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Lärchenholz

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Verleimtes Lärchenholz

Lärchenholz ist ein beliebtes Nutzholz, das sich zum Verbauen sowohl im Außen- und im Innenbereich besonders gut eignet. Auch im Möbelbau findet das Lärchenholz vielseitige Anwendung. Ungefähr 20 Lärchenarten werden der Gattung Larix zugeordnet. Die Lärche ist ein sommergrüner Nadelbaum, der als einziges Nadelgehölz im Herbst seine Nadeln abwirft.

Lärchen werden auch als Zierbäume gepflanzt oder kommen als Sträucher vor. Die Bäume der ursprünglichsten und eher kleinen Lärchenarten sind besonders zäh und widerstandsfähig gegenüber Umwelt- und Witterungseinflüssen. Sie sind häufig in Gebirgsregionen zu finden.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

Von Natur aus fühlen Lärchen sich in den nördlichen Regionen Europas, Nordamerikas und Asien wohl. Die natürliche Lärche bevorzugt ein kühl-gemäßigtes Klima und ist als Stein- oder Gebirgslärche bekannt. In Europa wächst die Gebirgslärche in Höhenlagen bis über 2500 Meter.

Aufgrund ihrer guten Eigenschaften ist die Lärche von jeher ein beliebtes Nutzholz und wurde ungefähr seit dem 17. Jahrhundert wurde die Gebirgslärche auch als Mischbaum gezüchtet, um sie in flacheren Gebieten ansiedeln zu können. Lärchen gehören zu der Familie der Pinaceae, der Kieferngewächse und können hauptsächlich in folgende Arten eingeteilt werden:

  • Europäische Lärche (Latrix decidua),
  • Nordamerikanische Lärchenarten – werden eingeteilt in
    • Ostamerikanische Lärche (Larix laricina) und
    • Westamerikanische Lärche (Larix occidentalis),
  • Sibirische Lärche (Larix dahurica),
  • Japanische Lärche (Larix leptolepsis oder auch Larix kaempferi ),
  • Ostasische Lärche oder Dahurische Lärche (Larix gmelinii),
  • Hybridlärche – oftmals als Kreuzung aus europäischer und japanischer Lärche (Larix x eurolepsis),
  • Goldlärche – beheimatet in China und besonders in Südeuropa als Zierbaum sehr beliebt (Pseudolarix ambilis),
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Dadurch, dass die Lärche ein Nadelbaum ist, der jedes Jahr seine Nadeln wechselt, nimmt er an dem jährlichen Farbenspektakel der Laubbäume teil. Im Frühjahr ist die Lärche gut an ihrem saftig hell-grünen frisch ausgetriebenen Nadeln zu erkennen. Im Herbst erreichen die Nadeln eine sonnengelbe bis orangegelbe Verfärbung.
Querschnitt Lärchenstamm

Querschnitt Lärchenstamm

Lärchen sind in vielen unterschiedlichen Formen vorzufinden, vom Strauch bis zu hochgewachsenen Bäumen. Sie können bis zu 50 Meter Höhe erreichen. Je nach der Lärchenart und ihrem Standort können sie Durchmesser von ungefähr 40 bis 50 cm Umfang ausbilden. Verfügen die Lärchen über gerade Stämme und astfreie Schäfte, so können diese bis ungefähr 15 Meter Höhe erreichen. Aber auch gedrehte und gekrümmte Stämme sind bei Lärchen nicht unüblich, besonders wenn sie in den höheren Gebirgslagen wachsen.

Die verschiedenen Lärchenarten erreichen ein unterschiedliches Alter. Einige können sogar bis zu 800 Jahre alt werden. Das Alter der Europäischen Lärchen, die als Nutzholz verwendet werden, liegt ungefähr zwischen 100 und 140 Jahren.

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: gilt als dauerhaft – unter Wasser bis sehr dauerhaft
  • Rohdichte (14% Holzfeuchte): 0,59 kg/m³
  • Druckfestigkeit liegt bei 47 – 55 N/mm²
  • Biegefestigkeit hat folgenden Wert: 93 – 99 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 9 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 105 – 107 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 12.000 N/mm²

Fakt 2: Verwendung

Lärchenholz findet aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften eine sehr vielseitige Verwendung. Da sich das Lärchenholz durch seine Haltbarkeit und Festigkeit auszeichnet, wird es im Innen- und Außenausbau als Bauholz sehr gern genutzt. So werden beispielsweise die unterschiedlichsten Konstruktionen mit Lärchenholz realisiert, wie beispielsweise Dachkonstruktionen, Außenverschalungen, Schwellen, Profilbretter und vieles Andere.

Da Lärchenholz auch unter Wasser eine sehr hohe Dauerhaftigkeit aufweist, wird es für unterschiedlichste Unterwasserkonstruktionen verwendet, beispielsweise beim Brückenbau, Schiffs- und Bootsbau. Im Innenausbau werden beispielsweise Tür- und Fensterrahmen, Türen, Wand- und Deckenverkleidungen, Treppen, Bodenbeläge, Paneele, Furniere und Anderes aus Lärchenholz gefertigt. Ebenso für den Möbelbau aus massivem Vollholz wird Lärche gern verwendet.

Für den Garten oder Balkon werden aus Lärchenholz Gartenmöbel und Terrassenbeläge angefertigt. Auch für die sehr beliebt gewordenen Gartenhäuser ist Lärchenholz ein beliebter Baustoff. Auch im Instrumentenbau ist Lärche aufgrund seiner Härte ein beliebtes Holz, besonders für den Bau von akustischen und elektrischen Gitarren und Bassgitarren.

Wusstest du schon?
Lärchenholz eignet sich auch besonders gut für die Verwendung als Schneidbretter in der Küche. Auch für die Aufbewahrung von bestimmten Lebensmitteln kann die Aufbewahrung auf einem atmungsaktiven Holzbrett mit einer Glasglocke von Vorteil sein, wie beispielsweise Käse oder geräucherte Waren. Auch zur Präsentation von Speisen werden die attraktiven Holzbretter anstelle von Porzellan- oder Kunststoffplatten gern genutzt.

Das Anrichten oder Präsentieren der Speisen auf einem Küchenbrett aus Lärchenholz kann Nutzern und Gästen mit seinem Charme einen rustikalen und gehobenen Lebensstil vermitteln. Eine Auswahl an sehr hochwertigen Holzbrettern zur Nutzung in der Küche findest Du zum Beispiel unter larchwoodcanada.com.

Wusstest du schon?
Die japanische Lärche wird auch sehr gern als Bonsaibaum gezogen. Der schnelle Wuchs der Lärchen ermöglicht die Bonsai-Gestaltung schon bei jungen Pflanzen. Die interessantesten und schönsten Bonsai-Pflanzen entstehen nach ungefähr 10 bis 15 Jahren, wenn sich langsam Borkenplatten und Borkenrinden entwickeln. Auch kleine Bonsai-Wälder lassen sich mit den japanischen Lärchenbäumen gestalten.
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Fakt 3: Maserung

Maserung des Lärchenholzes

Maserung des Lärchenholzes

Die Lärche ist ein Kernholzbaum. Ein ungefähr 1 bis 3 cm breiter Splint, mit einer gelblich-weißen bis rötlich-weißen Färbung setzt sich von dem Kernholz ab. Eine starke gegensätzliche Färbung erreichen Splint- und Kernholz erst nach der vollständigen Trocknung. Dann dunkelt das Holz nach. Dadurch ergibt sich für die Maserung eine sehr schöne Zeichnung von hellen Frühholzstreifen und den dunkleren Spätholzstreifen.

Das Lärchenholz ist ein sehr hartes und porenloses Holz, dass sich sehr gut verarbeiten lässt und sehr dekorative Oberflächen hervorbringt. Das Erscheinungsbild des Lärchenholz mit seiner Maserung wird von den unterschiedlich breiten Streifen bestimmt. Diese Breiten der Jahresringe können bei den verschiedenen Lärchenarten sehr unterschiedlich sein. Diese Ausbildung der Breiten ist abhängig vom Alter des Baumes und unter welchen Bedingungen sowie an welchem Standort die Lärche gewachsen ist.

Im Längsschnitt entsteht durch die deutlichen Jahresringbreiten eine sehr gut erkennbare Fladerung, die dem Lärchenholz eine eigene Charakteristik verleiht. Die Maserung kann sehr starke Kontraste zeigen, in Streifen oder als Maserung in Zungenform. Die feinen Harzkanäle des Lärchenholzes sind durch die punkte- oder ovalförmige Harzausflüsse im Längsschnitt gut zu erkennen.

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Die Eigenschaften der unterschiedlichen Lärchenholzarten können sehr variieren. Allgemein gilt für Lärchenholz ein mäßiges Schwindmaß, bei einem mäßigen bis guten Stehvermögen. Das Lärchenholz kann im Freien oder in trockenen Räumen getrocknet werden. Die Trocknung geht zügig vonstatten. Bei zu schneller Trocknung können im Kern jedoch Risse entstehen. Aufgrund der guten Witterungsbeständigkeit kann das Lärchenholz auch im Freien gelagert werden.

  • Axiales Schwindmaß 0,3 %
  • Radiales Schwindmaß 3,3 %
  • Tangentiales Schwindmaß 7,8 %

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Aufgrund seiner Eigenschaften ist das recht harte Lärchenholz in seiner Qualität bei Profi- und Hobbyhandwerkern sehr angesehen. Es gilt als sehr resistent gegenüber Pilzbefall und ziemlich witterungsbeständig. Auch gegenüber Insekten ist das Lärchenholz nicht sehr anfällig und gilt als säurefest. Fehlerhaftigkeit kann das Lärchenholz durch Krümmungen oder Drehwuchs aufweisen. In diesem Fall kann sich dieser Wuchs nachteilig auf die innere Struktur des Holzes auswirken.

Die Standfestigkeit kann beeinträchtigt sein und es kann zu Spannungen im Holz führen. Risse können dann die Folge sein. Lärchenholz aus hohen Gebirgslagen kann sich in seinen Eigenschaften sehr von den angebauten Mischarten aus niedrigen Lagen unterscheiden. Unter Wasser gilt das Lärchenholz als sehr dauerhaft. Teilweise wird es hier mit den Eigenschaften von Eichenholz verglichen und findet auch gern im Bootsbau Anwendung.

Lärchenholz lässt sich verhältnismäßig gut mit allen Werkzeugen bearbeiten. Schwierigkeiten könnte bei der Bearbeitung der hohe Harzgehalt des Lärchenholzes bereiten. Bei der Behandlung der Oberflächen können aufgrund des hohen Harzgehaltes nicht alle Lacke oder Materialien eingesetzt werden, wie beispielsweise ölhaltige Lacke oder Verbindungen aus Polyester. Vor dem Beizen ist es notwendig, das Lärchenholz mit harzlösenden Mitteln vorzubehandeln.

Das Lärchenholz kann für den Innen- und Außeneinsatz mit entsprechenden Lasuren zum Imprägnieren, zum Mattieren oder mit Klar- und Farblacken behandelt werden. Der leichte bis starke Duft des Harzes wird von vielen Verwendern des Lärchenholzes als sehr angenehm empfunden.

Fakt 6: Pflege

Lärchenholz lässt sich recht gut pflegen, wie viele andere Holzarten auch. Möbel oder andere Einrichtungen im Innenbereich, wie beispielsweise Treppen, Vertäfelungen oder Böden aus unbehandeltem Lärchenholz können mit Wachsen oder anderen Holzpflegemitteln sehr gut gepflegt werden.

Fußböden aus Lärchenholz sind oftmals entsprechend versiegelt und sollten mit hierfür vorgesehenen Pflegemitteln von Zeit zu Zeit behandelt werden. Die Einrichtungsgegenstände können mit leicht feuchten Tüchern gereinigt werden. Da das Holz keine Poren besitzt und sehr harzhaltig, kann nur wenig Flüssigkeit eindringen. Es sollte mit weichen Tüchern entstaubt oder gereinigt werden, damit keine Kratzer oder Rillen auf den Oberflächen durch Reibung entstehen.

Im Außenbereich, beispielsweise bei Bauten für den Balkon, Terrasse oder Garten, sollte das Holz mit einer Holzschutzfarbe vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Zwar ist das Lärchenholz gegenüber Witterungseinflüssen oder auch Pilzbefall und Insekten sehr resistent. Dennoch entwickelt es im Außenbereich eine silbergraue Patina, die den optischen Eindruck „verschlechtern“ könnte, zum Beispiel bei Terrassendielen, Sichtschutzzäunen oder Gartenhäusern und Ähnliches. Wird das Holz vor der Verwendung im Außenbereich mit entsprechenden Holzschutzmitteln imprägniert, kann das Herausbilden der silbergrauen Beschichtung auch verhindert werden. Ansonsten ist Lärchenholz im Außenbereich sehr pflegeleicht und auch bei starken Witterungseinflüssen dauerhaft.

Fazit

Lärchenholz wird aufgrund seiner guten Eigenschaften von je her in vielseitigen Verwendungen genutzt, wie beispielsweise für Baukonstruktionen im Außenbereich, im Unterwasserbau, im Innenausbau, Möbelbau, Bootsbau, Gartenbau und vielen anderen Bereichen. Das Lärchenholz lässt sich sehr gut bearbeiten und bildet aufgrund seiner dekorativen Maserung sehr schöne Oberflächen aus. Für Profi- und Hobbyhandwerker ist Lärchenholz ein vielseitig einsetzbarer Werkstoff.



Kommentare

Sieb 15. März 2018 um 17:03

Wie lange hält eine Philosophenbank mit europäischer Lärche unbehandelt

Antworten

Samuel Schneider 16. März 2018 um 22:04

Hi Sieb,

das liegt daran wie man die Konstruktion baut (Z.b. Überdachung und Abstand zum Boden). Holz und in dem Fall auch Lärche sollte man immer vor Witterung schützen.

Antworten

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