Skip to main content

In 6 Schritten OSB Platten verlegen

werkbank-infos-osb-platten-verlegen-platte

OSB-Platten oder auch Grobspanplatten sind vielfältig einsetzbar. Möchtest du beispielsweise deine Wohnung renovieren sind diese Platten eine Option.

OSB-Platten können im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Genutzt werden sie zum Beispiel als Wand- und Dachbeplankung oder für den Boden.

Weitere Details zu diesen vielseitigen Platten findest du in diesem Beitrag.

Das brauchst du!!
Für einen reibungslosen Abblauf brauchst das richtige Werkzeug. Alle wichtigen Utensilien habe ich hier aufgelistet.

Was sind OSB-Platten?

Grobspanplatten stammen ursprünglich aus den USA. OSB bedeutet: oriented strand board, oder auch: oriented structural board. Das heißt übersetzt soviel wie: Platte aus ausgerichteten Spänen.

Die Idee dazu kam aus der Furnier- und Sperrholzindustrie. Diese Firmen suchten eine Möglichkeit die langen schmalen Abfall-Späne (strands) zu verarbeiten. Die Lösung war die Späne zu Platten zu verarbeiten.

OBS-Platten gibt es in verschiedenen Qualitäten. Die Platten werden in vier Kategorien eingeteilt:

  • OSB/1: Platten für den Innenbereich (auch Möbel), nur für den Trockenbau.
  • OSB/2: Auch nur für den Trockenbau aber auch für tragende Elemente nutzbar.
  • OSB/3: Platten für den Feuchtbereich, die auch für tragende Elemente genutzt werden können
  • OSB/4: und zuletzt die hochwertigesten, hochbelastbaren Platten für den Feuchtbereich.

Zusätzlich gibt es die vier Plattenarten in unterschiedlichen Größen und Materialstärken. Außerdem gibt es neben den normalen Platten auch „Verlegeplatten“. Diese ermöglichen durch eine Feder-Nut-Verbindung ein leichtes Verlegen der Platten, zum Beispiel als Bodenbelag.

Prinzipiell werden Platten in den Stärken von 6 – 40 mm hergestellt. Platten mit Feder-Nut-Verbindung in Stärken von 12 – 35 mm. Gängige Stärken sind:

  • 12mm
  • 15mm
  • 18mm
  • 22mm
  • 25mm
  • 30mm

OSB-Platten gibt es in Formaten von 1830 mm x 675 mm bis 11500mm x 2800 mm. Die meist genutzten Plattenformate sind:

  • 2500 x 625 mm
  • 2500 x 675 mm
  • 2500 x 1250 mm

werkbank-infos-osb-platten-verlegen-produktionHerstellung

Wie werden diese speziellen Platten hergestellt? Zuerst werden die Späne benötigt. Dazu werden Stämme entrindet und dann werden längs mit einem rotierenden Messer die Späne herausgeschnitten. Alles maschinell, versteht sich.

Diese Späne müssen erst einmal getrocknet werden. Das geschieht indem sie erhitzt werden. Das ist wichtig, da sie später den Leim aufsaugen müssen. Wenn sie allerdings schon voll Feuchtigkeit sind können sie nicht genug davon aufnehmen. Auch für das spätere Pressen müssen die Späne trocken sein. Sollte noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden sein, kann der Dampfdruck der Maschine die Platte platzen lassen.

Im Folgenden wird von einer Beleimmaschine das Bindemittel auf die Späne verteilt. Ebenfalls von einer Maschine werden dann die Späne in drei Schichten kreuzweise übereinander gestreut – immer schön mit Leim versetzt.

Als Leim werden PF-Bindemittel, MUPF-Bindemittel (mit Formaldehyd) und PMDI-Bindemittel eingesetzt. Die Zusammensetzung variiert jedoch je nach Hersteller.

Achtung!
Für Allergiker hier der Hinweis: Bei der Verleimung wird teilweise Formaldehyd verwendet. Dies kann durch die spätere Ausdünstung zu allergischen Reaktionen führen. Dies ist vor allem bei Platten in den USA zu beachten.

Es gibt zwei Formaldehyd-Klassen für OSB-Platten:

  • Klasse E1 ≤ 8 mg/100 g
  • Klasse E2 8 bis 30 mg/100 g (in Deutschland nicht zugelassen)
Anzeige

werkbank-infos-osb-platten-verlegen-verkleidungEigenschaften und Verwendung

Dadurch dass OSB-Platten mit langen schmalen Spänen hergestellt werden haben sie eine sehr hohe Biegefestigkeit. Das ist ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Flachpress – Spanplatten.

Durch die besondere Streuung der Späne bei der Herstellung liegen die Späne hauptsächlich in Längsrichtung zur Platte. Deshalb hat die Platte in Längsrichtung ein größere Biegefestigkeit als in der Querrichtung.

Durch den vielen Kleber im Innern der Platten haben sie auch einen hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand. Das macht sie gut nutzbar für Küchen und Bäder, sowie für den Gebrauch im Außenbereich.

Wusstest du schon?
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand wird auch Dampfsperrwert gennant. Der Wert sagt aus, wie stark die Platte die Diffusion, das heißt die Ausbreitung von Wasserdampf, verhindert.

Heute sind die OSB-Platten vom Markt nicht mehr wegzudenken. Im Innen- wie im Außenbereich werden die Platten eingesetzt. Hauptsächlich sind die Platten im Rohbau gefragt. Sehr geschickt einsetzbar sind sie als Wand- und Dachbeplankung.

Durch die interessannte Oberflächenstruktur auf der man die einzelnen Späne deutlich sieht, sind sie auch für sichtbare Einrichtungen nutzbar. Beliebt sind beispielsweise Fußböden aus OSB. Dabei kann man sich gut die Verlegeplatten – Ausführung davon zu Nutze machen. Diese sind mit einem Feder-Nut-Profil ausgestattet.

Für Fußböden über einer Fußbodenheizung ist Vorsicht geboten. Durch die einseitige Erhitzung der Platte kann sie sich leicht verziehen, da der Leim nur einseitig stark austrocknet.

Zusätzlich zum Rohbau und als Fußboden werden OSB-Platten auch als Schalung für Beton und als Material für Kisten genutzt. Auch in der Einrichtungsindustrie sind die Platten für Gestelle und Regale gefragt.

Grobspanplatten werden noch immer hauptsächlich in den USA für den Hausbau genutzt. Der größte Teil der Platten wird auch dort hergestellt (95%).

werkbank-infos-osb-platten-verlegen-oberflaecheVerlegung von OSB-Platten

Du möchtest jetzt selbst OSB-Platten verlegen? Das ist wirklich nicht schwer. Du kannst einfach meiner praxiserprobten Anleitung folgen.

Vorbereitung

Also erst einmal braucht du natürlich OSB-Platten. Aber wie viele? Das kannst du hier einfach einmal schnell mit meinem OSB-Platten Rechner ausrechnen:

OSB-Platten Rechner

– Hier erscheint demnächst der OSB-Platten-Rechner –

Hast du deine Platten im Haus, ist es sehr wichtig, dass du diese schon mindestens 48 Stunden in dem Raum lagerst in dem du sie schließlich verbauen willst. Sie müssen sich nämlich erst einmal an das Raumklima anpassen. Sonst können sie sich später noch verziehen.

Alle Utensilien die du benötigst sind:

Wie die Platten dann verbaut werden kommt auf den Untergrund an. Eine Möglichkeit ist, sie auf Balken zu verlegen. Das geschieht beispielsweise auf einem Dachstuhl, der ausgebaut werden soll. In diesem Fall werden sie normalerweise mit den Balken verschraubt.

Achte hierbei darauf, dass die Balken auf der Verlegeseite alle gleich hoch sind. Sonst wird dein Boden nachher uneben. In der Feder-Nut-Verbindung werden sie meist zusätzlich verleimt. Wenn die Platten so verlegt werden kann auch gut noch ein anderer Bodenbelag darauf verlegt werden.

Du kannst OSB aber auch schwimmend verlegen. Das ist besonders sinnvoll wenn kein anderer Fußboden darüber gelegt wird. Dann ist allerdings zusätzlich eine Dampfsperren nötig. Üblicherweise wird dazu eine dicke PE-Folie genutzt (0,2 mm). Befindet sich unter dem Raum allerdings keine andere Etage mehr solltest du besser eine PVC-Folie nutzen. Die Folie wird immer überlappend ausgelegt.

Das Verlegen

Liegt die Folie im ganzen Raum, bist du bereit für das eigentliche Verlegen der Platten. Du beginnst damit eigentlich immer an der längsten Wand entlang und in der linken Ecke.

  1. Berechne wie viele Platten du für die erste Reihe benötigst. Schneide von diesen Platten dann mit der Säge die Feder ab (das ist das Ende das heraussteht).
  2. Lege diese Platten mit mindestens 15 mm Abstand zur Wand auf den Boden. Dieser Abstand muss ringsum eingehalten werden und bildet die Dehnungsfuge. Das ist sehr wichtig. Hältst du diesen Abstand nicht ein, kann sich der Boden bei feuchtem Wetter heben, da er sich dann ausdehnt und plötzlich mehr Platz einnimmt. Dafür kannst du die Distanzkeile einsetzen. stecke sie einfach zwischen Wand und Platten.
  3. Hast du die erste Reihe verlegt, musst du wahrscheinlich die letzte Platte zuschneiden. Beim Verlegen ist es wichtig, dass die Fugen von einer Reihe zur nächsten immer um min. 40 cm versetzt sind. Ist der Rest dieser Restplatte also noch mindestens 40 cm lang kannst du diese als Anfangsstück für die zweite Reihe nutzen.
  4. Beim Verlegen der zweiten Reihe beginnst du wieder auf der Seite an der du begonnen hast. Zuerst musst du Leim auf die Feder der Platte auftragen die du nun verlegen möchtest. Dann kannst du diese in die bereits verlegte Platte stecken. Mit dem Hammer und dem Schlagholz werden die Platten dann fest ineinander geschoben. Etwas Leim wird dabei meistens nach oben herausgedrückt. Diesen solltest du gleich mit einem feuchten Tuch abwischen, bevor er hart wird.
  5. Eine Platte nach der anderen wird nun so verlegt, bis der ganze Raum mit OSB-Platten bedeckt ist. Bis der Leim getrocknet und er Boden wieder voll nutzbar ist, dauert es ca. 24 Stunden.
  6. Nach dieser Zeit kann der zweite Fußboden darüber gelegt werden. Wenn die Platten den eigentlichen Boden bilden, kann er danach noch mit einem Lack versiegelt werden. Die Platten mit einem Lack zu streichen ist sehr sinnvoll, denn so lässt er sich leichter reinigen. Außerdem verzieht er sich auch nicht so schnell, da er besser vor Feuchtigkeit geschützt ist.

Fazit

OSB-Platten sind also vor allem im Rohbau kaum noch wegzudenken. Du kannst sie gut als Wand- und Dachbeplankung aber auch als sichtbaren Fußboden nutzen. Auch Regale und andere sichtbare Möbel können daraus hergestellt werden. Zu achten ist besonders auf die Formaldehyd-Ausdünstung.

Die Platten zu verlegen ist nicht schwer. Wenn du meiner Anleitung Schritt für Schritt folgst, wirst du schon bald einen schönen OSB-Platten-Boden haben.

 

 



Kommentare

Niko Reismann 17. März 2018 um 21:53

Hallo,
vielen Dank für Ihre nützlichen Tipps. Ich habe noch ein paar Fragen:
Wir wollen im Obergeschoss OSB-Platten auf Holzbalken verlegen, anstatt der alten Dielen. Darüber soll dann noch eine Fußbodenheizung mit Trockenestrich verlegt werden.
Würden Sie empfehlen, die OSB-Platten mit den Holzbalken zu verschrauben?
Braucht man dann keine Dampfsperre und warum?
Was empfehlen Sie zur Trittschalldämmung zwischen den Platten und den Holzbalken?
Vielen Dank im Voraus.
Viele Grüße
Niko Reismann

Antworten

Samuel Schneider 20. März 2018 um 22:05

Halle Herr Reismann,

zu 1: ja mit vollgewinde olzschrauben.
zu 2: wenn die Stöße abgeklebt wurden, dann ja. Das hängt damit zusammen: https://baubeaver.de/dampfbremse/
zu 3: immer Masse – das ist die Lösung für Trittschall. Das könnte natürlich der Trockenestrich übernehmen.

Antworten

Du hast eine Meinung zum Artikel? Teile sie hier mit allen!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

BAUBEAVER FOOTER