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Holz hobeln: Anleitung und Infos

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Putzhobel

Holz hobeln – ist das nicht altmodisch?

Ganz und gar nicht!

Natürlich ist das Hobeln ein altes Handwerk. Deshalb ist es aber noch lange nicht ausgestorben.

Der Hobel ist für mich als Zimmermann etwas alltägliches.

Wenn du mit dem Holz hobeln beginnen möchtest, solltest du einiges beachten. In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Tipps dazu geben.

Erst einmal zur Definition von „Hobeln“:

Wie das Schnitzen, Schleifen und das Drechseln ist auch das Hobeln eine spanende Bearbeitungsmethode für Holz.

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Hier habe ich eine Auflistung der beliebtesten Elektrohobel und Handhobel.

Greifst du lieber zur Schleifmaschine oder gar zum Schleifpapier?

Das geht vielen Handwerkern so.

Dabei hat der Hobel einige Vorzüge. Es kann beispielsweise schnell, viel Holz abgetragen werden. Außerdem ist eine gehobelte Fläche leicht glänzend. Eine geschliffene Fläche dagegen ist immer leicht matt.

Warum ist das so?

Im Hobel steckt ein Hobelmesser dessen Klinge bei der Nutzung über das Holz gleitet. So werden dünne Späne abgetragen. Handhobel sind mit einer festen Schneide ausgerüstet die im Hobelkörper fixiert wird.

Wusstest du schon?
Der Hobel wurde schon in der Zeit der Römer als Werkzeug in der Holzbearbeitung eingesetzt. Rechts im Bild siehst du einige Ausstellungsstücke aus einem Museum.
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Antike römische Hobel

Aufbau eines Hobels

Es gibt viele unterschiedliche Varianten von Handhobeln. Folgende Elemente weisen aber alle Hobelarten auf:

  • Der Hobelkasten – der obere Teil des Hobels – wird meist aus Rotbuche gefertigt. Rotbuche ist ein gängiges Holz.
  • Die Hobelsohle – der untere Teil – besteht aus Hainbuche (Weißbuche) oder Pockholz. Weißbuche ist sehr abriebfest und hat bessere Abriebeigenschaften. So können bessere Ergebnisse erzielt werden und auch das Arbeiten damit ist leichter.
  • Die erste Hand wird an die Hobelnase (das Hörnchen) gelegt.
  • Für eine leichte Führung ist an moderne Hobel an der Rückseite ein Handschutz angebracht. Dort wir die Hinterhand angelegt mit der die Kraft aufgebracht wird – bei Rechtshändern die rechte Hand.
Wusstest du schon?
Sowohl Links- als auch Rechtshänder können an einem gängigen Hobel arbeiten. Mittlerweile gibt es aber auch ergonomisch geformte Hobel für Linkshänder.
  • Das Hobeleisen selbst wird aus Werkzeugstahl gefertigt. An dem Eisen ist in Richtung Werkstück eine Fase angebracht.
  • In der Mitte befindet sich die Aufnahme für das Hobeleisen. Diese sorgt für eine zuverlässige Fixierung. Dort wird das Holbeleisen hineingesteckt und mit einem Keil fixiert.
  • An der Rückseite findest du den Schlagknopf. Damit ist es möglich das Hobeleisen einzustellen um die Spandicke zu variieren, oder das Eisen samt Keil zu lösen. Dazu wird mit einem Hammer mehrmals kräftig auf den Schlagknopf geschlagen
Wusstest du schon?
Der Impuls der durch den Schlag entsteht wird an das Widerlager weitergegeben und lockert oder löst die Steckverbindung.

 

Sollte das Metallstück immer noch klemmen kannst du auch noch leichte Schläge an die Seite des Keils geben. So kannst du das Hobeleisen lösen um es zu wechseln oder zu schärfen.

  • Auf dem Hobeleisen befindet sich bei verschiedenen Modellen die Klappe an die eine Schneide angebracht ist (z.B. beim Putzhobel).
  • Die Schneide sorgt dafür, dass der entstehende Span umgeknickt und durch das sogenannte Hobelmaul nach oben abtransportiert wird. Klappe und Hobeleisen müssen immer flach aufeinander liegen. Sonst könne Späne dazwischen geraten und der Hobel würde „stopfen“.
  • An der Hobelsohle befindet sich der Spandurchgang. Durch diesen wird das Messer bis zum Werkstück durchgeschoben. Durch diesen Schlitz werden auch die Späne nach oben abgeführt.

In folgendem Video kannst du dir die verschiedenen Bauteile einmal anschauen:

 

Etwas anders aufgebaut sind Metallhobel. Auch davon gibt es verschiedene Ausführungen. Aber im Wesentlichen kann man sie in die folgenden Kategorien aufteilen:

Bankhobel – Aufbau

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Oben Bankhobel unten Blockhobel

Rechts im Bild siehst du oben einen Bankhobel. Daran wirst du keine Nase finden. Dafür aber folgende Bauteile:

  • einen Knauf (E)
  • und für die Schubhand einen Pistolengriff (H).
  • An dem Rädchen (D) das sich direkt vor dem Griff befindet kann die Spandicke exakt eingestellt werden.
  • Auch dieser Hobel hat natürlich ein Hobeleisen (B).
  • Das Hobeleisen sitzt auf dem Frosch (J). Dieser Frosch kann vor und zurück bewegt werden und auch im Winkel verändert werden.
  • Dadurch wird die Größe des Hobelmauls (A) verändert.
  • Oben auf liegt die Klappe (C). Diese fixiert das Hobeleisen auf dem Frosch.
  • Das Hobelmaul kann hier mithilfe des Fingerknopfes (l) eingestellt werden.

Blockhobel – Aufbau

Warum hat der Blockhobel eigentlich keinen Kauf und keinen Griff?

Weil Blockhobel immer Einhandhobel sind.

Die Klappe wird deshalb rund geformt. So kann die führende Hand dort den Druck ausführen.

Elektrohobel – Aufbau

Elektrohobel sind völlig anders aufgebaut.

Sie bestehen aus einem rohrförmigen Hobelkörper an dem ein oder mehrere Messer angebracht sind. Diese dreht sich und nimmt so die Holzspäne ab. Der Hobelkörper kann einseitig oder beidseitig gelagert sein. Die Späne fallen meist seitlich ab.

Löst der Elektrohobel bald den Handhobel ab?

Nein, mit Sicherheit nicht.

Ein großer Nachteil des Holz hobelns mit einem Elektrohobel ist, dass dabei meist noch die Hobelschläge (feine Linien quer zur Hobelrichtung) sichtbar bleiben.

Das ist sehr unschön und kann nur mit Handarbeit besser gemacht werden.

Bestseller-Tipp
Hier habe ich eine Auflistung der beliebtesten Elektrohobel

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Hobelarten

Wie gut das Endergebnis ist, hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab.

  • Das ist erstens die Schärfe des Messers
  • und zweitens der Schnittwinkel.

Als Schnittwinkel wird der Winkel bezeichnet in dem das Eisen zum Werkstück steht.

In einem Hobel kann dieser Winkel nicht verändert werden. Deshalb gibt es verschiedene Hobel-Varianten mit unterschiedlichen Schnittwinkeln.

Je steiler das Messer steht, desto glatter die Oberfläche und umso größer auch die Anstrengung.

Früher wurden alle Hobel aus Holz gefertigt.

Während der Industrialisierung in England wurden dann aber auch Gusseiserne Metallhobel hergestellt. Diese können dank einer Justierschraube noch feiner eingestellt werden.

Hier stelle ich dir nun einmal die wichtigsten Hobelarten vor. Eingeteilt sind sie in nach Verwendungszweck.

Ebene Flächen

  • Schrupphobel: Damit werden sehr dicke Späne abgenommen. So kann schnell auf eine vorgegebene Werkstückdicke hingearbeitet werden.Das Hobeleisen steht sehr weit heraus und hat eine gerundete Schneide. Danach muss auf jeden Fall nachgearbeitet werden um eine ebene Fläche zu erreichen.
  • Schlichthobel: Schlichten bedeutet, dass nur noch kleine Mengen an Material abgetragen wird. Das geschieht auch bei der Nutzung des Schlichthobels. Er wäre auch meine erste Wahl nach dem Schruppen. Damit kann eine Oberfläche wunderbar geglättet werden. Dieser Hobel wird auch oft von Anfängern genutzt.
  • Doppelhobel: Dieser ist dem Schlichthobel sehr ähnlich. Allerdings findest du hier, wenn du das Hobeleisen herausnimmst eine Klappe. Dieser sogenannte Spanbrecher sorgt dafür, dass die Späne ca. 1mm nach dem Abnehmen gebrochen werden. Deshalb können mit dem Doppelhobel noch glattere Oberflächen erreicht werden.
  • Putzhobel: Diese Ausführung arbeitet nochmals feiner als der Doppelhobel, da der Schnittwinkel größer ist. Damit kann deshalb Flächen der letzte Schliff gegeben werden. Auch dieser Hobel eignet sich gut für die Werkstatt eines Anfängers.
  • werkbank-infos-holz-hobeln-raubank

    Zwei Raubänke und ein Schlichthobel

    Raubank: Ein ziemlich langer Hobel der oft zum bearbeiten großer Werkstücke genutzt wird. Auch zur Vorbereitung von Werkstücken zum Leimen, beispielsweise bei Furnier, ist dieser Hobel sinnvoll. Durch die enorme Länge eignet sich die Raubank wunderbar zum Planhobeln. Es wird unterschieden zwischen Kurzraubänken (Mindestlänge 40-45) und Langraubänken (Länge ca. 60 – 65 cm)

  • Reform-Putzhobel: Dieser kann nach der Nutzung der Raubank zum Putzen verwendet werden. Damit wird immer in Faserrichtung gearbeitet.

Gekrümmte Flächen

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Schiffhobel

  • Schiffhobel: Diese wurden früher zum bearbeiten von Schiffen oder auch Fässern verwendet. Schiffhobel aus Holz sind entweder konvex oder konkav gekrümmt. Schiffhobel aus Metall können auch stufenlos verstellbar sein und so für alle gekrümmten Flächen oder Rundungen verwendet werden.
  • Schweifhobel (Schinder): Er wird hauptsächlich in der Bearbeitung von Einzelstücken zum Beispiel beim Bogenbau eingesetzt. Die Hobelsohle kann gerade, konvex oder auch konkav sein. An den Seiten befinden sich zwei Griffe an denen er zum
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    Schweifhobel

    Körper hin gezogen oder auch vom Körper weg geschoben wird. Mit diesem Hobel werden hauptsächlich kleine Flächen bearbeitet. Früher wurden diese aus Holz gefertigt heute ausschließlich aus Metall

Konstruktive Formen

  • Simshobel: Simshobel sind meist relativ schmal. Der Hobelkasten ist seitlich offen und das Messer geht über die ganze Breite des Kastens und steht sogar etwas über. So kann bis in die Ecken eines Falzes
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    Simshobel

    gehobelt werden. Davon gibt es verschiedene Varianten. Beispielsweise der Doppel-Simshobel. Dies ist ein Simshobel mit einem Doppeleisen. Damit können mit dem normalen Simshobel bearbeitete Flächen geputzt werden. Bei einem
    Absatz-Simshobel oder Eck-Simshobel geht dem Messer kein Holzsstück voraus. So kann bis in die Ecken gehobelt werden.

  • werkbank-infos-holz-hobeln-falzhobel

    Falzhobel

    Falzhobel: Ein Falzhobel ist das perfekte Werkzeug um Falzen herzustellen. Er ist mit einem Seiten- und
    Tiefenanschlag versehen. So liegt er gut an und die Falzen werden gerade und sauber. Es gibt einfache und verstellbare Ausführungen. Heutzutage wird diese Arbeit aber größtenteils von Maschinen erledigt. Falzhobel werden nur noch in kleinen Betrieben eingesetzt.

Wusstest du schon?
Ein Falz ist eine Stufe im Rand eines flachen Körpers. Einen Falz findest du an Fensterrahmen, damit keine Zugluft eintritt. Mit Falzen kann also beispielsweise abgedichtet werden.
  • Grathobel: Solch ein Hobel hat zwischen Hobelsohle und Seitenfläche einen Winkel von 78°. Dadurch ist es möglich Gratfedern (Teil einer Feder-Nut Verbindung) zu erstellen. Da dabei Hirnholz gehobelt wird, ist an den Grathobel ein Vorschneider angebracht. So wird dem Einreißen des Holzes vorgebeugt.
Wusstest du schon?
Als Hirnholz oder Stirnholz wird Holz bezeichnet, dessen Querschnitt die Nutzfläche bildet. Dazu wird ein Holzstamm quer zur Länge (also quer zur Faser) geschnitten. So sind Teile der Jahresringe oder sogar die kompletten Kreise zu sehen.
  • Nuthobel: Damit kannst du das Gegenstück zum Grathobel erstellen: eine Nut. Das Messer des Nuthobels steht weit über die Hobelsohle hinaus und ist gerade und sehr schmal.
  • Grundhobel: Damit kann der Grund oder Boden der Nut bearbeitet werden.

Dekorative Formen

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Profilhobel

  • Fasenhobel: Damit kann eine gerade Fase – eine schräge Fläche an einer Werkstückkante – erstellt werden.
  • Profilhobel (Façonhobel) : Ein Hobel mit der Hobelfläche in der Form des zu erstellenden Profils. Diese Art Hobel wird so gut wie nicht mehr genutzt, da für jedes Profil ein spezieller Hobel nötig ist und die Arbeit sehr zeitaufwendig ist. Heutzutage werden Profile maschinell gefräst.

Sonderfälle

  • Einhandhobel (Taschenhobel): Ein kleiner Hobel der mit einer Hand geführt werden kann und leicht überall hin mitgenommen werden kann. Allerdings eignet sich dieser nicht für den ständigen Gebrauch in der Werkstatt. Dazu ist er einfach zu klein und zu leicht.

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    Kernkastenhobel

  • Hirnholzhobel (Vergatthobel): Solch ein Hobel wird zum bearbeiten von Hinholz verwendet. Dabei wird quer zum Faserverlauf gearbeitet. Da diese Art Holz schwerer zu bearbeiten sind Hirnholzhobel sehr stabil gebaut und meist aus Metall gefertigt. Der Schnittwinkel ist sehr klein.
  • Kernkastenhobel: Die Hobelsohle ist rechwinklig und hergestellt werden damit halbrunde Rillen. Früher wurden damit hölzerne Regenrinnen gefertigt. Das Werkstück wird mit dem Stecheisen vorbearbeitet.
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Halbkreis mit rechtwinkligen Dreiecken

Wusstest du schon?
Der Kernkastenhobel ist der Beweis einer mathematischen Formel, und zwar des „Satzes de Thales“. Diese Formel besagt: „Alle Winkel am Halbkreis sind rechte Winkel.“ In der Darstellung rechts kannst du sehen, dass der Kernkastenhobel genau nach dieser Formel arbeitet.
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    Zahnhobel

    Zahnhobel: Diese Art Hobel arbeiten mit einem sehr großen Schnittwinkel (ca. 80°). Das Messer steht fast senkrecht im Hobelkasten. Dadurch kann die Schneide nicht mehr schneiden, sie schabt eher über das Werkstück. Das Hobeleisen ist auch nicht gerade wie bei anderen Hobeln, sondern hat feine Rillen. Dadurch wird die Oberfläche aufgeraut. Das ist gewünscht bei Flächen die für die Verleimung vorbereitet werden. So kann der Leim besser greifen.

  • Kanna: Kanna ist das japanische Wort für Hobel.
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    Kanna: Japanischer Hobel

    Japanische Hobel sehen allerdings etwas anders aus und werden auch anders gebraucht. Die meisten Holzarbeiten in Japan sind naturbelassen und werden als“letzten Schliff“ gehobelt. Deshalb muss mit dem Hobel eine sehr schöne Oberfläche erreicht werden. Ein Kanna schleift ein Werkstück so glatt, dass es nicht mehr nötig ist zu schleifen. Ein Kanna arbeitet auf Zug. Im animierten Bild rechts kannst du die Arbeitsweise sehen.

Wusstest du schon?
Japanische Hobel sind nach dem Kauf noch nicht gebrauchsfertig. Verschiedenes muss eingestellt und sogar das Hobelmaul muss meistens nachgearbeitet werden.

Moderne Hobel

Heutzutage werden die antiken Holzhobel immer mehr von ihren jüngerern „Geschwistern“ abgelöst.

Lohnt es sich auf die moderne Variante des Hobels umzusteigen?

Ich selbst arbeite am liebsten mit einem Rali-Hobel. Für uns Zimmerleute ist diese Art Hobel einfach extrem praktisch. Aber auch Schreiner nutzen gerne diese moderne Ausführung.

Was spricht für einen modernen Hobel?

  • das Hobeleisen muss nicht geschärft oder abgezogen werden. Auch die zeitaufwändigen Einstellarbeiten fallen weg.
  • Die Spanabnahme kann stufenlos eingestellt werden.
  • Und er ist als Schrupp- Schlicht- und Putzhobel einsetzbar.
  • Im Griff sind sogar einige Ersatz-Wendemesser zum schnellen Austauschen vorhanden. Im folgenden ein Video kannst du dir ein Bild davon machen.

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Den Hobel schärfen

Damit ein Hobel auf Dauer gut arbeitet muss er immer scharf gehalten werden.

Wie geht man dabei am besten vor?

Man muss den Hobel regelmäßig abziehen, schleifen oder die Klingen auswechseln. Was du bei deinem Hobel tun musst kommt ganz auf die Art des Hobels an.

Im Folgenden einige Tipps dazu.

Hobelmesser abziehen

Wenn du einen klassischen Holz- oder Metallhobel hast, kannst du diesen mit einem gängigen Abziehstein abziehen.

Nutze dazu auch eine Schärfhilfe oder Winkellehre. So kannst du das Messer im richtigen Winkel positionieren um den Winkel der Fase beizubehalten.

Die richtigen Anschleifwinkel sind folgende:

  • Der richtige Winkel für die Fase ist 25°.
  • Danach wird noch eine sogenannte Mikrofase abgezogen. Der Winkel dieser kurzen Fase ist 30°.
  • Auf der anderen Seite, der Spiegelseite, wird danach auch noch eine zweite Fase von 30° angeschliffen.

Bei stärkerer Unschärfe solltest du mit der groben Seite des Abziehsteins beginnen. Danach mit der feinen Seite nachschleifen.

Tränke den Stein auf jeden Fall mit Wasser! 

Ist der Stein gewässert und das Messer im richtigen Winkel kannst du loslegen. Fahre dazu mit dem Hobeleisen gleichmäßig vor und zurück.

Hobelmesser schleifen

Beim Abziehen wird nur relativ wenig Material weggenommen.

Bei noch größeren Unschärfen oder Scharten musst du dein Hobelmesser deshalb schleifen. Nutze dazu eine Nassschleifmaschine.

Denn wie beim Schleifen von Stechbeiteln beim Schnitzen werden auch Hobelmesser durch die entstehende Hitze schnell spröde und reißen.

Zu erkennen ist ein Überhitzen daran, dass die Schneide sich dunkel färbt.

Auch beim Schleifen ist der richtige Schleifwinkel extrem wichtig. Den kannst du mithilfe einer Winkelschablone ermitteln, die du zum messen auf den Schleifstein hältst.

Bewege das Messer beim Schleifen immer hin und her. So wird die ganze Schneide gleichmäßig geschliffen.

Beim Schleifen auf einer Lederscheibe gehst du genauso vor, nur dass die Scheibe mit einer Schleifpaste eingeschmiert wird.

Wechselklingen ersetzen

Wenn du mit einem Metallhobel oder anderen moderneren Hobelarten arbeitest musst du weder abziehen noch schleifen.

Allerdings solltest du regelmäßig die Wechselklingen ersetzen.

Diese werden einfach in den Haltemechanismus gelegt und mit einem Klemmhebel fixiert.

Beim ersten Klingenwechsel musst du die Klemmung auch justieren. Bei den folgenden Wechseln der Messer musst du nur noch den Hebel öffnen und die Klinge tauschen.

Anleitung: Holz richtig hobeln lernen

Jetzt hast du den richtigen Hobel gewählt und ihn geschärft. Dann können wir jetzt zum Holz hobeln an sich kommen.

Worauf muss geachtet werden?

Hier zunächst einige allgemeine Hinweise: Bei der Arbeit mit einem Hobel solltest du besonders auf vier Punkte achten:

  • Spanne dein Werkstück fest ein

Befestige dein Werkstück so, dass du in langen Hobelzügen entlang der Maserung arbeiten kannst. An einer Hobelbank ist das gut möglich.

Nutze dazu die Vorderzange. So kannst du in ganzer Arbeitslänge einen gleichmäßigen Vorwärtsschub auf den Hobel ausüben. Damit ist garantiert, dass keine Ansätze oder Riefen im Werkstück bleiben.

  • Die richtige Führung

Wenn du mit einem Hobel arbeitest, bewege nicht nur deine Arme. Stelle dich seitlich neben deine Werkbank und stelle einen Fuß etwas weiter nach vorn. So hast du mehr Kraft.

Nutze beim Arbeiten dein ganzes Körpergewicht.

Deine bevorzugte Hand (bei Rechtshändern die rechte) legst du an den Hobelkasten (bei Metallhobeln an den Schiebegriff).

Damit ein gleichmäßiger Schnitt entsteht solltest du zu Beginn des Schubs vorne nach unten drücken. Am Werkstückende solltest du hinten mehr Druck ausüben.

Nach jedem Schwung den Hobel vom Holz abheben und ohne Kontakt zum Werkstück wieder in die Ausgangsstellung zurückführen.

Führe den Hobel am besten auch leicht schräg über das Werkstück. So trifft er nicht im stumpfen Winkel auf das Holz, sondern kann leichter einschneiden.

  • Nehme nicht zu viel Holz auf einmal ab

In der Ruhe liegt die Kraft!

Fahre lieber mehrmals über das Werkstück statt viel Holz auf einmal abzutragen. Das Endergebnis ist einfach sauberer.

  • Achte darauf, dass dein Hobelmesser scharf ist

Wie oben beschrieben solltest du dein Hobelmesser regelmäßig abziehen und hin und wieder auch schleifen.

Bretter oder Balken hobeln

Langholz wird in Richtung der Holzfasern gehobelt, sonst reißt es aus. Um Ausrisse zu reparieren kannst du einfach noch einmal in Faserrichtung über die ausgerissene Stelle fahren.

Solltest du mit einem Metallhobel hobeln achte darauf, dass der Winkel deiner Klinge erst klein ist. Später kannst du immer noch größere Mengen Holz abnehmen.

Nutze einer Wasserwaage oder ein Lineal um Unebenheiten im Holz zu erkennen.

Mit einem Anschlagwinkel kannst du feststellen, ob die Seitenflächen deines Brettes zur Oberfläche perfekte 90° Winkel aufweisen.

Eine Tür hobeln

Ich werde niemals eine Tür hobeln!

Sag das nicht zu laut! Wenn die Eingangstür auf einmal nicht mehr komplett aufgeht muss auch der Heimwerker einmal an der Türe hobeln.

Es geht also meistens um das Kürzen einer Tür die am Boden schleift oder die sonst irgendwie nicht so ganz in den Rahmen passt.

Damit sich eine Tür leicht öffnen und schließen lässt sollten oben wie unten ca. 4-8 cm Spiel gelassen werden.

  • Markiere mit einem Bleisstift wie viel du kürzen möchtest.
  • Hebe dann die Tür aus den Angeln. Mit einem Zentrierkörner oder auch einem großen Nagel kannst du Stifte aus den Angeln herausschieben, wenn nötig.
  • Befestige die Tür an einer Hobelbank oder anderweitig, so dass du sicher arbeiten kannst.
  • Mit einem Anschlagwinkel kannst du eine gerade Kante über die gesamte Türbreite ziehen.
  • Kürze die Tür auf die gewünschte Länge und schleife die Kanten glatt.
  • Danach die Tür einfach wieder einsetzen.

Hirnholz hobeln

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Parkettboden aus hochwertigem Hirnholz

Hirnholz splitter sehr schnell. Warum?

Hirnholz (oder Stirnholz) wird innerhalb des Holzes von den umstehenden Fasern zusammengehalten.

Am Rand reicht allerdings der Zusammenhalt nicht aus um dem Druck des Messers standzuhalten.

Mit einigen Tricks ist es aber trotzdem möglich dieses Holz zu bearbeiten.

  • Arbeite auf jeden Fall mit einer scharfen Klinge.
  • Hoble Hirnholz immer von der Außenkante zur Mitte.
  • Führe deinen Zug nur bis etwa auf zwei Drittel der gesamten Werkstücklänge aus.
  • Drehe dann den Hobel und arbeite von der anderen Seite wieder zur Mitte.
  • Alternativ kannst du auch mit einer „Opfer-Zulage“ arbeiten. Dazu spannst du einfach ein anderes Stück Holz an das Brettende. So wird das Werkstück gestützt und nur die Fasern am „Opferholz“ reisen aus.

Dielen hobeln

Du möchtest deinen Dielenboden wieder auf Hochglanz zu bringen?

Dann empfehlen wir dir hier nicht zum Hobel zu greifen. Dazu eignet sich definitiv besser ein Schleifgerät.

Damit hast du einen besseren Überblick über die zu bearbeitende Fläche und der Boden wird besser auf das Ölen vorbereitet.

Einen Falz hobeln

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Rechts im Bild kannst du sehen was ein Falz ist. Wie oben bereits erwähnt wird ein Falz beispielsweise
im Fensterbau genutzt um gegen Zugluft abzudichten.

Einen solchen Falz erstellst du am besten mit einem Sims- oder Falzhobel.

Die ersten Hübe werden sehr vorsichtig ausgeführt. Dabei stellst du den Hobel am besten auf die Kante.

Mit jedem Zug kannst du den Hobel weiter absenken, also komplett auf die Hobelsohle stellen.

Sobald du den Hobel plan aufstellen kannst kannst du mit kräftigen Zügen bis auf die komplette Falztiefe hobeln. Wenn du den Hobel querlegst kannst du die Falzbreite nochmals verbreitern.

Alternativ kannst du auch eine zusätzliche Leiste aufspannen die dir anfangs als Führung dient. Nach einigen Zügen, wenn bereits eine leichte Falzkante vorhanden ist, kannst du diese wieder entfernen.

Richtig hobeln mit dem Elektrohobel

Du hast die Möglichkeit einen Elektrohobel zu nutzen? Dann kannst du größere Flächen damit gut bearbeiten.

Zwei bis drei Messer sitzen an einer rotierenden Welle und arbeiten um einiges schneller als du es von Hand schaffen würdest.

Und auch beim Elektrohobel gilt: Lieber weniger Material auf einen Arbeitsgang abtragen.

Der Elektrohobel benötigt keinen Druck und sollte langsam arbeiten. Nur so ist ein schönes Endergebnis zu erwarten.

Moderne Elektrohobel arbeiten mit Wechselmessern. Wenn diese stumpf sind, kannst du sie einmal wenden und erst danach müssen sie komplett ausgetauscht werden. Nachschleifen ist übrigens bei diesen Messern nicht möglich.

Hier noch ein paar Sicherheitstipps zum Arbeiten an einem Elektrohobel:

  • Bei einem Elektrohobel wird häufig nicht das Gerät sondern das Werkstück bewegt. Führe deshalb Hölzer zum Abrichten immer schräg an die Welle, sonst könnten sie zurückprallen.
  • Elektrohobel sind oft sehr laut. Trage deshalb auch einen Gehörschutz.
  • Da von diesen Maschinen sehr viel Staub in die Luft geschleudert wird empfehlen wir dir auch einen einfachen Atemschutz.
  • Auch eine Schutzbrille ist bei diesen Geräten mehr als angebracht. Fliegende Späne stellen hier eine ständige Gefahr dar.

Fazit

Für deine Hobelarbeit gibt es also eine Vielzahl an Hobeln, unter denen du den richtigen wählen musst.

Dabei kommt es teilweise auf das Werkstück, aber auch auf den persönlichen Geschmack an. Sehr wichtig ist dass du immer mit einem scharfen Hobel arbeitest.

Hoble außerdem immer in Faserrichtung. Bei Hirnholz musst du darauf achten dass dir Kanten nicht aussreißen.

Viel Erfolg!


Kommentare

Laurent Peters 20. September 2017 um 9:02

Wie viel Hobel gibst es!

Antworten

Samuel Schneider 20. September 2017 um 16:33

Hi Laurent,

weit über 21 😉 Die Funktionen werden immer umfangreicher und die Materialien unterscheiden sich mittlerweile auch sehr stark…

Antworten

Peter 19. Oktober 2016 um 20:50

Hallo,

tolle Tipps und Hinweise. Danke!

Antworten

Karl 12. Oktober 2016 um 21:31

Servus,

Ich suche einen Putzhobel. Kannst du mir eine Marke empfehlen?

Antworten

Samuel Schneider 13. Oktober 2016 um 14:46

Hallo Karl,

zwei Marken: Stanley und Ulmia. Beide bewegen sich in der selben Preiskategorie und sind sehr gute Putzhobel.

Hilft dir das weiter?

Antworten

Hansi7 12. Oktober 2016 um 10:39

Hallo,

ich habe ein Spanholz Bauteil und möchte das hobeln. Geht das? Kannst du mir da irgendwelche Tipps geben was ich dabei beachten muss?

Grüße Hansi

Antworten

Samuel Schneider 12. Oktober 2016 um 11:20

Hallo Hansi7,

meinst du mir Spanholz, Spanplatten?

Wenn ja, dann ja. 😉 Da in Spanplatten sehr viel Klebstoff verwendet wird, ist die Gefahr größer, dass die Schneide des Hobels beschädigt wird. Falls du das also bearbeiten möchtest, würde ich dir raten ein altes Messer zu nehmen.

Antworten

Kerstin 11. Oktober 2016 um 14:37

Hallo,

ich habe eine dringende Frage: beim Hobeln eines Bretts entsteht bei mir so eine Kante auf dem. Woher kommt das?

Antworten

Samuel Schneider 11. Oktober 2016 um 14:39

Hallo Kerstin,

mit was hast du das Brett gehobelt? Von Hand oder zum Beispiel mit einer Abrichte oder einem Dickenhobel?

Antworten

Kerstin 11. Oktober 2016 um 14:40

Hallo Samuel,

danke für die schnelle Antwort. Mein Vater hat eine elektrische Hobelschine die man als Abrichte und Dickenhobel gleichzeitig nutzen kann. Mit dieser habe ich das Brett bearbeitet. Warum ist das wichtig?

Antworten

Samuel Schneider 11. Oktober 2016 um 14:45

Hallo Kerstin,

bei solchen Maschinen wird oft an allen Enden gespart. So zum Beispiel beim Messer der Abrichte bzw. dem Dickenhobel. Es kann sein, dass ihr ein Brett bearbeitet habt und dabei die Schneide beschädigt wurde. Das kann durch minderwertiges Material passieren oder was sehr viel wahrscheinlicher ist: da war ein Nagel im Brett und das hat die Schneide beschädigt.

Kontrolliere einfach das Messer. Falls da irgendetwas kaputt ist, musst du es auswechseln. Bei der Kontrolle bitte die Maschine vom Stromnetz nehmen. Ganz wichtig! Beim einstellen empfehle ich dir einen Fachmann. Das Einstellen ist nicht ganz so ohne. Vor allem bei älteren Modellen.

Grüße und viel Erfolg!

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