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Für Macher: Rauchmelder richtig anbringen

ordnungsgemäß installierter Rauchmelder

ordnungsgemäß installierter Rauchmelder

Klein aber oho! Rauchmelder bemerken wir meist nicht einmal wenn wir einen Raum betreten. Allerdings haben sie schon so manches Leben gerettet. In letzter Zeit konnte man öfters etwas über die kleinen Helfer hören. Was genau ist denn aber ein Rauchmelder? Muss jeder einen solchen bei sich installieren? Und wenn ja, wie? Auf alle diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag eingehen.

Was ist ein Rauchmelder?

Im 19. Jahrhundert wurden solche Geräte Feuertelegraph genannt. Zu den heutigen Rauchmeldern wird auch Rauchwarnmelder gesagt. Sie lösen bei Rauchentwicklung in einem Gebäude Alarm aus. Sie werden sowohl in öffentlichen wie auch in privaten Gebäuden angebracht. Wenn die Umstände für einen Brand günstig sind, kann sich ein Feuer blitzschnell ausbreiten. Dieses unberechenbare Risiko wird häufig unterschätzt. Ein Rauchmelder hilft einen Brandherd schnell zu erkennen. So ist es möglich schon bei der Entwicklung eines kleinen Feuers zu reagieren.

Warum wichtig?

Nicht nur Fahrlässigkeit ist der Auslöser für die Brände. häufig sind es auch technische Defekte die einen Brand auslösen. Jährlich sterben ungefähr 400 Menschen in Deutschland als Folge von Bränden. Die meisten davon erliegen einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel der Brandopfer wird Nachts im Schlaf überrascht. Zusätzlich dazu kommen die 4000 Brandverletzten und die Brandschäden von über einer Milliarde Euro, allein im Privatbereich.

Wusstest du schon?
Der Mensch riecht im Schlaf nichts. Schon drei Atemzüge des hochgiftigen Brandrauches können tödlich sein. Meist werden Brandopfer im Schlaf davon bewusstlos und ersticken dann kurz darauf.

Wenn eine Wohnung ausbrennt entsteht ein Schwelbrand. So wird ein Brand bezeichnet bei dem wegen Sauerstoffmangel nur eine unvollständige Verbrennung stattfindet. Sauerstoff heizt ein Feuer an. In geschlossenen Räumen ist das Feuer deshalb nicht so heiß wie im Freien. So entstehen allerdings brennbare Gase und Dämpfe, sowie unverbrannte oder teilverbrannte Folgeprodukte. Die meisten dieser Stoffe sind stark giftig und krebserregend.

Die Folge eines langsam einsetzenden Schwefelbrandes für Menschen ist ein wahrer Giftcocktail: Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid, Panikgefahr durch ätzende Brandaerosole und Kontaminationsgefahr durch Langzeitgifte.

Diagramm einer Brandentwicklung

Diagramm einer Brandentwicklung

Ein anderer Grund warum die frühzeitige Erkennung eines Brandes enorm wichtig ist, hat mit der Brandentwicklung zu tun. Durch eine Rauchgasdurchzündung (Flashover) kann schon in drei bis vier Minuten nach Beginn des Brandes alles in Flammen aufgehen. Bei der Entzündung eines Weihnachtsbaumes ist dieses Szenario sogar schon nach einer Minute möglich.

Hier eine Simulation solch einer Rauchgasdurchzündung:

 

Da wir im Schlaf also nichts von einem Brand mitbekommen ist ein Rauchmelder der einzige im Haus, der uns darauf aufmerksam machen kann. Damit ist solch ein kleines Gerät mit Sicherheit eine sinnvolle Anschaffung.

Deshalb ist der Kauf des richtigen Rauchmelders und die Installation an der richtigen Stelle überlebenswichtig. Aber jetzt erst einmal zur Funktionsweise unseres kleinen Lebensretters…

Die Funktionsweise eines optischen Rauchmelders

Ein Rauchmelder gibt auch schon bei einer kleinen Menge Rauch Alarm. So kann schnell gehandelt werden, bevor der ganze Raum bereits eingeräuchert ist. Er ist also ein Frühwarnsystem.

Ein optischer Rauchmelder hat eine simple aber effiziente Funktionsweise. Diese variiert natürlich je nach Hersteller, allerdings ist das Grundprinzip immer dasselbe. Um den Rauch zu erkennen arbeiten optische Rauchmelder nach dem Streulichtverfahren – auch Tyndall-Effekt genannt.

1: Optische Kammer mit Labyrinth 2: Halter für Labyrinth 3: Gehäuse 4: Photo-Diode (Empfänger) 5: Infrarot-LED

1: Optische Kammer mit Labyrinth 2: Halter für Labyrinth 3: Gehäuse 4: Photo-Diode (Empfänger) 5: Infrarot-LED

 

Reine und saubere Luft reflektiert so gut wie kein Licht. Wenn allerdings Teilchen – im Brandfall sind es Rauchpartikel – in der Luft schweben wird das Licht gestreut. Deshalb hat ein Rauchmelder eine optische Kammer, auch Rauchkammer genannt. In diese Kammer kann die Raumluft ungehindert einströmen. Allerdings sind die Öffnungen so angebracht dass keine Insekten oder anderes einen Fehlalarm auslösen können.

Des weiteren besitzt solch ein Rauchmelder auch eine Infrarotdiode. Diese sendet regelmäßig einen Prüf-Lichtstrahl an einen lichtempfindlichen Sensor, eine Fotodiode. Ist die Luft rein, passiert nichts, da der Lichtstrahl nicht bis zum Sensor geleitet wird. Schweben allerdings Rauchpartikel in der Luft, erreicht der Strahl den Sensor und der Alarm wird ausgelöst. Der empfindliche Sensor kann auch nicht anderweitig von Licht bestrahlt werden, da dafür schwarzes, licht-absorbierendes Material in den Rauchmelder gelegt wird.

Wusstest du schon?
Rauchmelder dürfen nicht auf die Feuerwehr aufgeschaltet werden. Bei manchen Rauchmeldern ist es allerdings möglich dass die eigene Telefonnummer oder ein Wachschutzunternehmen aufgeschaltet werden kann.

Die Unterschiede der Frühwarnsysteme

  • Brandmelder oder Brandwarnmelder hat eine etwas andere Funktion als ein Rauchmelder. Sie warnen zwar ebenfalls sofort durch einen lauten Alarmton, allerdings wird dabei auch gleichzeitig die Feuerwehr alarmiert. Deshalb werden solche Brandmelder auch hauptsächlich in öffentlichten Einrichtungen eingesetzt.

    Feuermelder

    Feuermelder

  • Feuermelder sind Notknöpfe die bei Betätigung einen Feueralarm auslösen. Solche Notknöpfe sind auch meist in großen, öffentlichen Gebäuden vorhanden.
  • Hitzemelder werden auch Wärmemelder genannt. Dieses Frühwarnsystem wird allerdings eher weniger für den Personenschutz eingesetzt. Diese Geräte reagieren nicht auf Rauch sondern auf einen Wärmeanstieg. Einige Hitzemelder lösen den Alarm aus wenn die Temperatur 60°C überschreitet. Andere reagieren auf einen sehr schnellen Temperaturanstieg. Sie werten somit aus, um wie viel Grad sich die Luft in einer bestimmten Zeit erhitzt hat. Dieses Verfahren nennt sich Thermodifferenzialauswertung.
  • Brandgasmelder oder Rauchgasmelder alarmieren wenn die Konzentration von Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid oder anderen Verbrennungsgasen zu hoch wird. Sie melden also wenn die Gefahr eines Brandes oder einer Rauchgasvergiftung besteht.

Wer ist verantwortlich?

Die Verantwortlichkeit einen Rauchmelder zu installieren wird vom jeweiligen Bundesland festgelegt. Seit Juli 2016 haben alle 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland die Ausstattung von Wohnungen mit Rauchmeldern gesetzlich festgelegt. Wer allerdings dafür verantwortlich gemacht wird ist unterschiedlich. Hierzu einige weitere Informationen.

Was beinhaltet die Rauchmelderpflicht?

Wenn du in Deutschland lebst, bist du verpflichtet in allen

  • Schlafräumen
  • Kinderzimmern
  • und Fluren über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen

Rauchmelder anzubringen. In einigen Bundesländern, darunter beispielsweise Berlin, Brandenburg, Sachsen und Baden-Würtemberg sind noch weitere Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben.

Wann zahlt die Versicherung?

Dadurch dass in Deutschland nun diese Rauchmelderpflicht besteht sind im Schadensfall auch Probleme mit der Versicherung vorprogrammiert wenn diese nicht eingehalten wird. Oft werden in solch einem Fall Zahlungen gekürzt oder sogar komplett verweigert. Meist wird das fehlen eines Rauchmelders von Versicherungen als „grob fahrlässig“ eingestuft.

Grund für die Verweigerung ist der  Paragraf 8 des GDV-Grundvertrags. Dort heißt es unter anderem, dass dass Immobilieneigentümer mit einer Gebäudeversicherung zur „Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften“, verpflichtet sind.

Mieter oder Eigentümer?

Klar ist mittlerweile: ein Rauchmelder ist Pflicht und muss in jedem Haushalt angebracht werden. Jetzt muss noch geklärt werden: Wer bringt denn die Geräte an und kümmert sich um deren Instandhaltung? Und wer wird im Schadensfall zur Verantwortung gezogen?

In den meisten Bundesländern muss der Vermieter beziehungsweise der Eigentümer für die Anbringung und Kontrolle der Rauchmelder aufkommen.Es gibt aber auch Bundesländer wie beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern in denen der „Besitzer“ dafür verantwortlich gemacht wird. Der „Besitzer“ ist in diesem Fall der Mieter und zwar ab der Schlüsselübergabe. Im Folgenden eine Übersicht der Bundesländer und der Verantwortlichkeiten:

Bundesland Verantwortlich für
Einbau und Bestand
Verantwortlich für
Betriebsbereitschaft
Baden-Württemberg Eigentümer Bewohner
Bayern Eigentümer Bewohner
Berlin Eigentümer Bewohner
Brandenburg Eigentümer Eigentümer
Bremen Eigentümer Bewohner
Hamburg Eigentümer Eigentümer
Hessen Eigentümer Bewohner
Mecklenburg-Vorpommern Eigentümer Eigentümer
Niedersachsen Eigentümer Bewohner
Nordrhein-Westfalen Eigentümer Bewohner
Rheinland-Pfalz Eigentümer Eigentümer
Saarland Eigentümer Bewohner
Sachsen Bauherr Bewohner
Sachsen-Anhalt Eigentümer Eigentümer
Schleswig Holstein Eigentümer Bewohner
Thüringen Eigentümer Eigentümer

Alle Angaben ohne Gewähr. Für aktuelle und verbindliche Angaben kannst du dich auf der Website der jeweiligen Landesbauordnung deines Bundeslandes informieren.

Wie du in der Tabelle erkennen kannst ist in vielen Bundesländern der Vermieter für die Installation eines Rauchmelders verantwortlich. Vermieter haben allerdings im Mietvertrag die Möglichkeit diese Verantwortung dem Mieter zu übertragen. Prüfe deshalb genau ob in deinem Vertrag nicht beispielsweise festgelegt ist, dass du für die Instandhaltung und Prüfung zuständig bist.

Wenn du als Vermieter solch eine Klausel in den Vertrag eingebaut hast, solltest du trotzdem hin und wieder prüfen ob der Mieter seiner Pflicht nachkommt. Im Einzelfall muss nämlich trotzdem der Vermieter haften. Die Wartungskosten können auf den Mieter gelastet werden, allerdings müssen sie in den jährlichen Nebenkosten abgerechnet werden.

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Der Kauf eines Rauchmelders – 5 Tipps

Wenn du einen Rauchmelder kaufen möchtest hast du die Qual der Wahl. Du findest sie in allen möglichen Ausführungen, Qualitäten und Preisen. Welcher ist für dich der Beste? Hier ein paar Hilfen zur Auswahl.

Der Preis

Du findest sie überall, Im Supermarkt, im Baumarkt und im Fachhandel. Wo empfiehlt es sich zu kaufen? Die Frage ist einerseits: Wie viel Geld kannst du ausgeben? Und andererseits: Wie hoch soll der Schutz sein? Denn die Preisspanne bei Rauchmeldern reicht von 5 € bis über die 100 € hinaus. Hier ein paar Preisideen:

  • Billigrauchmelder – 5 €
  • Rauchmelder mit Alkaline Batterien – 10 €
  • 10 – Jahres – Rauchmelder mit fest integrierten Batterien – 20 €
  • Funkrauchmelder – 50 €
Tipp
Beschäftige dich mit Marken – Rauchmeldern und vergleiche sie dann mit günstigeren Alternativen. Du kannst auch Resultate von unvoreingenommenen Testern zur Hilfe nehmen (wie zum Beispiel Stiftung Warentest).

Im Fachhandel musst du meist auch noch die Beratung mitbezahlen. Das kann einerseits sehr aufschlussreich sein, andererseits kann man sich mittlerweile die meisten Informationen auch online einholen. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden.

Prüfsiegel

In Deutschland wird Qualität in Prüfsiegeln auf dem Produkt angegeben. So ist es auch beim Rauchmelder. Folgende Prüfsiegel garantieren dir ein einwandfreies Produkt:

  • Das CE-Zeichen mit der Angabe „EN 14604“ – bescheinigt, dass das Produkt nach aktueller Norm hergestellt wurde und in Deutschland verkauft werden darf.

    CE-Zeichen und VdS-Zeichen vorhanden

    CE-Zeichen und VdS-Zeichen vorhanden

  • Das VDS-Zeichen stammt von dem Unternehmen VdS Schadenverhütung und bestätigt, dass das Produkt in einem unabhängigen Labor geprüft wurde
  • Alternativ kann auch das Prüfsiegel des TÜF Kriwan auf dem Rauchmelder erscheinen. Auch dieses bescheinigt ein geprüftes, einwandfrei funktionierendes Gerät.
  • Zusätzlich zum CE-Zeichen und einem der beiden Prüfzeichen (VDS oder Kriwan) kann auch noch ein Zeichen vorhanden sein das ein „Q“ mit einem im Buchstaben brennenden Feuer darstellt. Rauchmelder mit diesem Siegel sind besonders hochwertig und langlebig.

Andere Kriterien

Zusätzlich zum Preis und den Prüfsiegeln kannst du noch an folgenden Kriterien feststellen ob ein Rauchmelder seinen Zwecke erfüllen wird.

  • Er sollte über einen Alarmton von mindestens 85 dB Lautstärke verfügen. Leisere Rauchmelder stehen in der Gefahr überhört zu werden.
  • Es muss unbedingt ein Knopf für den Funktionstest vorhanden sein. So ist eine einfache Wartung gewährleistet.
  • Es sollte in Warnsignal für Batterieschwäche integriert sein. Das kann ein Piepton oder eine Warnlampe sein. Wichtig ist dass diese Meldung mindestens 30 Tage vorher erscheint.
  • Die Rauchmesskammer sollte so beschaffen sein, dass der Rauch von allen Seiten eindringen kann.
  • Die Öffnungen in die der Rauch eintreten soll sollten maximal 1,3 mm betragen. Sonst könnten Insekten oder Schmutz leicht einen Fehlalarm auslösen.

Was taugen gebrauchte Rauchmelder?

Gebrauchte Rauchmelder sind zwar günstiger, allerdings weist du nicht wie lange sie schon in Gebrauch waren und ob sie sachgemäß behandelt wurden. Wenn es um etwas so wichtiges wie das Leben der eigenen Familie geht solltest du die 10-20 € für einen neuen Rauchmelder nicht einsparen.

Die Installation

Das Anbringen eines Rauchmelders ist kein schwieriger Akt. Das Montagematerial wie Schrauben, Dübel und Co. wird eigentlich immer mitgeliefert. Die Bedienungsanleitung beschreibt normalerweise detailliert wie vorgegangen werden muss. Sind die Löcher mit einer Bohrmaschine gebohrt müssen die Dübel eingedrückt werden. Dann kann der Rauchmelder einfach mit einem Schraubendreher angeschraubt werden.

Wusstest du schon?
Es gibt sogar Ausführungen bei denen gar nicht gebohrt werden muss. Hier wird das Gerät per Magnetpads oder Klebepads einfach an die Decke angebracht – ganz ohne Schmutz.

Schwieriger als die Montage selbst ist allerdings die Auswahl des richtigen Platzes für das Gerät. Dazu mehr im Folgenden.

Wo wird der Rauchmelder angebracht?

Wird in einem Zimmer nur ein Rauchmelder angebracht sollte dieser mittig ausgerichtet werden. Der Abstand zu einem Deckenventilator, einer Lampe oder Deckenanbauten sollte mindestens einen halben Meter betragen.

In welchen Zimmern müssen Rauchmelder angebracht werden? Und wann solltest du in einem Zimmer mehrere Rauchmelder anbringen? Das hängt davon ab, ob du für dein Haus einen Mindestschutz oder einen Vollschutz anstrebst.

  • Mindestschutz: Für diesen Schutz musst du in jedem Zimmer in dem geschlafen wird und im Flur jeweils einen Rauchmelder anbringen.
  • Vollschutz: Für einen Vollschutz müssen in allen Zimmern Rauchmelder angebracht werden. Das gilt auch für den Dachboden oder Kellerräume.

Ab einer Größe von 60 Quadratmetern sollte in einem Zimmer ein zweiter Rauchmelder angebracht werden. Auch bei Trennwänden oder großen Möbeln die ein Zimmer teilweise trennen sollten zwei Geräte an die Decke geschraubt werden.

  • Schlafzimmer und Kinderzimmer: Wie oben erwähnt werden die meisten Brandopfer im Schlaf überrascht. Deshalb sind Rauchmelder hier am wichtigsten. Ein direkt in diesen Zimmern montierter Rauchmelder kann im Brandfall auch nicht von einem Tiefschläfer überhört werden.
  • Flur: Der Flur ist meist von fast allen Zimmern erreichbar. Ein dort montierter Rauchmelder wird deshalb warscheinlich auch in den meisten umliegenden Zimmern gehört werden. Hier gilt die Regel: Bei einer Flurbreite von 3 m sollte mindestens alle 15m ein Rauchmelder angebracht werden.
  • Küche und Bad: Hier sind Fehlalarme sehr häufig. Deshalb ist es nicht ratsam in diesen Räumen einen Rauchmelder anzubringen. Um diese Räume abzusichern könntest du allerdings einen Hitzemelder installieren.
  • Räume mit Kaminofen: Auch hier sind Fehlalarme häufiger. Hier empfiehlt sich aber trotzdem ein Rauchmelder, zumal die meisten Kaminöfen heutzutage so konstruiert sind, dass nicht mehr viel Rauch austritt. Alternativ kann sonst natürlich auch hier auf ein Wärme oder Hitzemelder zurückgegriffen werden.

    L-förmige Räume

    L-förmige Räume

  • L-förmige Räume: Bei L-förmigen Räumen kannst du entweder in dem Eckbereich einen Rauchmelder installieren, oder aber in beiden Schenkeln. Ab einer Größe von 60 Quadratmetern musst du natürlich sowieso zwei Rauchmelder anbringen.
  • Räume mit Dachschräge: Rauchmelder sollten immer waagerecht angebracht werden. Denn Rauch steigt meist senkrecht nach oben und kann an einem schräg angebrachten Melder unter Umständen einfach vorbeiziehen. Wenn nötig kannst du eine kleine waagerechte Zwischendecke anbringen. Zur Dachspitze sollte ein Abstand von mindestens einem halben Meter und höchstens einem Meter bestehen.
  • Mehrere Stockwerke: Bei mehrstöckigen Häusern sollte unbedingt im Flur jeder Etage ein Rauchmelder platziert werden.
  • Sehr große Gebäude: Besonders für große Gebäude eignen sich Rauchmelder die via Funk miteinander verbunden sind. Beginnt ein Melder mit dem Alarm, werden automatisch im ganzen Haus die Melder angeschalten. Das ist sehr sinnvoll da man den Alarmton durch zwei geschlossenen Türen schon überhören könnte.

Ein Rauchmelder sollte sich immer an der Decke und möglichst mittig im Raum befinden. Halte genug Abstand zu Klimaanlagen und Lüftungen, da diese den Rauch wegblasen können und dieser nie den Rauchmelder erreichen kann.

Rauchentwicklung

Rauchentwicklung

Rauchmelder im Raucherhaushalt

Rauchmelder sind „raucherfreundlich“. Bei normalem Zigarettenrauch schlagen sie nicht an, nur wenn der Rauch direkt in den Rauchmelder gepustet wird. Anders sieht es aus wenn viele Raucher in einem Zimmer sitzen und es langsam beginnt neblig zu werden, wie etwa bei größeren Feiern.

Statt aber auf einen Rauchmelder zu verzichten solltest du lieber regelmäßig lüften. Das ist nicht nur besser für die Gesundheit, sondern auch sicherer. Denn gerade bei Partys kommt es leicht dazu, dass eine Zigarette auf brennbaren Untergrund fällt, wie etwa Teppichboden.

Die Wartung

Bei einem Gerät von dessen Funktion unser Leben abhängt ist regelmäßige Wartung sehr wichtig. Die dafür zuständige Norm (DIN 14676) verwendet in Bezug auf die Wartung die Begriffen “Instandhaltung”, “Wartung” und “Inspektion”. Hier erst einmal eine Erklärung zu diesen drei Begriffen:

  • Die Instandhaltung stellt sicher, dass der Rauchmelder funktionstüchtig bleibt, oder wenn er kaputt ist repariert wird.
  • Die Inspektion ist die Kontrolle. Dabei wird kontrolliert, ob der Rauchmelder ordnungsgemäß funktioniert.
  • Die Wartung bezeichnet vorbeugende Maßnahmen um die Lebensdauer des Rauchmelders zu gewährleisten. So wird sichergestellt dass das Gerät immer einsatzfähig ist.

Wie sieht die Wartung eines Rauchmelders aus? In welchen Abständen sollte sie durchgeführt werden? Dazu jetzt mehr.

Was gehört alles zu einer Funktionsprüfung?

Am besten wartest du dein Gerät so wie es in der Bedienungsanleitung des Herstellers empfohlen wird. Per Gesetz ist eine Wartung einmal im Jahr vorgeschrieben. Wie geht man dabei am besten vor?

  • Die meisten Rauchmelder haben einen Testknopf. Diesen kannst du drücken um herauszufinden ob der Alarm und damit auch das komplette Gerät funktionstüchtig ist. Hörst du keinen Alarm stimmt etwas nicht. Dann solltest du den Melder abmontieren und reparieren oder auswechseln.
  • Zusätzlich wird auch eine Sichtprüfung verlangt. Dazu brauchst du nur schauen, ob alle Öffnungen in die der Rauch in den Melder gelangen soll frei sind. Und überprüfe in diesem Zuge auch gleich, ob der Platz an dem der Rauchmelder angebracht wurde noch korrekt ist, oder ob er versetzt werden muss (zum Beispiel weil ein Deckenventilator angebracht wurde).
  • Manche hochwertigen Geräte haben noch eine Störungsanzeige. Ist das bei deinem der Fall musst du natürlich zusätzlich auf die Angaben darauf achten.
Wusstest du schon?
Bei billigen Rauchmeldern wird beim Drücken des Testknopfes nur die Funktion des Signaltones getestet. Dabei wird allerdings nicht geprüft ob bei Eintreten von Rauch der Signalton ertönen würde. Also besser Finger weg von solcher Billigware.

Wie lange kann ein Rauchmelder genutzt werden?

Im Allgemeinen geht man bei Rauchmeldern von einer Lebenszeit von 10 Jahren aus. Bei den billigeren Varianten setzt sich allerdings meistens schon etwas vorher viel Staub in die optische Kammer und kann zu Fehlalarmen führen. Hochwerigere Rauchmelder werden deshalb oft mit Sieben oder sogar Staubkompensation ausgestattet.

Generell musst du deine Rauchmelder regelmäßig prüfen. Das kannst du ganz einfach anhand der LED-Kontrolllampe. Diese leuchtet meistens einmal in der Minute auf und zeigt damit an dass alles in Ordnung ist. Diese blinkende Kontrolllampe kann allerdings im Schlafzimmer auch ziemlich störend sein. Für diesen Fall gibt es Rauchmelder mit „Schlafzimmer-Funktion“. Bei diesen Ausführungen wird die Kontrolllampe nachts gedimmt oder komplett abgestellt.

Einmal im Jahr solltest du alle deine Rauchmelder einem Funktionstest unterziehen. Dafür gibt es Prüfsprays, die einfach auf das Gerät gesprüht werden. Um auch höher angebrachte Rauchmelder zu erreichen gibt es Teleskopstangen an die Prüfgeräte angebracht sind. In Bundesländern mit Rauchmelderpflicht ist der Funktionstest sowieso gesetzlich vorgeschrieben.

Generell würde ich dir raten lieber einen hochwertigeren Rauchmelder aus dem Fachhandel zu kaufen statt ein Billigprodukt. Schließlich hängt von der Funktion dieses Gerätes im Ernstfall dein Leben ab!

Die Batterien

So gut wie alle Rauchmelder werden mit Batterien betrieben. Das ist sehr praktisch, da man sich deshalb nicht um eine Verkabelung des Gerätes kümmern muss. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Lebensdauer von Batterien. Hauptsächlich unterschieden wird zwischen Lithium Batterien, Alkaline Batterien und fest integrierten Batterien.

  • Lithium Batterien halten ziemlich lange, normalerweise bis zu zehn Jahre. Allerdings passen sie nicht in jedes Gehäuse. Wenn dir eine lange Haltbarkeit der Batterien wichtig ist, informiere dich am besten im Vorhinein welcher Rauchmelder für Lithium Batterien ausgelegt ist.
  • Alkaline Batterien haben eine Lebensdauer von nur ein bis zwei Jahren. Diese sind auch etwas günstiger. Durch den meist häufigen Wechsel lohnt es sich aber letztlich meist nicht auf diese Variante zurückzugreifen.
  • Fest integrierte Batterien sind meist Lithium Batterien. Rauchmelder die mit fest integrierten Batterien angeboten werden sind meist teurer. Die Batterien können in diesen Geräten nicht ausgewechselt werden. Allerdings ist die Laufzeit von zehn Jahren meist sogar vom Hersteller garantiert.
Unterschied Lithium oder Alkaline Batterie

Unterschied Lithium oder Alkaline Batterie

Der Batteriewechsel an sich ist keine komplizierte Sache und kann leicht selbst durchgeführt werden. Allerdings ist es dabei wichtig zu wissen welche Art Batterien in das Gerät gesteckt werden dürfen und diese dann auch fachgerecht anzubringen.

Der Rauchmelder gibt einige Zeit bevor die Batterie komplett leer ist über den niedrigen Batteriezustand bescheid. Die meisten Geräte tun das über einen regelmäßigen kurzen Piepton. Bei manchen Rauchmeldern gibt auch eine Warnlampe Bescheid.

Wusstest du schon?
Auch Rauchmelder dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden. Altgeräte können kostenlos auf dem Wertstoffhof oder beim Händler abgegeben werden. Auch beim Batteriewechsel dürfen die alten Batterien nur auf diese Weise entsorgt werden.

ALARM – Was jetzt?

Hast du einen Rauchmelder installiert, solltest du natürlich auch überlegen wie du reagieren wirst wenn der Alarm losgeht. Im Brandfall ist es natürlich wichtig Utensilien für die Eindämmung beziehungsweise zum Löschen griffbereit zu haben.

Auf jeder Etage sollten deshalb unbedingt auch Feuerlöscher und Löschdecken in ausreichender Menge vorhanden sein.

Das solltest du nicht tun

Ein Rauchmelder wird angebracht damit er uns auf Rauch aufmerksam macht. Schlägt er Alarm und du schaltest ihn einfach aus, ohne weitere Kontrollgänge, könntest du das Leben deiner Familie auf’s Spiel setzen.

Du solltest dich auch auf keinen Fall in Bad oder in die Küche flüchten. Dort ist zwar Wasser vorhanden um Flammen zu löschen, diese sind aber nicht die einzige Gefahr, die von einem Brand ausgehen. Bei einem großen Brand gibt es auch immer eine starke Rauchentwicklung die zu Sauerstoffknappheit und damit zu Bewusstlosigkeit und Rauchvergiftung führen kann. In geschlossenen Räumen ist die Gefahr dafür extrem hoch.

Das solltest du tun

Einer deiner Rauchmelder schlägt Alarm. Jetzt gilt es richtig zu handeln. In Öffentlichen Gebäuden ist oft ein Hinweisschild mit folgenden Hinweisen zu finden:

  1. Ruhe bewahren
  2. Brand melden
  3. In Sicherheit bringen
  4. Löschversuch unternehmen

Diese vier Punkte zu beachten kann im Ernstfall viele Leben retten. Die Ruhe zu bewahren ist erst einmal wichtig um einen klaren Kopf zu haben. Außerdem kann durch Hektik und rennende Menschen noch mehr Schaden angerichtet werden.

Bei der Meldung des Brandes bei der Feuerwehr (Telefonnummern: 110 Polizei /112 Feuerwehr) müssen folgende W-Fragen beantwortet werden:

  • Wer meldet?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele sind betroffen/verletzt?
  • Wo ist etwas passiert?
  • Warten auf Rückfragen!

Ist der Brad gemeldet solltest du dich und andere gefährdete oder hilfsbedürftige Personen in Sicherheit bringen. Dabei solltest ud unbedingt den gekennzeichneten Fluchtwegen folgen, keine Aufzüge nutzen und Sämtliche Türen und Fenster schließen.

Ist die Feuerwehr noch nicht angekommen solltest du einen Löschversuch unternehmen. Halte dabei genug Abstand zum Feuer und lösche mit kurzen Stößen. Sind mehrere Feuerlöscher vorhanden nutze sie gleichzeitig. Beachste dass Elektrische Anlagen und Fettbrände niemals mit Wasser gelöscht werden dürfen.

Fazit

Rauchmelder sind kleine wichtige Geräte die unser Leben retten können. In Deutschland sind sie mittlerweile in allen Bundesländern Pflicht. Bei der Auswahl kannst du dich am Preis und an den Prüfsiegeln orientieren. Und wenn du einen Feuerlöscher angebracht hast solltest du natürlich auch wissen wie du zu reagieren hast wenn dieser Alarm gibt.



Kommentare

Daniel 25. August 2017 um 19:05

Hallo,
das ist ein sehr umfangreicher Beitrag, der mir sehr gefällt und vielen Leuten das Leben retten wird, wenn das im Beitrag geschriebene befolgt wird!
Das einzige was ich noch hinzufügen könnte wäre das es für die Befestigung keine Bohrungen und Dübel im Privatbereich mehr braucht, da es mittlerweile Magnethalter Platten gibt die nur noch geklebt werden müssen!
Dadurch wird die Montage ein Kinderspiel.
Danke für diesen tollen Artikel!
Mit freundlichen Grüßen Daniel

Antworten

Samuel Schneider 28. August 2017 um 22:32

Danke Daniel für den Hinweis 😉

Antworten

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