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Holz bürsten und strukturieren

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Metallbürste

Durch das Bürsten oder Stukturieren von Holz erhält man einen modernen, rustikalen look. Dabei wird weiches Holz herausgebürstet, das Harte Holz bleibt bestehen. Das bringt die Maserung voll zur Geltung. Oft wird dabei auch mit Farben gespielt.

Diese Technik wird vor allem bei Renovationen im Bereich Fachwerk oder sichtbares Holzgebälk verwendet.

Die wichtigsten Techniken und Werkzeuge stelle ich in diesem Beitrag vor.

Wodurch entsteht die Maserung beim Bürsten?

Holz besteht immer aus verschiedenen Schichten. Diese Schichten entstehen durch das natürliche Wachtum des Baumes. Gerade diese Eigenschaft des Holzes machen wir uns beim Bürsten zunutze. Die Struktur wird dabei herausgearbeitet.

Frühholz ist viel weicher als Spätholz. Die Ringe aus Spätholz werden auch als Jahresringe bezeichnet. Die beiden Holzschichten wechseln sich in einem Stück Holz immer ab.

Wusstest du schon?
Als Frühholz wird das Holz bezeichnet, das im Frühjahr/ Hochsommer wächst. In dieser Zeit wächst der Baum sehr schnell, allerdings wird das Holz dabei nicht so hart. Spätholz wird vom Baum im Spätsommer/ Herbst ausgebildet. In dieser Zeit wächst der Baum sehr langsam, das Holz kann deshalb sehr hart werden.  

Beim Bürsten einer Holzoberfläche wird das weiche Frühholz herausgebürstet. Das härtere Spätholz löst sich nicht so schnell und bleibt deshalb größtenteils erhalten. Wie viel abgetragen wird hängt davon ab wir tief du die Struktur haben möchtest. Regulieren kannst du das durch die Vorschubgeschwindigkeit des Werkzeugs und auch durch die Häufigkeit der Wiederholungen.

Bestseller-Tipp
Hier habe ich eine Auflistung der beliebtesten Holzstrukturbürsten.

Werkzeuge zum Bürsten

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Kunststoffbürste

Beim Bürsten können verschiedene Werkzeuge verwendet werden. Oft wird mit härteren Werkzeugen vorgearbeitet und mit weicheren nachgebürstet. Wichtig ist dass sie Bewegungsrichtung immer mit der Holzmaserung geht.

Die Bürsten können von Hand geführt oder elektrisch betrieben werden. Eine günstige Variante Voll-Bürstmaschinen ist das Einspannern eines Bürstaufsatzes in die Bohrmaschine.

Zur harten Vorbehandlung werden häufig Drahtbürsten gebraucht. Der dafür genutzte Stahldraht ist meist mit Messing überzogen. Diese Art Bürste erzielt einen sehr hohen Abrieb auf Weichholz wie auch auf Hartholz.

Achtung!
Die Holzarten Eiche Kastanie und Birke enthalten in ihrem Holz natürliche Gerbsäure, Tannin genannt. Wenn du diese Holzarten verarbeitest und sich der Metallabrieb mit der Gerbsäure verbindet entstehen kleine braune Pünktchen. Das gilt besonders nach dem beizen.

Für die weichere Nachbehandlung werden meist Bürsten genutzt die mit Kunststoff-Schleifborsten besetzt werden (Korn 80). So werden abstehende Holzfasern entfernt und die Maserung des Holzes kommt gut zum Tragen. Am Schluss kann die Oberfläche lackiert oder gebeizt werden, oder auch einfach naturbelassen bleiben.

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Spezielle Effekte basierend auf dem Bürsten

Wenn du ein Holzstück gebürstet hast kannst du danach eine Beize auftragen. Die Beize dringt bis in die tieferen Furchen ein. Die Oberfläche kannst du dann mit einer Schleifmaschine abschleifen. So entsteht ein wunderschönes Ergebnis.

Statt dem Beizen kannst du auch Pigmentpaste auftragen und die Oberfläche danach abschleifen. Mit elektrischen Messingbürsten ist es auch möglich eine Holzterasse zu bürsten. So kann graues verwittertes Holz wieder hellbraun gemacht werden.

Fazit

Das Bürsten gibt dem Holz also ein etwas rustikales Aussehen. Dabei wird die weichere Schicht herausgebürstet, so dass nur noch die härtern Strukturen übrig bleiben. So wird die interessante Maserung erreicht. Durch Beizen und anschließendes Abschleifen werden nochmals andere Ergebnisse erzielt.



Kommentare

Tom Klein 11. Februar 2019 um 18:34

Hallo Samuel, danke für deinen super Blog.

Ich habe Baubohlen schön mit der roten Nylonbürste von Wolfcraft bearbeitet. Dabei hab ich gut auf die Faser geachtet. Hab dann aber dummerweise mit der blauen Topfbürste nachgebürstet und wollte noch etwas feiner werden. Dachte es ist nicht zu schlimm, die von oben zu nehmen also im Kreis anstatt mit der Stuktur. Jetzt hab ich leider lauter „Bobbel “ wo das Holz so rauh ist. Was schlägst du vor, wieder eine glatte schöne Stuktur zu bekommen ? Danke für deine Hilfe. liebe Grüße vom Bodensee – Tom

Antworten

Samuel Schneider 14. Februar 2019 um 19:37

Hallo Tom,

eventuell mit einem groben Schleifpapier das Holz wieder schleifen oder die letzte Möglichkeit: Hobeln.

Antworten

Christian 7. Januar 2019 um 11:25

Hallo, ich habe vor mir eine Tischplatte aus Eiche zu machen. Ich würde gerne die Oberfläche schön strukturiert haben und denke dass hier das Bürsten (Aufsatz auf Akkubohrer) passen würde. Wie kann ich verhindern, dass es diese kleinen schwarzen Pünktchen gibt?

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Samuel Schneider 8. Januar 2019 um 14:37

Hallo Christian,

was für eine Bürste nutzt du? Du musst aufpassen, dass du da nicht zu lange „bearbeitest“. Das Holz kann verbrennen. Ich würde das erst an einem Probestück versuchen und dann an das fertige Werkstück herangehen.

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Maik Heese 19. Dezember 2018 um 15:44

Hallo Samuel,

ich möchte für meine Jagdstube Bretter flämmen und Bürstenn und mit diesen dann die Wände verkleiden.
Solle ich gehobelte Bretter nehmen oder sägerau?
Ich kann zwischen Kiefer und Lärche wählen. Was sollte man nehmen? Der Preisunterschied ist überschaubar.

Schöne Grüße , maik Heese

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Samuel Schneider 11. Januar 2019 um 11:07

Hi Maik,

Sägerau würde ich vorschlagen. Oder einfach mal testen und dann entscheiden. Das ist Geschmackssache…

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Blume 8. Oktober 2018 um 19:18

Hallo Samuel,
Ich habe einen Lackierten Fichten Tisch, den ich abschleifen und auch gerne Bürsten würde.
Welche Bürste (Materialtechnisch) soll ich dafür verwenden?
Mit was könnte ich den Tisch streichen, um ihn dunkler zu machen, jedoch so dass das Holz noch „durchscheint“?!
Lg Blume

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Samuel Schneider 3. Februar 2019 um 14:55

Hallo Blume,

zum Beispiel damit: Holzstrukturbürste. Und am ende mit einem Hartwachsöl streichen. Das müsste passen.

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timo hubel 1. Oktober 2018 um 10:22

Hallo Herr Schneider,

aktuell bin ich mit einer Dachsanierung beschäftigt und habe eine spezielle Frage. Im Bereich des Ess-/Wohnzimmers haben wir die Decke geöffnet sodass der Raum größer wirkt. Da der Raum nicht allzu groß ist haben wir durch das entfernen der Decke (Trennung OG zu Spitzboden) eine besseres Raumgefühl. Dich Sicht ist nun „bis zum Fürst“ gegeben. Da die vorhandenen Zangen allerdings nicht allzu schön sind würden wir diese gerne bearbeiten. Die Zangen welche durch den kpl Raum laufen (von Mittelpfette zu Mittelpfette) mit einer Art roten / braunen Konservierung behandelt wurden möchte wir diese gerne bürsten und anschließend mit einem ÖL / Paste / Farbe behandeln um einen ähnlichen Fabton zu erzielen wie der neue Boden.
Ich frage mich aktuell wie ich die Balken behandeln soll? Wie würden SIe dies machen. Ich dachte an eine kleine Akkuflex mit einem Drahtbürstenaufsatz? Ich habe es schon mit einer Fecherscheibe versucht aber leider verbrennt mir dann das Holz an der Obefläche.

Vielen Dank für eine kurze Rückmeldung.

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Samuel Schneider 6. Februar 2019 um 11:09

Hallo Timo Hubel,

also das mit dem Drahtbürstenaufsatz müsste eigentlich klappen. Du musst darauf achten, dass du nicht zu lange an einer Stelle bleibst. Um das Holz nicht zu beschädigen, kannst du auch erst einmal versuchen, an einer unauffälligen Stelle das Holz mit einer Handdrahtbürste zu bearbeiten.

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Paula Mairhofer 20. März 2018 um 17:22

Grüss Gott aus Südtirol, unsere Holzfassade bräuchte dringend eine Erneuerung und manche raten uns zum Absandeln – andere wollen das mit Eiskristallen machen. Letzteres hat uns gar nicht zugesagt und auch das mit dem Sand gefällt uns auch nicht optimal. Am liebsten würden wir es selber machen aber mit abbürsten. Oder aber, wir spritzen zuerst ein Schimmelmittel auf und spülen es dann mit dem Hochdruckreiniger ab. In Gedanken befassen wir uns schon lange mit diesem Problem, kommen aber nirgends weiter. Welche Bürstmaschine müssten wir kaufen und welche Handbürsten soll man nehmen ? Das Holz ist nicht gestrichen , nur einmal mit dem Hochdruckreiniger heruntergeputzt. Gerne würden wir nachher auch eine Behandlung des Holzes machen vielleicht hält es dann etwas länger – inzwischen ist es teilweise schwarz. Ich glaube das ist Fichtenholz. Der Balkon gefällt uns so grau ganz gut ,aber alles andere……. Vielleicht können Sie uns raten. Vielen, vielen Dank Fam. Mairhofer

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Samuel Schneider 20. März 2018 um 21:52

Hallo Paula,

Bürsten klingt gut. Wegen der Maschine würde ich dir raten, vor Ort einen zuverlässigen Fachhändler aufzusuchen. Ich weiß nicht, was man so in Südtirol alles bekommt.

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berbuir 15. November 2016 um 11:03

hallo, ich bin derzeit damit beschäftigt ca. 70 m² alten Fußboden aufzunehmen und möchte diesen durch einen Fußboden, Fichte gebürstet ersetzen. Diese Baumaßnahme erfordert sicherlich großen maschinellen Einsatz, so dass ich mir das Holz von einem Hersteller, wunschgemäß in gebürsteter Form, bereitstellen lassen muss. Welche Tiefenstrukturen gibt es? Kann ich das vorgeben oder sind alle gebürsteten Produkte einheitlich?
Hier würde ich jegliche Aufklärung begrüßen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Berbuir

Antworten

Samuel Schneider 15. November 2016 um 13:28

Hallo Manfred,

bei 70 m² solltest du auf jeden Fall auf fertige Materialien zurückgreifen.

Bist du dir mit Fichte ganz sicher?

Ein Boden wird stark beansprucht. Fichtenholz ist nicht sehr hart und wird schnell abgelaufen (und damit auch die Struktur). Das sieht nach ein paar Monaten sehr hässlich aus. In der Regel verwendet man dafür Hartholz. Wie zum Beispiel Buchen- oder Eichenböden.

Holzwerke können das nach Wunsch vorfertigen. Bei uns in der Gegend zum Beispiel in Freiburg oder Lörrach. Frag am besten bei deinem Fachhändler nach. Es gibt aber auch fertige Dielen/Parkettböden die schon eine Maserung haben.

Aber bitte denk daran: auf dem Boden würde ich kein Weichholz verwenden. Vor allem wenn das stark begangen wird.

Hat dir das geholfen?

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