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5 Tipps wie du sicher Holz fräsen kannst

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Beim Fräsen denken die meisten erst an die spanende Bearbeitung von Metall.

Aber auch in der Holzindustrie und beim Heimwerken kommt man um das Holz fräsen nicht herum.

Wichtig dabei ist allerdings: Nur das Holz und nicht die Finger fräsen! 😉  Wie kann man dabei am besten vorgehen?

In diesem Beitrag zeige ich dir 5 Tipps wie du sicher Holz fräsen kannst.

Außerdem zeige ich dir:

  • was beim Fräsen überhaupt passiert
  • worum es sich bei Gleichlauf und Gegenlauf handelt
  • welche Art Holz du zum Fräsen verwenden kannst
  • verschiedene Fräsmaschinen

Was ist Fräsen?

Fräsen ist wie das Drehen und das Hobeln eine spanende Holzbearbeitung. Dabei stellt man Werkstücke mit geometrisch bestimmter Gestalt her.

Anwendungsbeispiele für das Fräsen von Holz sind:

  • Flugzeugmodellbau
  • Möbelbau
  • Holzmodelle in der Architektur
  • Holzspielzeug
  • Holzschilder

Beim Fräsen dreht sich der Fräskopf mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse. Bewegt wird entweder der Fräser oder das Werkstück selbst.

Mit diesem Bearbeitungsverfahren kannst du hauptsächlich ebene Oberflächen herstellen. Dazu gehören zum Beispiel Nuten und Führungen herstellen.

Früher wurden solche Oberflächen meist gehobelt. Wie solche Hobel aussehen kannst du in diesem Beitrag nachschauen.

Holz lässt sich in alle möglichen Formen fräsen. Moderne CNC-Fräser ermöglichen es auch Holzbrillen, Holzlampen oder Spanten von Flugzeugen herzustellen.

Holz ist ein natürlich gewachsener Rohstoff. Diesen musst du anders bearbeiten als beispielsweise Kunststoff oder Metall.

Im Folgenden einige Tipps, die dir beim Holz Fräsen helfen werden.

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Gleichlauf – Gegenlauf?

Warum verbietet die Berufsgenossenschaft das Arbeiten im Gleichlauf beim Holz fräsen? Das hat gute Gründe.

Aber was bedeutet eigentlich Gleichlauf und Gegenlauf?

Vorschubrichtung beim Gegenlauf

Vorschubrichtung beim Gegenlauf

Der Gegenlauf

Beim Gegenlauf dreht sich der Fräskopf gegen die Vorschubrichtung. Dabei kann das Werkstück oder die Maschine kontrolliert geführt werden.

Warum?

Weil hierbei das Werkzeug gegen die Fräsrichtung geschoben wird. Der Bediener kann also die Geschwindigkeit leicht selbst bestimmen.

Der Gleichlauf

Vorschubrichtung beim Gleichlauf

Vorschubrichtung beim Gleichlauf

Beim Gleichlauf ist das anders. Die Vorschubrichtung entspricht hierbei der Drehrichtung des Fräskopfes.

Was passiert dabei?

Das Werkstück wird vom Fräser angeschoben. Dadurch ist der Vorgang schwieriger zu kontrollieren.

Bei einer Tischfräse kann das Werkstück weggeschleudert werden. Bei der Oberfräse kommt es leicht zum Rückschlag des Gerätes.

Ist der Gleichlauf gefährlich?

Die Kräfte des Gleichlaufs spürst du unterschiedlich stark. Es kommt darauf an wieviel Material du mit einem Mal abnimmst und wie groß dein Fräser ist.

Je größer der Fräser und je mehr Material, desto gefährlicher.

Professionelle Schreiner und Zimmerleute nutzen den Gleichlauf hin und wieder.

Warum?

Der Gleichlauf ermöglicht eine ausrissfreie Fräsung. Meist fräst man das Werkstück im Gleichlauf vor. Danach wird minimal im Gegenlauf nachgefräst.

Trotzdem ist und bleibt der Gleichlauf gefährlich und ich rate davon ab.

Das Problem der Ausrisse kann auch anders gelöst werden. Es ist zum Beispiel wichtig einen scharfen Fräser zu nutzen. Das kann schon viel bewirken.

Woher weiß man in welcher Richtung man gerade fräst? Allgemein gelten folgende Grundregeln:

Handfräse:

  • Außenkanten gegen den Uhzeigersinn fräsen
  • Innenkanten im Uhrzeigersinn fräsen

Tischfräse/ Frästisch:

  • Vorschubrichtung von rechts nach links
  • Ausnahme: Tischfräsen mit wechselbarer Drehrichtung. Ändert sich die Drehrichtung, ändert sich auch die Vorschubrichtung.
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Holz sicher fräsen: Die Anleitung

Beim Fräsen von Holz wird generell ohne Kühlschmierstoff gearbeitet. Das macht bei diesem Werkstoff keinen Sinn.

Deshalb ist die Reinigung der CNC-Fräsmaschine sehr wichtig. Sie muss komplett von Öl und Schmiermittelresten befreit werden.

Bei der Bearbeitung von Holz wird immer mit einem positiven Spanwinkel gearbeitet. Auch die Spankammern müssen größer sein als bei der Bearbeitung von Metall.

Tipp 1: Das richtige Holz verwenden

Holz mit solchen Astgabelungen eignet sich nicht zum Fräsen.

Holz mit solchen Astgabelungen eignet sich nicht zum Fräsen.

Auf der Suche nach dem richtigen Holz für deine Fräsarbeiten solltest du auf folgende zwei Dinge achten:

  • Das Holz sollte möglichst wenig Astgabelungen aufweisen. Diese sind nämlich meistens härter und können somit den Fräskopf zerstören. Außerdem können sich die Astlöcher beim Bearbeiten aus dem Holzstück lösen. Das würde unschöne Löcher hinterlassen.
  • Das Holz muss auf jeden Fall trocken sein.

Tipp 2: Mit der richtigen Schnittgeschwindigkeit fräsen

Holz entwickelt auf der bearbeiteten Oberfläche schnell hohe Temperaturen. Außerdem ist Holz ein schlechter Wärmeleiter. Deshalb entstehen schnell Brandspuren.

Das passiert hauptsächlich bei falsch eingestelltem Vorschub und Frästiefe.

Bei einer hohen Schnittgeschwindigkeit reduzierst du das Risiko von Brandspuren.

Tipp 3: Nur mit scharfen Fräsern arbeiten

Auch stumpfe Fräser führen teilweise zum Verbrennen der Holzoberfläche. Außerdem kann ein stumpfer Fräser zu Ausrissen im Werkstück führen.

Arbeite deshalb immer mit scharfen Fräsköpfen.

Tipp 4: Bei kleinen Werkstücken Spannvorrichtungen nutzen

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Nutze beim Bearbeiten von kleinen Werkstücken unbedingt eine passende Spannvorrichtung. Nur so kannst du sicherstellen, dass deine Finger in Sicherheit sind.

Solche Vorrichtungen kannst du dir leicht auch selbst bauen.

Tipp 5: Kein Holzstaub einatmen

Holzstaub hört sich zwar erst einmal ungefährlich an. Er ist aber einerseits entflammbar und andererseits auch gesundheitsschädlich.

Du arbeitest an einer Fräse ohne Absaugung arbeiten oder kommst mit Holzstaub in Kontakt? Dann setze dir am besten immer eine Staubmaske auf.

Wusstest du schon?
Die Absaugung an der Fräse darf nur eingeschaltet werden, wenn diese auch für Holzstaub geeignet ist. Vergewissere dich besser vorher.

Weiches oder hartes Holz zum Fräsen?

Grundsätzlich kann sowohl weiches wie auch hartes Holz gefräst werden. Die Holzart musst du nur bei der Bearbeitungsweise beachten.

Weiches Holz wird im Modellbau oder teilweise auch im Möbelbau verwendet. Dazu gehören Balsaholz oder Fichtenholz. Hartes Holz dagegen ist beispielsweise Eichenholz, Teakholz oder Buchenholz.

Was sind die Unterschiede in der Bearbeitung?

Weiches Holz fräsen

  • Solche weichen Werkstücke musst du vorsichtig einspannen, da es leichter bricht.
  • Am besten spannst du es an der kürzesten Stelle. So minimierst du die Gefahr eines Bruches.
  • Achte darauf, dass deine Drehgeschwindigkeit hoch genug ist und der Vorschub gering gehalten wird. Wird darauf nicht geachtet kann der Fräser verkanten.
Wusstest du schon?
Ist der Fräskopf doch einmal verkantet, muss das Werkstück umgespannt werden. Dann musst du von der anderen Richtung noch einmal anfräsen.

Hartes Holz Fräsen

  • Hartes Holz kannst du fester einspannen. Es lässt sich somit einfacher bearbeiten.
  • Der Fräskopf wird beim bearbeiten von hartem Holz allerdings mehr beansprucht.
  • Die Verwendung von scharfen Fräsern ist bei hartem Holz enorm wichtig. Nur so erreichst du ein sauberes Ergebnis. Bei stumpfen Fräsköpfen kann die Schnittkante schnell verbrennen oder ausreißen.

Werkzeuge zum Fräsen

Zum Fräsen benötigst du natürlich das passende Werkzeug. Hier habe ich dir verschieden Holzfräser aufgelistet.

Fest montierte Fräser sind meist in einen Frästisch integriert. Dieser ermöglicht ein gleichmäßiges heranführen und eine geschickte Arbeitsunterlage.

Andere Fräser musst du von Hand über das Werkstück führen.

Tischfräsmaschine

Eine Tischfräsmaschine hat meist einen Frästisch aus Gusseisen oder Holz. In der Mitte dieses Tisches befindet sich eine runde Öffnung. Aus dieser schaut die Frässpindel heraus.

An der Tischseite ist ein Anschlag angebracht an den die zu bearbeitenden Werkstücke angelegt werden können.

Auf dem Frästisch können dann noch weitere Spannvorrichtungen genutzt werden. Das macht eine gute Führung und eine sichere Handhabung möglich.

An eine solche Maschine können sowohl gerade Fräser als auch Formfräser angebracht werden.

Die Tischfräsmaschine setzt die Holzindustrie viel ein. Genutzt wird sie hauptsächlich:

  • zum besäumen von Kanten
  • zum Anbringen von Formen an Leisten Tafeln und Brettern

Oberfräse

Eine einfache Oberfräse

Eine einfache Oberfräse

Eine Oberfräse wir von oben angesetzt und benötigt keinen Frästisch.

Solch ein Holzfräser besteht aus einer Grundplatte, einem Elektromotor, einer Spannzange und einem Fräskorb.

Die Grundplatte wird später über das Werkstück geführt. Deshalb wird sie meist mit einer auswechselbaren Kunststoffgleitfläche versehen. In die Spannzange wird das Fräswerkzeug eingespannt.

Die meisten Oberfräsen sind für die Ein- oder Zweihandbedienung gedacht. Es gibt aber auch stationäre Oberfräsen. Diese sind meist in CNC-Fräsen eingebaut.

Einige Oberfräsen sind so gebaut, dass du sie auch einfach über Kopf in einen Frästisch einbauen kannst. So kann man sie wie eine Tischfräse nutzen. Das ist besonders für kleine Werkstücke von Vorteil.

Wusstest du schon?
Oberfräsen für Heimwerker bekommst du schon ab 450 Watt. Diese wiegen um die 3,0 kg. Professionelle Oberfräsen arbeiten mit 900 bis 1600 Watt. Diese wiegen dann allerdings auch bis zu 8kg!
Profile die die Oberfräse herstellen kann.

Profile die die Oberfräse herstellen kann.

Oberfräsen nutzt man zum:

  • Fasen und profilieren
  • Schablonenfräsen
  • Einfräsen von Nuten
  • Freihandfräsen von Mustern, Schriften oder Verzierungen

In der Übersicht rechts kannst du sehen, welche Profile mit einer Oberfräse ausgearbeitet werden können.

Unterflurfräse

Die Unterflurfräse ist der Tischfräse sehr ähnlich.

Bei der Tischfräse befindet sich die Frässpindel am seitlichen Anschlag. Die Unterflurfräse hat mehrere senkrecht stehende Frässpindeln in der Mitte des Frästisches,

Nutfräser

Beim Nutfräser handelt es sich um eine handgeführte Fräsmaschine. Er ähnelt ein wenig einem Winkelschleifer.

Ein Nutfräser

Ein Nutfräser

Durch diese Gehäuseform, kombiniert mit dem Fräser erreicht diese Maschine sehr hohe Drehzahlen. Das ist wichtig für eine saubere Ausarbeitung von Nuten oder Schattenfugen.

Dieser Fräser hat viele verschiedene Namen. Je nachdem was du damit herstellst:

  • Herstellung einer Nut z.B zur Aufnahme eines Flachdübels: NutfräserFlachdübelfräser, Formfederfräser, Lamellofräser
  • Herstellung einer Schattenfuge: Schattenfugenfräser

CNC-Fräser

Hier fräst eine CNC-Fräse ein Landschaftsmodell aus.

Hier fräst eine CNC-Fräse ein Landschaftsmodell aus.

CNC bedeutet: „Computerized Numerical Control“.

Dabei handelt es sich um komplexe Werkzeugmaschinen. Hauptsächlich die Holzindustrie nutzt diese.

Durch den Einsatz moderner Steuerungstechnik werden damit auch komplexe Werkstücke sehr präzise hergestellt.

Solche Maschinen werden programmiert und arbeiten komplett automatisch.

In CNC-Maschinen können auch Holzfräser eingebaut werden, die dann automatisch ein Programm abarbeiten.

Kettenfräser

Eine Kettenfräse

Eine Kettenfräse

Die Kettenfräsen wird umgangssprachlich auch oft Kettenstemmer genannt. Es gibt diese Fräsen stationär oder zur handgeführten Nutzung.

Kettenfräsen arbeiten – wie der Name schon sagt – mit einer umlaufenden Fräskette.

Kettenfräsen nutzt man um:

  • Zapfenlöcher auszuarbeiten
  • Taschen für Schlosskästen auszuarbeiten

Fazit

Das Fräsen ist eine praktische Bearbeitungsmöglichkeit für Holz.

Je nachdem mit was für Holz du arbeitest musst du auf verschiedenes achten. Wichtig ist die richtige Schnittgeschwindigkeit und der Vorschub.

Suche dir trockenes Holz aus und nutze scharfe Fräsköpfe So kannst du mit einem Fräser auch sicher arbeiten.

Ich hoffe mein Beitrag hat dir geholfen dich für den passenden Fräser zu entscheiden und deine Arbeit sicher abzuschließen.



Kommentare

Lorenz 26. August 2017 um 12:12

Hallo Samuel,

Können beim Fräsen einer Spanplatte mit einer Oberfräse Probleme auftreten?
Ich will eine leicht ovale Platte am Rand entlang fräsen, muss ich bestimmte Dinge beachten, da ich die Kurve entlang fräse?
Vielen Dank im Voraus 😉

Antworten

Samuel Schneider 28. August 2017 um 22:36

Hallo Lorenzo,

irgendwo habe ich doch schon mal diese Frage beantwortet…hm. Ich finde den Beitrag nicht mehr. Hm…

Also zu deiner Frage: unbedingt Augenschutz tragen, das Zeug splittert ohne Ende. Ich hab die Erfahrung ohne Schutzbrille gemacht und das ging ins Auge… Ansonsten: achte auf scharfes Werkzeug und eine gute Absaugung.

Antworten

PfadStaubball 21. Februar 2017 um 20:18

Sehr informationsreich, übersichtlich und einfach erklärt.
Weiterso!

Antworten

Samuel Schneider 22. Februar 2017 um 12:38

Das freut mich. Danke.

Antworten

Bernd H. 14. Januar 2017 um 12:05

Hallo Samuel,

danke für den Hinweis mit dem Gegenlauf und dem Gleichlauf. Hast du die Grafiken selbst erstellt?

Antworten

Samuel Schneider 14. Januar 2017 um 16:26

Hallo Bernd,

ja diese Grafik habe ich selbst erstellt. Das Programm heiß sketchup. Das kannst du übrigens kostenlos nutzen. Aber Grafiken die für kommerzielle Zwecke genutzt werden benötigen die Pro version.

Hilft dir das weiter?

Antworten

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In den Monaten November, Dezember und Januar 2018 bin ich auf einer Schulung. Ich werde nicht so schnell antworten können. Deine Frage/n gehen nicht unter ;-)

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