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Sheddach

Ein typisches Sheddach mit mehreren Satteldächern als "Reiter" und Fensterfronten zur Nordseite

Ein typisches Sheddach mit mehreren Satteldächern als „Reiter“ und Fensterfronten zur Nordseite

Was ist denn ein Sheddach?

„Shed“ steht im Englischen für „Schuppen“. Das bezieht sich auf Fischschuppen. Eigentlich ganz passend für die vielen in eine Richtung zeigenden Dachaufbauten.

Diese Dachform ist für manuelle Arbeiten einfach wie geschaffen. Aber auch für Wohnhäuser wird das Sheddach mittlerweile genutzt.

Das Sheddach hat gegenüber anderen Dachformen drei Vorteile die ich dir in diesem Beitrag einmal erläutern möchte.

Ein Dach für Handwerker – warum?

Bei einem Sheddach reihen sich sozusagen mehrere Pultdächer hintereinander. Es ähnelt dem Aufbau einer Säge. Deshalb wird es auch Sägezahndach genannt.

Die Silhouette des Sheddachs ist schon seit langem ein Symbol für die Industrie und Fabrikhallen. Und das nicht ohne Grund.

Grund Nr 1: Blendfreier Lichteinfall

Ein modernes Sheddach mit großen Fensterfronten

Ein modernes Sheddach mit großen Fensterfronten

Sheddächer gleichen wie gesagt einem Sägeblatt. In regelmäßigen Abständen befinden sich Dachaufbauten in Form eines „Sägezahns“. Diese Aufbauten nennen sich „Reiter“.

An der senkrechten Seite der einzelnen „Reiter“ wird oft eine Fensterfront eingebaut, oder diese Seite wird komplett verglast.

Diese senkrechten Glasfronten werden meist Richtung Norden ausgerichtet. Da die Sonne nie im Norden steht ist ein blendfreier Lichteinfall garantiert.

So kann zwar bei Tageslicht gearbeitet werden, jedoch ohne den störenden Schlagschatten.

Wusstest du schon?
Schlagschatten ist bei handwerklichen Tätigkeiten und besonders in der Produktion störend und kann sogar gefährlich werden.

Warum?

Diese Art Schatten bildet sich auf hellem Hintergrund, wenn ein Objekt von einer hellen punktförmigen Lichtquelle angeleuchtet wird.

In der Produktion wäre das beispielsweise die Sonne, die einen Schatten des Werkzeugs oder des Werkstücks erzeugt. Dieser fällt womöglich auf andere Objekte die sich auf der Werkbank befinden.

Dieser Schlagschatten wird so intensiv wahrgenommen, dass Objekte zum Beispiel größer wirken. Das wiederum ist oft Grund für Verletzungen am Arbeitsplatz.

Ein Sheddach sorgt durch die Ausrichtung der Fensterfront auch für eine „indirekte Beleuchtung“.

Wie das?

Es kann zwar bei Tageslicht gearbeitet werden, aber die Sonne scheint nicht durch das Fenster. Dadurch muss kein zusätzlicher Sonnenschutz an die Fenster angebracht werden.

Ist die indirekte Sonneneinstrahlung allerdings nicht so wichtig, kann ein Sheddach auch zu anderen Himmelsrichtungen ausgerichtet werden.

Möglich ist auch eine beidseitige Belichtung. So wird die Raummitte noch stärker beleuchtet. An den Seiten des Raumes ist es jedoch um einiges dunkler. In diesem Fall wäre wahrscheinlich auch ei Sonnenschutz an den Fenstern nötig.

Grund Nr 2: Viel Arbeitsraum

Das Sheddach wird oft für Fabriken genutzt, da große Hallen damit überdacht werden können

Das Sheddach wird oft für Fabriken genutzt, da große Hallen damit überdacht werden können

Wie bei Grund 1 schon erwähnt besteht ein Sheddach aus verschiedenen „Reitern“ die als Dachaufbauten konstruiert werden.

Durch diese Aufbauten wird die komplette Konstruktion automatisch verstärkt. Dadurch werden weniger Stützen für den Dachaufbau benötigt. Das wiederum reduziert enorm die Baukosten.

Grund Nr 3: Angenehme Raumtemperatur

Die Ausrichtung des Sheddaches Richtung Norden hat noch einen weiteren positiven Effekt auf die Werkstatt darunter:

Eine angenehme Raumtemperatur.

Da die Sonne nicht direkt hereinstrahlt, werden auch im Sommer die Temperaturen niedrig gehalten, und das ganz ohne Klimaanlage.

Da beim körperlichen Arbeiten meist sowieso eher eine niedrigere Temperatur gewünscht ist, kann auch das als positiver Punkt für das Sheddach aufgezählt werden.

Tipps und Tricks – Lass dich nicht übers Ohr hauen!

Ein Sheddach aus Wellblech auf einer Fabrik

Ein Sheddach aus Wellblech auf einer Fabrik

Es gibt zwei Arten von Sheddächern.

  • Bei einer Bauform werden sozusagen mehrere Pultdächer hintereinander auf das Dach gebaut.
  • Bei der zweiten Variante werden.mehrere assymetrische Satteldächer als Aufbauten verwendet. Beide Bauformen gelten aber als Sheddach.

Möglich ist auch je nach Ausrichtung des Daches eine Solaranlage. Wenn du überlegst deine Halle mit einer Photovoltaik-Anlage auszurüsten solltest du sie nach Süden ausrichten. Achte dabei auch auf die Belastbarkeit deines Daches.

Vielleicht überlegst du dir deine Werkstatt oder deine Fabrik mit einem solchen Dach auszustatten. Möglich ist auch einen Hausflur damit zu bestücken. So kann gut von dem indirekten Lichteinfall profitiert werden.

Bevor du dich allerdings entscheidest, hier erst noch die Nachteile dieser Bauart:

Nachteil 1: Die Wartung

Hier ein Sheddach ohne Fensterfront

Hier ein Sheddach ohne Fensterfront

Leider hat auch diese Dachform so ihre Tücken.

Die Sägeblattform und die senkrechte Fläche an den „Reitern“ macht es leider anfällig für Probleme mit dem Regenwasser.

Das Wasser kann nicht gut abfließen und muss auf jeden Fall beim Einbau schon professionell nach außen geleitet werden. Auch der Korrosionsschutz ist deshalb sehr wichtig und muss in Schuss gehalten werden.

Generell sind Sheddächer wartungs- und pflegeintensiver als andere Dachformen. Verschiedene Bauteile müssen regelmäßig gewechselt oder abgedichtet werden. Teilweise alle 5-10 Jahre.

Am schnellsten müssen weniger beständige Materialien wie Dachpappe ausgewechselt werden. Achte deshalb auf langlebige Materialien und eine hochwertige Verarbeitung, besonders an den Randbereichen der Abdichtung.

Eine Möglichkeit die Witterungseinflüsse zu vermindern ist die Nutzung von Flüssig Kunststoffen zur Abdichtung.

Auch moderne Profil-Platten die mit Metall-Profilen befestigt werden werden gerne genutzt um das Sheddach länger abzudichten.

Nachteil 2: Die Isolierung

Ein stabiles Sheddach mit Betonträgern und Fensterfront

Ein stabiles Sheddach mit Betonträgern und Fensterfront

Nicht nur die Wartung bereitet Hausherrn mit einem Sheddach Sorgen. Oft ist es auch die Isolierung beziehungsweise die Wärmedämmung.

Obwohl die Sonne in den meisten Fällen nicht direkt hereinstrahlt, sind hohe Temperaturen im Sommer nicht auszuschließen.

In den „Reitern“ sammelt sich Hitze die langsam die gesamte Halle aufheizt.

Deshalb ist ein leistungsstarker Wärmeabzug nötig. Sinnvoll ist auch, die Fensterreihe an der senkrechten Seite im Reiter so zu konstruieren, dass sie sich öffnen lassen. So kann dort die warme Luft entweichen.

Früher wurde die Wärmedämmung in Werkshallen oft vernachlässigt. Heute gibt es dafür allerdings verschiedene Möglichkeiten für energetische Optimierungen.

Fazit

Sheddächer sind dort sinnvoll wo natürlicher Lichteinfall ohne direkte Sonneneinstrahlung gewünscht ist.

Das trifft natürlich meist auf Fabrikhallen oder Produktionsbetriebe zu. Allerdings wünschen sich auch Privatleute teilweise diese Dachart. Sinnvoll kann dies zum Beispiel sein, wenn zu Hause viel am Computer gearbeitet wird.

Achte bei der Wahl eines solchen Daches darauf, dass die Wärmedämmung und der Korrosionsschutz fachgerecht ausgeführt werden.

Um ein dauerhaft funktionierendes Sheddach zu gewährleisten, musst du auch unbedingt für eine regelmäßig Wartung und Pflege sorgen.



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