Terassentür, Fenstern, Rolläden und Treppen liefern.

Du erhältst also ein wärmegedämmtes Niedrigenergiehaus, das du witterungsunabhängig weiter ausbauen kannst.

Alle Vorteile auf eine Blick:

  • eigene Ideen im Innenausbau können komplett umgesetzt werden
  • Vorteile in der Baufinanzierung

Fazit

Wie meine Übersicht zeigt: An Bauweisen mangelt es nicht. Wer bauen möchte muss sich nur aus dem Dschungel an Möglichkeiten die passende heraussuchen.

Wer sein Haus mit einem Mehrwert wieder verkaufen möchte, sollte auf Massivbau setzen. Wer dagegen lieber schnell einziehen möchte ist mit einem Fertighaus gut beraten.

Ich hoffe dir hat meine Übersicht bei deinen Überlegungen geholfen.

Viel Erfolg beim Bau!

22 Gedanken zu “8 Bauweisen – welcher Haustyp passt zu dir?”

  1. Ich wusste noch nicht, dass ein Passivhaus so gut, wie luftdicht ist. Ich überlege mir gerade, ob ich ein Passivhaus planen soll, oder ob es eher ein Fertighaus werden soll. Beide arten des Bauens haben definitiv ihre Vorteile. Ich muss nochmal meinen Mann befragen, was er denkt.

  2. Ich finde das Sonnenhaus und das Blockhaus versprühen einen großen Reiz. Aber hier, wo ich wohne, finde ich nicht so recht das richtige Bauunternehmen dafür. Man will ja auch, dass das Hauskonzept von der Firma bereits ein, zweimal realisiert wurde.

  3. Danke für die Informationen zu den unterschiedlichen Bauweisen. Meine Schwester möchte sich von einem Bauunternehmen ein Haus bauen lassen. Ich denke, sie würde für das Massivhaus stimmen. Ich werde ich den Beitrag mal schicken, das kann sie sicher gut gebrauchen.

  4. Hätte ich diesen Artikel nicht gefunden, hätte ich nicht gewusst, dass es so viele unterschiedliche Hausbauweisen gibt. Man braucht nur, die passende auszusuchen. Da ich mein Haus mit einem Mehrwert zukünftig verkaufen möchte, werde ich mich für Massivbau entscheiden.

  5. Ich würde gerne ein neues Haus bauen lassen, aber ich weiß noch nicht, welcher Baustil am besten zu mir passt. Dieser Artikel erklärt viel darüber. Ich bin sehr besorgt über Nachhaltigkeit, daher scheint mir ein Energiehaus eine gute Idee zu sein. Es ist auch klug, sich für nachhaltige Materialien zu entscheiden.

  6. Danke für ausführliche Infos zu unterschiedlichen Typen von Häusern! Unser Freund hat sich für ein Sonnenhaus entschieden. Die Heizkraft der Sonne liefert nicht nur warmes Wasser ins Haus, sondern Energie für seinen Weinkeller, wo wir gerne manchmal unsere Feierabende verbringen:) Danke für Kreativität!

  7. Das Ausbauhaus, scheint zur Zeit auch sehr beleibt zu sein. Wenn man den Innenausbau selbst vornimmt kann man in der Tat einiges an Geld einsparen. Bekannte hatten das auch versucht, aus Zeit Gründen dann aber doch eine Firma beauftragt.

  8. Ein Kollege möchte ein Hausmeister-Service einführen. Er baut gerade sein Haus aus. Da er nicht dort wohnen möchte, will er jemanden haben, der sich um das Gebäude kümmert, wenn Mieter sich melden.

  9. Danke für die Vorstellung der verschiedenen Haustypen. Wir überlegen, ein Massivholzhaus zu kaufen. Gibt es Möglichkeiten, das starke Aufheizen im Sommer zu vermeiden oder zu verringern?

  10. Ich glaube, dass das Fertighaus eine schöne alternative sein könnte. Da die Unterschiede sowieso immer geringer werden, wie ihr hier so schön erwähnt, kann man sich auch viele Arbeitsschritte ersparen. Ich bin sehr gestresst, so auch mein Mann und ein Eigenheim in unserem Tempo würde über 3 Jahre im Bau feststecken.

  11. Sehr nett, danke für den Vergleich. Ich glaube ich bin Typ-Massivhaus. Ich mag es kühl und robust soll es auch sein. Das Energiesparhaus und Sonnenhaus ist klasse, wenn man sich diese leisten möchte.

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