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Schweißen/ wichtige Schweißverfahren

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Als Hobbybastler kommst du vielleicht auch immer wieder zu dem Punkt, dass du etwas schweißen musst. Was du dabei beachten solltest habe ich dir hier einmal zusammengefasst.

Es gibt unzählige Schweißverfahren, die für die Verbindung von zwei Werkstücken zur Verfügung stehen. Die erste Herausforderung ist also die Auswahl der für dich und dein Werkstück passenden Schweißtechnik. Dabei solltest du verschiedene Kriterien beachten:

  • Art des Werkstoffs
  • Bauteilgeometrie
  • Zugänglichkeit der Schweißstelle
  • mögliche Schweißposition
  • Qualitätsanforderungen an das fertige Produkt
  • Stückzahl der Werkstücke
  • Kosten der nötigen Schweißeinrichtungen

Übersicht: Schweißverfahren

Im Folgenden möchte ich dir einige für Heimwerker geeignete Schweißtechniken vorstellen. So kannst du dir selbst das für dich passende aussuchen. Hier eine Übersicht aller Schweißverfahren:

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In diesem Beitrag beschreibe ich dir folgende Schweißtechniken:

  • Gasschmelzschweißen (Autogenschweißen)
  • Metall-Schutzgasschweißen (MIG/MAG)
  • Wolfram-Inertgasschweißen (WIG)
  • Lichtbogenhandschweißen

Gasschmelzschweißen (Autogenschweißen)

 

Einsatzbereich
Das Gasschweißen kann problemlos in allen Schweißpositionen eingesetzt werden. Es ist geeeignet für legierten und unlegierten Stahl und Bleche mit einer Stärke bis zu 6mm. Eingesetzt wird es vor allem im Karosseriebau und im Rohrleitungsbau. Du kannst es auch gut zur Reparatur einsetzen.

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Die Wärmequelle beim Gasschmelzschweißen, oder umgangssprachlich Autogenschweißen bildet die Flamme eines Brenners. Diese Flamme entsteht durch die Entzündung eines Gasgemisches aus Acetylen und Sauerstoff.

Um zwei Flächen zu verbinden, wird die Schweißflamme an der Schweißfuge entlang geführt. Dadurch werden beide Flächen aufgeschmolzen. In der anderen Hand hält der Schweißer einen Schweißstab. Dieser wird in die Schmelzzone gehalten und schmilzt nach und nach ab. Damit füllt er die Schweißfuge und bildet somit den Schweißzusatz.

Die aus dem Brenner austretende Flamme erzeugt eine sogenannte „reduzierte Flammzone“. Diese schützt das Schweißbad vor Luftzutritt. Sehr praktisch ist, dass mit dieser Schweißtechnik auch bei ungenauer Nahtvorbereitung fehlerfreie Nähte geschweißt werden können. Das ist so, weil das Aufschmelzen des Werkstoffs und das Abschmelzen des Schmelzstabes getrennt voneinander stattfinden.

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Metall-Schutzgasschweißen (MIG/MAG)

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1 Vorschubrichtung 2 Kontakthülse 3 Schweißdraht 4 Schutzgas 5 Schmelzgut 6 Schweißraupe 7 Grundmaterial

Einsatzbereich
Das Metall-Schutzgasschweißen kann ebenfalls in allen Schweißpositionen durchgeführt werden. Es kann bei fast allen schweißgeeigneten Werkstoffen eingesetzt werden. Die Blechstärke darf zwischen 0,6 und 100mm betragen. Der einzige Störfaktor für die Schutzabdeckung ist Seitenwind, deshalb ist der Gebrauch im Freien nicht ratsam. Eingesetzt wird dieses Schweißverfahren im Metall-, Stahl-, Maschinen- und Apparatebau. Auch diese Technik eignet sich für Reparaturschweißarbeiten.

Das Metallschutzgasschweißen gehört zu den Lichtbogenschweißverfahren. Wie du auf der Grafik erkennen kannst schmilzt hierbei zusätzlich eine endlose Drahtelektrode in Tropfen ab.

Die Schweißstelle umgibt eine Schutzgasabdeckung. Dieses Gas schützt dabei davor, dass Luft eintritt. Das Metall- Schutzgasschweißen kann mit einem handgeführten Brenner, wie auch mechanisch genutzt werden.

Schweißverfahren MAG

Durch Metall-Aktivgasschweißen (MAG) können unlegierte und legierte Stähle verschweißt werden. Dazu wird meist ein Aktivgas (reaktionsfreudiges Gas) wie Kohlendioxid verwendet.

Schweißverfahren MIG

Durch Metall-Inertgasschweißen (MIG) werden hochlegierte Werkstoffe wie Aluminium, Magnesium oder Titan verschweißt. Genutzt wird dazu inertes (reaktionsträges) Gas wie beispielsweise Argon.

Wolfram-Inertgasschweißen (WIG)

Einsatzbereich
Das WIG-Schweißen eignet sich hauptsächlich für relativ dünne Werkstücke mit Blechstärken zwischen 0,5 und 5mm. Geschweißt werden können Werkstoffe aus unlegierten und legierten Stählen, Kupfer, Nickelwerkstoffe, Aluminium, Titan und Nichteisenmetalle. Auch diese Technik kann in allen Schweißpositionen angewandt werden.

WIG- geschweißt wird hauptsächlich im Anlagenbau und im Lebensmittelbereich, im Apparate- und Kesselbau, wie auch in der Feinwerktechnik und in der Luft- und Raumfahrttechnik.

Dem Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) dient als Wärmequelle ein Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer Wolframelektrode. Diese Elektrode befindet sich direkt am Schweißbrenner. Im Gegensatz zu der Elektrode beim Schutzgasschweißen schmilzt die Wolframelektrode aber nicht ab.

Daher muss von Hand zusätzlich ein Schweißzusatz eingebracht werden. Aus dem Brenner strömt eine inertes Gas das das Schweißbad und die Elektrode vor Lufteinschlüssen schützt.

Lichtbogenhandschweißen

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Einsatzbereich
Das Lichtbogenhandschweißen eignet sich gut für die Baustelle. Damit können Bleche und Rohre sowie unlegierte und legierte Stähle verbunden werden. Auch Werkstücke, die dicker sind als 3mm, kannst du in allen Positionen verschweißen.

Genutzt wird diese Schweißtechnik häufig in Schlossereien, im Metall- und Maschinenbau, sowie im Rohrleitungs- und Behälterbau.

Wie der Name schon sagt dient auch bei diesem Schweißverfahren ein Lichtbogen als Wärmequelle. Die zusätzlich verwendete Stabelektrode aus unlegiertem Stahl ist mit mineralischen Stoffen oder Zellulose umhüllt. So dient sie gleichzeitig als Schweißzusatz.

Während des Schweißvorgangs schmilzt der Werkstoff, wie auch die Elektrode samt Umhüllung. Die Umhüllung erfüllt dabei mehrere Aufgaben:

  • Die Leitfähigkeit des Lichtbogens wird verbessert
  • Schutz des Schweißbades vor Lufteintritt
  • Anreicherung des Schweißbades mit Legierungselementen

Gesundheitsrisiken

Du möchtest bei dir zu Hause oder in deinem Betrieb beginnen zu schweißen? Dann informiere dich gut über die jeweilige Schweißtechnik und welche Risiken dabei bestehen.

Beim Schweißen musst du fast immer mit Gefahrenquellen rechnen. Hier arbeitest du mit explosiven und giftigen Gasen, gefährlicher Licht- und Wärmeentwicklung, starken Strömen, sowie heißem, flüssigem Metall. Natürlich ist die Gefahr je nach Verfahren unterschiedlich.

Die Schweißrauche sind oft krebserregend. Ganz besonders ist das bei hochlegierten Stoffen der Fall. Auch Chrom und Nickelhaltige Schweißzusatzstoffe sind hoch krebserregend. Auch der Mangangehalt in Stäuben die beim Schweißen auftreten ist gesundheitsschädlich und

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Schutzbrille für Schweißer

kann schwere Lungenkrankheiten hervorrufen. Deshalb ist es wichtig, dass du sowohl zu Hause wie auch in deinem Betrieb eine funktionierende Absaugung zur Verfügung hast. In Betrieben müssen bestimmte Richtwerte eingehalten werden.

Achte auch darauf, dass sowohl der Schweißer selbst, als auch alle Personen die sich während dem Schweißen in direkter Nähe aufhalten ihre Augen ausreichend vor dem Lichtbogen schützen (Schweißerbrille, Schild). Sonst kannst du dir schnell einmal die Augen „verblitzen“. Das heißt die innere Netzhaut deines Auges wird verbrannt. Dies ist mit starken Schmerzen verbunden und schadet auch dauerhaft dem Auge.

Fazit

Schweißen in der Heimwerkstatt, auf deiner eigenen Werkbank, ist also gut möglich. Du hast sogar eine große Auswahl an Schweißtechniken. Lasse dir Zeit bei der Auswahl und sorge für die nötigen Sicherheitsmaßnahmen wie Absaugungen und Augenschutz. So wirst du lange deine Freude am Schweißen haben.



Kommentare

Franz Mayr 20. Februar 2017 um 13:42

Einem Laien sei Lichtbogenhandschweißen empfohlen, Keinesfalls MIG/MAG.
Warum ?
Das Elektrodenschweißen scheint dem Laien erst mühsam, aber sowie er eine optisch brauchbare Naht ohne Luncker zuwege bringt, ist bei dem Verfahren die Haltbarkeit relativ gewärleistet.
Im Gegensatz zu Schutzgaß, hier lässt sich sehr schnell eine saubere Decklage erzeugen, ohne Erfahrung bei falscher Einstellung entsteht aber Kaltlauf, hohe Bruchgefahr.
Ferner sind Anschaffungskosten und Verbrauch mit Elektrodenschweißgerät bei gelegentlichem Hobbyeinsatz günstiger.

Antworten

Samuel Schneider 24. Februar 2017 um 18:08

Hi Franz,

danke. Da kann ich als Zimmerer noch einiges dazu lernen. Danke für den Hinweis.

Antworten

Thies Schmidt 17. August 2017 um 14:51

Schweißen ist Übungssache egal mit welcher Methode.
Wenn sich ein Anfänger / Heimwerker rantraut, dann sollte er auch beurteilen können welche Qualität er sich selber abverlangt…

In der Ausbildung haben zwei Wochen Lichtbogenschweißen nur die Kenntnisse über gute Schweißnähte und schlechte näher gebracht. Eine spätere vertiefende Schweißausbildung holte das „können“ nach.

Ein Techniker kann auch Statische Berechnungen für Metalle bis 22mm abliefern und wäre berechtigt die Hamburger Köhlbrandbrücke zu berechnen..

Also die Seite ist okay und gut.

Antworten

Samuel Schneider 18. August 2017 um 16:28

Hallo Thies,

danke für deinen Kommentar.

Antworten

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