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6 Fakten über Sperrholz und Sperrholzplatten

Bild 1: Sperrholzplatte

Bild 1: Sperrholzplatte

Holz ist hygroskophisch – es passt sich durch Aufnahme und Abgabe von Wasser seiner Umgebung an. Wir können nicht verhindern, dass Holz arbeitet. Deshalb neigt Vollholz auch zu Rissen und verzieht sich leicht. Die Lösung? Sperrholz! Warum verzieht sich Sperrholz nicht? Die Antwort darauf und um was genau es sich dabei handelt erfährst du im Folgenden. Aber zuerst einmal etwas zur Geschichte der Platten.

Die Geschichte von Sperrholz

Wie das Furnier wurde auch das Sperrholz schon im alten Ägypten genutzt. Es wurden Möbelstücke gefunden, die mit Sperrholz hergestellt wurden.

Später geriet diese Art der Holzverarbeitung leider im Vergessenheit. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es wieder genutzt. Schon bald wurde es auch in der Industrie genutzt. So konnten schnell große Mengen erstellt werden. Das ermöglichte die Nutzung in der Automobilindustrie und auch im Flugzeugbau.

Herstellung von Sperrholzplatten

Sperrholz ermöglicht uns, das natürlich gewachsene Holz zu nutzen, ohne die Gefahr dass es sich verzieht. Wie ist das möglich? Indem es in Schichten zerlegt und dann wieder zusammengefügt wird.

Wie entsteht eine fertige Sperrholzplatte?Sperrholzplatten bestehen aus einem Verbund mehrer Holzplatten. Mindestens drei Holzlagen werden übereinander gelegt und miteinander verleimt. Die einzelnen dünnen Platten müssen vorher gut getrocknet worden sein, damit sie sich nicht mehr so sehr verziehen.

Die verschiedenen Lagen werden immer im 90° Winkel kreuzweise übereinander verleimt. Danach werden sie unter Wärmeeinwirkung gepresst. Schon beim Pressen können durch Spezialpressen verschiedene Formen hergestellt werden.

Dadurch dass die Platten immer überkreuz aufeinander gelegt werden, schränken die verschiedenen Lagen ihr Quellen und Schwinden gegenseitig ein. Die nicht erwünschten Bewegungen werden also automatisch gesperrt. So kann das Holz nicht mehr arbeiten.

Es werden zwei verschiedene Leimarten für die Herstellung von Sperrholz genutzt:

  • IF – Ein nicht wetterbeständiger Leim der nur in Wohnräumen in allgemein beständiger Luftfeuchte beständig ist.
  • AW – Ein bedingt wetterbeständiger Leim, der auch bei erhöhter Feuchtigkeit noch beständig ist.

Die Art und Anzahl der Platten sowie deren Anordung bestimmen letztlich was für Eigenschaften die fertige Sperrholzplatte aufweist. Die Lagen können aus Furnieren, Vollholz oder auch aus Stäben bestehen. Hier eine Übersicht der verschiedenen Plattenaufbauten:

Arten von Sperrholz

Bild 2: Brettsperrholz

Bild 2: Brettsperrholz

Brettsperrholz (Kreuzlagenholz, Dickholz)

Brettsperrholzplatten bestehen aus mindestens drei kreuzweise übereinander gelegten Massivholzplatten.  Alle Platten werden miteinander verleimt. Es wird im 90° Winkel oder, in seltenen Fällen, auch im 45° Winkel geleimt. Diese Art der Verleimung unterscheidet das Brettsperrholz vom Brettschichtholz, das längs zur Faser übereinander gelegt wird.

  • Herstellung: Genutzt wird zur Herstellung meist Seitenware von Nadelholz, das heißt Holz aus den Randzonen eines Baumstammes. Dieses Holz gilt eigentlich als minderwertiger, hat aber eine hohe Festigkeit und Steifigkeit. Als Klebstoff wird heutzutage meist Polyurethanklebstoff (formaldehydfrei) genutzt. In manchen Fällen wird auch mit Holzdübeln oder Nägeln gearbeitet.
  • Eigenschaften: Je nachdem was für eine Holzart, Holzdicke und auch Qualität für die verschiedenen Lagen genutzt wird ergeben sich die elastomechanischen Eigenschaften der fertigen Brettsperrholzplatte. Allgemein üblich sind Platten mit 3-7 Schichten. Brettsperrholzplatten werden meist nicht in Sichtqualität hergestellt. Das heißt es wird nicht so sehr auf die optische Reinheit der Platte geachtet. Sollte doch einmal Sichtqualität gewünscht sein, kann für die Decklage ein hochwertigeres Holz genutzt werden.
  • Verwendung: Die massiven Tafeln aus Sperrholz werden seit den 1990-er jahren häufig im Bauwesen genutzt. Häufig eingesetzt werden die Platten im Wohnungsbau und im Objektbau. Brettsperrholzplatten können sowohlfür Dach- und Deckenbauten, wie auch für Innen- und Außenwände genutzt werden. Auch für Balkonplatten oder Stiegenläufe werden sie eingesetzt. Ein großer Vorteil ist, dass zum Beispiel Dämmungen sehr einfach am Brettsperrholz befestigt werden können. Auch kann auf zusätzliche aussteifende Elemente verzichtet werden, da bereits eine hohe Steifigkeit gegeben ist. Auch die hohe Feuerbeständigkeit der Brettsperrholzplatten ist ein Vorteil zum Holzleichtbau.
Bild 3: Stuhl aus Formsperrholz

Bild 3: Stuhl aus Formsperrholz

Furniersperrholz (Furnierplatte)

Furniersperrholz ist wie die Brettsperrholzplatte eine Platte aus kreuzweise verleimten Holzschichten. Im Unterschied zum Brettsperrholz wird bei der Furnierplatte mit Furnieren und nicht mit Massivholz gearbeitet.

  • Herstellung: Wie auch das das Brettsperrholz werden Furnierplatten (Schälfurnier) kreuzweise verleimt. Danach wird die Platte bei ca. 170°C gepresst, besäumt und geschliffen. Die Anzahl der aufeinander angebrachten Furniere ist so gut wie immer ungerade. Hat eine Platte eine Dicke von 12 mm und mindestens 5 Lagen Furnier erreicht wird sie Multiplex-Platte genannt. gerade Furniersperrholz eignet sich besonders gut um Sitzschalen, Verkleidungen und andere spezielle Holzformen herzustellen. Dabei wird das Holz in Spezialpressen nicht flach sondern in eine Form gepresst. 
  • Eigenschaften: Auch Furniersperrholz hat, durch das verleimen im 90° Winkel, eine hohe Steifigkeit. Zusätzlich kann es gut beschichtet und oberflächenbehandelt werden. Die Faserrichtung der Decklagen weist immer in eine Richtung. Auch die Beschichtung sollte auf beiden Seiten die selbe sein. So kann sich die Platte nicht verziehen. Es gibt auch Furnierplatten mit speziellen Eigenschaften: Buchenschälfurniere weisen besonders gute Biegeeigenschaften auf. Deshalb werden diese häufig zu Formsperrholz verarbeitet. Dampfsperre-Platten haben eine Mittelschicht aus Aluminium und im Bauwesen wird metallbewehrtes Furniersperrholz eingesetzt.
  • Verwendung: Da sich diese Art Holz nicht mehr in seiner Form verzieht oder verändert (hohe Form- und Maßbeständigkeit), ist es im Möbel- und Baugewerbe sehr gut einsetzbar. Gern genutzt wird es für Arbeitsplatten, Rückwände, Möbelgrundgestelle oder Verkleidungen. Auch die Automobilindustrie und der Waggonbau nutzen die einfachen Verarbeitungsmöglichkeiten des Furniersperrholzes. Außensperrholz kann auch im Kühl-, Feucht- und sogar im Nassbereich eingesetzt werden.

Unterkategorien:

  • Sternholz: Hier bilden die Faserrichtungen der verschiedenen Platten spitze Winkel.Sie bestehen aus mindestens 5 Lagen und sind deshalb ziemlich stabil. Genutzt werden sie hauptsächlich für Zahnräder und Riemenscheiben.
  • Formsperrholz: Besteht meist aus Rotbuche und wird in Spezialformpressen in Form gebracht.
  • Multiplexplatten: So werden Furniersperrplatten mit mehr als 5 Lagen bezeichnet. Sehr häufig eingesetzt werden diese im Modellbau.
  • Paneelplatten: Diese Platten sind auf einer Seite mit Edelholz furniert. Diese werden häufig zum vertäfeln von Wänden und Decken genutzt.
  • Bau-Furniersperrholz: Ein rustikales Sperrholz das auf dem Bau häufig eingesetzt wird.
  • Beschichtetes Sperrholz: Sperrholz wird hier einfach mit einer Folie, Papier oder Kunstharz beschichtet.
  • Kunstharz-Pressholz:  Hierbei werden Furnierplatten mit Phenolharz angereichert und anschließend in hydraulischen Pressen zu Platten gepresst. Die Holzporen werden so mit Harz gefüllt und stark verdichtet. Ergebnis ist eine sehr stabile Platte die für Bohrschablonen oder Formpressteile genutzt wird.

Im Folgenden eine Animation die zeigt wie die Arbeitsschritte vom Baumstamm bis zur fertigen Furniersperrplatte sind:

Bild 4: Stabsperrholzplatte

Bild 4: Stabsperrholzplatte

Stab- bzw. Stäbchensperrholz (früher Tischlerplatte)

Stabsperrholz besteht in der Mitte aus parallel liegenden Vollholzleisten oder Schälfurnierstreifen. Quer dazu werden auf beiden Seiten Deckfurniere aufgeleimt.

  • Herstellung: Für die Stäbe beim Stabsperrholz im Inneren der Platte werden meist leicht Nadelhölzer wie Fichte oder leichte tropische Holzarten verwendet. Diese Stäbe sind bereits miteinader verleimt und werden danach auch noch mit den Deckenplatten verleimt. Stäbchensperrholz hat in der Mittellage nur sehr dünne (0,6 bis 7mm) Messerfurnierstreifen. Diese werden hochkant nebeneinander gestellt und miteinander verleimt. Die dafür meist verwendeten Hölzer sind Buche, Pappel, Fichte oder Tropenhölzer. Stabsperrholz wird nur industriell hergestellt. Weitere Details zur Herstellung findest du auch in der Zeichnung Nr.
  • Eigenschaften: Stabsperrholz ist auch bei sehr unterschiedlichen Temperaturen oder Feuchtigkeit formstabil, beziehungsweise verzieht sich nicht. Dadurch dass beim Stäbchensperrholz auch die Stäbchen untereinander verleimt werden weisen diese Platten eine höhere Festigkeit auf. Auch die Oberfläche des Stäbchensperrholzes ist feiner.
  • Verwendung: Stabsperrholz wird heutzutage nicht mehr in der Massenproduktion eingesetzt. Allerdings ist das geringe Gewicht der Platten noch immer ein großer Vorteil und wird zum Beispiel im Schiffs-, Fahrzeug-, Messe- oder Wohnwagenbau eingesetzt. Für tragende Elemente darf Stabsperrholz nicht eingesetzt werden.

Unterkategorien:

  • Streifenplatte: Bei dieser Platte sind die Holzstäbe nicht miteinander verleimt.
  • Bau-Stabsperrholz/ Bau-Stäbchensperrholz: Hier werden dicke Absperrfurniere aus Buche oder Macoré genutzt.

In der folgenden Zeichnung habe ich euch dargestellt, wie Streifenplatten, Stab- und Stäbchensperrholz hergestellt wird. Die Platten werden zuerst aufeinander geleimt und dann mit einer Säge in Streifen geschnitten. Danach werden die Absperrfurniere aufgeklebt.

Bei der Streifenplatte werden die Holzstreifen nur nebeneinander gelegt und dann das Absperrfurnier aufgeklebt.

Bild 5: Erstellung einer Streifenplatte sowie Stab-und Stäbchensperrholz

Bild 5: Erstellung einer 1. Streifenplatte sowie 2. Stab-und 3. Stäbchensperrholz

Zusammengesetztes Sperrholz

Diese Sperrholzplatten bestehen nicht nur aus Holz. Die Innenlagen können auch andere Materialien wie Spanplatten oder sogar Kunststoffschichten beinhalten. Nur die Außenschicht besteht auf jeden Fall aus Furnier. Genutzt wird diese Art der Sperrholzplatte beispielsweise zur Schalldämmung.

Bild 6: Kanadische Pappel

Bild 6: Kanadische Pappel

Holzarten für die Herstellung

Die Holzart aus der Sperrholz hergestellt wird trägt hauptsächlich zu den Eigenschaften bei die die Platte danach haben wird. Deshalb ist es wichtig je nach gewünschten Eigenschaften die richtige Holzart zu wählen. Hier einmal die wichtigsten Holzarten für Sperrholz und ihr Eigenschaften:

Pappelsperrholz

Die Pappel ist ein einheimischer Laubbaum und gehört zusätzlich noch zu den schnellwüchsigsten Baumarten hierzulande. Allein das ist schon ein Grund sich für diese Holzart zu entscheiden.

Zusätzlich ist Pappelsperrholz sehr hoch belastbar, lässt sich leicht bearbeiten und vor allem hat es ein sehr geringes Gewicht. Der lange Astfreie Stamm der Pappeln lässt sich gut verarbeiten.

Bild 7: Birke

Bild 7: Birke

Pappelholz ist leider wenig witterungsbeständig. Wenn man Pappelsperrholz beschichtet, kann man es allerdings auch gut vor Feuchtigkeit schützen.

Birkensperrholz

Birkensperrholz ist sehr leicht, zäh, biegsam und elastisch. Gerade deshalb ist es auch sehr beliebt. Auch die Birke ist in Deutschland heimisch und gehört zu den schnellwachsenden Bäumen. In Deutschland wird Birkenholz hauptsächlich zu Sperrholzplatten verarbeitet.

Sperrholz aus Buche

Bild 8: Japanische Buche

Bild 8: Japanische Buche

Sperrholz aus Buche ist sehr beliebt. Vor allem die Rotbuche wird in Deutschland als Nutzholz angepflanzt und zu Buchenschälfurnieren verarbeitet. Dieses wird häufig als Formsperrholz eingesetzt sa es sich sehr gut biegen lässt.

Mahagoni Sperrholz

Mahagoni-Gewächse wachsen hauptsächlich in den Tropen. Das Mahagoni Sperrholz wird aus dem westindischen Mahagoni oder dem amerikanischen Mahagoni hergestellt. Das Holz zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit und auch große Widerstandsfähigkeit gegen Insekten und Pilze aus.

Verwendung von Sperrholz

Von der gesamten Holzverarbeitenden Industrie macht Sperrholz nur einen kleinen Teil von 1,5% aus. Allerdings ist die Palette der

Bild 9: Schneeschaufel aus Formsperrholz

Bild 9: Schneeschaufel aus Formsperrholz

möglichen Anwendungsgebiete riesig. Sowohl im Innenausbau wie für Treppen, Türen, Fußböden oder Decken als auch für Außenwände sowie Dach- und Betonschalungen. Auch im Möbelbau wird Sperrholz für Schränke, Stühle, Tische und vieles andere genutzt. Außerdem greift auch der Boots- und Flugzeugbau sowie der Hobby- und Modellbaubereich häufig auf Sperrholz zurück.

Ganz besonders wenn ein kleiner Querschnitt eine hohe Belastung aushalten muss, wird oft auf Sperrholz zurückgegriffen. Es ist um einiges fester als die Spanplatte und hat oft bessere Eigenschaften als Vollholz.

Darüber hinaus wird es im Fahrzeug- und Bootsbau sowie als Verpackungsmaterial verwendet und kommt auch im Hobby- und Modellbaubereich vielfältig zum Einsatz. Auch im Musikinstrumentenbau findet es Anwendung. Die im Bild gezeigte Schneeschaufel ist aus Formsperrholz hergestellt.

Wasserfeste Sperrholzplatten

Sperrholz im allgemeinen ist nicht wasserfest. Allerdings gibt es extra für den Bootsbau wasserfest verleimte Sperrholzplatten. Im folgenden zwei wichtige Sperrholzsorten für den Feucht-, oder Nassbereich.

  • Bild 10: Sperrholz im Bootsbau

    Bild 10: Sperrholz im Bootsbau

    Okoumé-Sperrholz (Gabun-Mahagoni): Hierbei handelt es sich um ein Mahagoni-Schälfurnier. Das Furnier wird wasser- und kochfest verleimt. Oft wird das Sperrholz danach noch mit einem klaren Bootslack überzogen und erhält dadurch eine warme, helle Farbe.

  • Sapeli-Sperrholz (Sapeli-Mahagoni): Es gibt viele Mahaginigewächse. Eines davon ist Sapeli. Sapeli kommt vom Aussehen und Qualität dem echten Mahagonibaum sehr ähnlich. Die Holzfarbe reicht von gold bis rotbarun und hat eine schöne Maserung. Auch dieses Holz wird für den Bootbau häufig zu wasserfestem Sperrholz verarbeitet.

Flugzeugsperrholz

Bild 11: Flugzeugsperrholz wird in der Raum- und Luftfahrt genutzt

Bild 11: Flugzeugsperrholz wird in der Raum- und Luftfahrt genutzt

Flugzeugsperrholz ist nicht nur wasserfest sondern kochwasserfest verleimt. Das bedeutet man kann es zum biegen sogar wässern und erwärmen. Deshalb ist es auch absolut unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Temperatureinflüsse.

Flugzeugsperrholz ist außerdem aus viel mehr Schichten zusammengestellt als das allgemeine Sperrholz. Zum Beispiel: Bei einer Dicke von 3 mm hat einfaches Sperrholz gerade einmal 3 Schichten. Flugzeugsperrholz hat bei dieser Dicke bereits mindestens 5 Schichten. Es ist schon ab einer Dicke von 0,4 mm in 3 Schichten erhältlich. Diese Schichten geben dem Material eine viel größere Festigkeit und bessere Biegeeigenschaften.

Auch die Qualität der einzelnen Schichten ist viel höher als bei allgemeinem Sperrholz. Es wird genauestens darauf untersucht, dass keine Astlöcher im Holz zu finden sind. Oft wird dafür skandinavische Birke oder Buche oder Pappel verwendet, denn dieses Holz ist schon von Natur aus sehr leicht und elastisch.

Flugzeugsperrholz gibt es in drei Qualitäten. Im Handel ist fast nur die schlechteste Qualität erhältlich. Die beste Qualität wird speziellen Tests unterzogen und wird nur in der Luft und Raumfahrt genutzt.

Sperrholz kaufen – Preis und Zuschnitt

Wenn du Sperrholzplatten kaufen möchtest solltest du dabei gut auf die Qualität und den Preis achten. Danach muss es dann auch richtig zugeschnitten werden. Hier ein Paar Info’s dazu:

Qualitätsstufen

Für Sperrholz wurden verschiedene Qualitätsstufen festgelegt. Im Folgenden findest sie mit ihrer Bedeutung:

    • A: Bezeichnung für ein in den Decklagen komplett astfreies helles Sperrholz. Nur minimale Farbeinläufe sind in Sperrholz dieser Qualitätsklasse erlaubt.
    • A gebleicht: Gebleichtes Sperrholz, das in den Decklagen ebenfalls komplett astfrei ist. Dieses Holz ist sehr hell und es sind keine Farbeinläufe erlaubt.
    • AB: Dieses helle Sperrholz ist auch in den Decklagen astfrei und Farbeinläufe sind möglich. Einige wenige gesunde verwachsene Äste sind möglich, aber eher selten.
    • B: Bei diesem Sperrholz sind kleine, nicht ausgefallene und fest verwachsenen Ästen möglich. Auch Farbeinläufe und Astlöcher bis 8mm sowie Kittstellen sind erlaubt.
    • BB: Hierbeit handelt es sich um Sperrholz mit Ästen. Auch Farbeinläufe, ausgefallene oder gespachtelte Äste sowie kleinen Rissen in den Decklagen sind in dieser Qualitätsstufe erlaubt. Astlöcher bis 15mm und auch Kittstellen sind erlaubt.
    • C: Das minderwertigste Sperrholz. Hier darf das Holz Äste, ausgefallene Äste sowie Risse und alle natürlichen Fehler aufweisen. Auch ungespachtelte Fehlstellen in den Decklagen und Holzfehler sind hier möglich.

Meist werden zwei Qualitätsangaben durch einen Querstrich getrennt angegeben. (Zum Beispiel: A/B) Dabei bezieht sich der erste Buchstabe auf die Vorderseite und der zweite auf die Rückseite.

Anhand der DIN- Angabe kannst du bei allgemeinen Sperrholzplatten auch schon die Güteklasse herausfinden. Hier werden die Platten in 3 Kategorien eingeteilt. Güteklasse 1 steht dabei für die beste Güteklasse, die 3 steht für Platten die größere Fehler haben dürfen. Hier ein Beispiel wie die DIN- Norm gelesen wird:

Bild 12: DIN-Norm für Sperrholzplatten

Bild 12: DIN-Norm für Sperrholzplatten

Zuschnitt von Sperrholzplatten

Sperrholzplatten gibt es in den unterschiedlichsten Dicken. Du bekommst schon Flugzeugsperrholz ab einer Nenndicke von 0,4mm.

Des weiteren bekommst du Furniersperrplatten in folgenden Nenndicken:

FurniersperrholzStabsperrholz
/Stäbchensperrholz
Paneelplatten
Dicke in mmgebräuchliche Lagermaße:
4,5,6,8,10,12
Muliplexplatten:
15,18,20,22,25,
30,35,40,50
6, 6,513,16,19,22,
25,28,30,38
Länge (in Faserrichtung)
in mm
1220,1250,1500,1530,1830,
2050,220,2440,2500,3050
2500,2750,32501220,1530,1830,
2050,2500,4100
Breite (quer zur Faser)
in mm
1220,1250,1530,1700,1830,
2050,2440,2500,3050
6252440,2500,3500,
5100,5200,5400

Den groben Zuschnitt der Sperrholzplatten kannst du normalerweise gleich das Bauhaus machen lassen in dem du dir die Platte kaufst. Danach kannst du entweder maschinell mit einer Stichsäge oder auch mit einer Laubsäge oder Japansäge arbeiten. So werden auch oft Arbeiten für den Modellbau gefertigt.

Fazit

Sperrholz besteht also aus dünnen aufeinander oder Nebeneinander geleimten Platten mit einer Deckschicht. Es gibt verschiedene Arten von Sperrholz: Brettsperrholz, Furniersperrholz, Stabsperrholz. Unterschieden wird Sperrholz in sechs verschiedene Qualitätsklassen. Bearbeiten kannst du Sperrholz leicht mit einer Stichsäge.


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