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Keine Chance dem Schimmel: Dampfbremse richtig anbringen

Eine Dampfbremsfolie auf einer Rolle

Eine Dampfbremsfolie auf einer Rolle

Schimmel oder Feuchtigkeit in der Wohnung?

Dann wurde in deinem Haus wahrscheinlich die Dampfsperre oder Dampfbremse nicht richtig angebracht.

Ob du einen Neubau oder Dachausbau planst, oder renovieren möchtest: Sich darüber Gedanken zu machen ist sehr wichtig.

In diesem Artikel möchte ich auf die Unterschiede zwischen Dampfsperre und Dampfbremse eingehen. Auch was beim Anbringen beachtet werden muss zeige ich dir in diesem Beitrag.

Warum braucht man eine Dampfbremse?

Um zu verstehen um was es sich bei der Dampfbremse und der Dampfsperre handelt zeige ich dir erst einmal die Wirkungsweise dieser Folien.

Eine solche Folie besteht meist aus Aluminium oder Polyethylen. Sie sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen kann.

Warum ist das so wichtig?

Wasserdampf dringt durch das Dach

Im Haus entsteht automatisch warmer Wasserdampf. Das passiert beim Kochen, Duschen und sogar schon beim atmen.

Kann dieser Wasserdampf nicht entweichen beginnt er an der kalten Wand oder am Dach zu kondensieren, es bildet sich also Tauwasser. Diesen Effekt kennst du vielleicht von kalten Fenstern im Winter.

Wusstest du schon?

Wasser in der Dämmung kann diese zusammensacken lassen. Damit wird sie so gut wie wirkungslos.

Permanentes Tauwasser führt an der Wand oder im Dach schnell zu Schimmel. Das möchte man durch eine Dampfsperre verhindern.

Die Innenseite der Dämmung ist relativ warm. Nach außen hin wird die Dämmung immer kühler. Kalte Luft kann allerdings weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Das führt zu Tauwasser.

Die Dampfbremse verhindert nicht den Temperaturabfall, da es sich nur um eine dünne Folie handelt.

Allerdings wird ein Großteil der Feuchtigkeit abgehalten überhaupt in den kalten Bereich der Dämmung zu gelangen. Dadurch bildet sich erst gar kein Tauwasser.

In der Grafik unten kannst du gut den Unterschied erkennen. Im ersten Bild ist keine Dampfbremse verbaut. Dadurch bildet sich dort Tauwasser.

Im zweiten Bild  sieht man schön, wie die Dampfbremse die Luftfeuchtigkeit drückt. Die Sättigungsgrenze wird deshalb nicht erreicht. Es entsteht kein Tauwasser in der Dämmung.

Das Verhalten der Feuchtigkeit wenn keine Dampfbremse verbaut wird. Die Luftfeuchtigkeit steigt bis zur Sättigungsgrenze an. Es entsteht Tauwasser in der Dämmung.

Das Verhalten der Feuchtigkeit wenn keine Dampfbremse verbaut wird. Die Luftfeuchtigkeit steigt bis zur Sättigungsgrenze an. Es entsteht Tauwasser in der Dämmung. | Grafik von www.u-wert.net

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Das Verhalten der Feuchtigkeit wenn eine Dampfbremse eingebaut wird. Die Luftfeuchtigkeitbleibt hier viel niedriger. Es entsteht deshalb auch kein Tauwasser in der Dämmung.  | Grafik von www.u-wert.net

Dampfsperre oder Dampfbremse?

Den meisten Bauherrn ist klar, dass sie etwas tun müssen um die Feuchtigkeit aus der Dämmung heraus zu halten.

Die Frage der meisten ist allerdings was für ihr Haus das richtige ist: Dampfsperre oder Dampfbremse. Oder ist das vielleicht sogar dasselbe?

Mit den folgenden Erklärungen möchte ich nun mit allen Unsicherheiten aufräumen.

Also zuerst einmal die fundamentale Frage:

Gibt es einen Unterschied?

Ja! Es gibt einen Unterschied zwischen der Dampfsperre und der Dampfbremse. Auch wenn umgangssprachlich die beiden Folien gerne durcheinander geworfen werden.

Feuchtigkeit total absperren kann eigentlich nur Metall oder Glas. Deshalb können auch nur Folien aus diesen Materialien, beispielsweise aus Kupfer oder Aluminium wirklich als Dampfsperre bezeichnet werden.

Die richtige Bezeichnung für alle anderen Folien ist Dampfbremse.

Im allgemeinen Hausbau werden allerdings kaum mehr Dampfsperren eingebaut. Grund dafür waren viele Wasserschäden aufgrund dieser Folien.

Meist waren Einbaufehler Grund für die Schäden. Ist nämlich auch nur eine kleinste Stelle undicht, kann das dort eingetretene Wasser nur noch nach außen austreten.

Wusstest du schon?

Undichte Stellen können zum Beispiel beim Einbau von Steckdosen entstehen.

Problematisch ist allerdings auch einfach schon die Luftfeuchtigkeit die sich beim Einbau in der Dämmung befindet. Diese kann mehrere Liter pro Quadratmeter betragen!

Ein Vorteil der Dampfbremse ist somit, dass eingetretene Feuchtigkeit auch wieder in den Innenraum austreten kann.

dampfbremse-details

Das Prinzip ähnlich wie beim GoroTex. Die Bauteile können „Atmen“. Feuchtigkeit kann reguliert ein und austreten. Der Taupunkt ist jedoch außerhalb des Bauteils.

Besonders sinnvoll ist das bei Neubauten. Die verbauten Dachsparren haben meist noch eine Restfeuchtigkeit. Durch eine Dampfbremse statt einer Sperre kann die Gefahr der Fäule sehr reduziert werden.

Unterscheiden lassen sich Dampfsperre und Dampfbremse auch in ihrem Wirkungsgrad. Deshalb jetzt ein paar Details zum sd-Wert.

Dampfbremse: was sagt der sd-Wert aus?

In Deutschland gelten folgende Richtlinien in Bezug auf den Wirkungsgrad:

Grad der Dichtheit sd-Wert Feuchtigkeitsschutz
diffusionsoffen < 0,5 m gering
diffusionshemmend (Dampfbremse) > 0,5m und < 1500 m mittel
diffusionsdicht (Dampfsperre) > 1500 m hoch

Wie ist der sd-Wert zu verstehen?

Ein sd-Wert von 0,5 m bedeutet, dass der Wasserdampfdiffusionswiderstand  für ein austretendes Wassermolekül so hoch ist wie eine 0,5 Meter dicke stehende Luftschicht.

Je höher also der sd-Wert ist, desto schwerer wird es für die Feuchtigkeit durch die Folie zu gelangen.

Wusstest du schon?
  • Diffusionsoffen bedeutet, dass ein Großteil der Feuchtigkeit durch das Material durchdringen kann. Der Widerstand ist sehr gering. Das wir beispielsweise bei Unterspannbahnen genutzt. Dabei soll nämlich die komplette Feuchtigkeit im Dämmmaterial nach außen ausdampfen.
  • Diffusionshemmend bedeutet, dass nur ein Teil der Feuchtigkeit die Folie durchdringt. Der Widerstand dieser „Dampfbremse“ hindert die Feuchtigkeit bis zur Dämmung durchzudringen. Dass ein Teil der Feuchtigkeit entweicht wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Sollte allerdings zu viel austreten würde Schimmel entstehen.
  • Diffussionsdicht bedeutet, dass so gut wie gar keine Feuchtigkeit den Weg durch die Dampfsperre findet. Strenggenommen sind allerdings nur Glas und Metall echte Dampfsperren.

Dampfbremse richtig anbringen

Theoretisch ist das Anbringen der Folie eine einfache Sache. In der Praxis werden dabei allerdings oft folgenschwere Fehler gemacht.

Beim Anbringen einer Dampfbremse muss sehr gewissenhaft gearbeitet werden. Jede Lücke, jede kleine Undichtigkeit kann später zu großen Problemen führen.

Wenn also nicht sauber gearbeitet wird, kann es sein, dass die komplette Dampfbremse oder Dampfsperre ihre Wirkung verliert.

Hier nun ein paar Tipps  zum Anbringen einer Dampfbremse:

Allgemeine Hinweise zur Anbringung

dampfbremse-montage

Verbindung am Schwellenholz und an den Pfetten muss sauber abgeklebt werden.

Erst einmal ein paar grundlegende Dinge wenn du deine Dampfbremse selbst anbringen möchtest.

Wie rum anbringen?

Manche Folien haben auf einer Seite etwas Vlies-ähnliches. Die Seite auf der du das Klebeband aufklebst sollte allerdings immer glatt sein.

Deshalb gilt generell: Beim Verarbeiten einer Dampfbremsfolie sollte die Schrift auf der Folie zum Verarbeiter zeigen. 

Mit dieser Regel kannst du eigentlich nichts falsch machen.

Tacker oder Klebeband?

Häufig werden Dampfbremsen festgetackert. Auch wenn das eine einfache Möglichkeit ist, wird die Folie dadurch verletzt.

Wie oben schon gezeigt führt eine Verletzung der Folie dazu dass die Feuchtigkeit dort durchdringt. Somit kann man sich die Arbeit und das Geld für diesen Schutz dann gleich sparen.

Besser ist das Anbringen der Dampfbremse mit Klebeband.

Das Dichtband

Falls du allerdings doch den Tacker vorziehst, empfehle ich dir ein Dichtband. Dieses wird auf den Sparren aufgeklebt.

Die Folie wird dann einfach auf dieses Dichtband getackert. So wird auch bei dieser Methode eine dichte Dampfbremse gewährleistet.

Überlappung

dampfbremse-montage-2

Ich starte oft an der Schwelle und nehme mir mit einer Schlagschnur das parallele Maß zur Schwelle. Die Montage ist erheblich einfacher.

Die einzelnen Folien sollten entweder parallel zu den Sparren oder parallel zur Traufe angebracht werden.

Beim Anbringen sollten die einzelnen Folien mindestens 10 cm überlappen. Außerdem darf die Folie nicht unter Spannung stehen. Lasse sie immer ein paar Zentimeter durchhängen.

Blower-Door-Test

Ob eine Dampfbremse wirklich dicht ist kann der Fachmann mit dem sogenannten Blower-Door-Test (ein Differenzdruck-Messverfahren) herausfinden.

Dabei wird getestet wo sich Luftleckagen im Haus befinden. An diesen Stellen befinden sich häufig auch Löcher in der Dampfbremse.

Konterlattung

Auf die fertig angebrachte Dampfbremse wird dann die Konterlattung angebracht. Diese fixiert die Folie endgültig.

Auf die Konterlattung wird die Innenwand montiert. Diese Ebene nennt man Installationsebene und wird in der Regel ausgedämmt.

Ausgedämmt?

Ja, das geht.

Obwohl die Dämmung vor der Dampfbremse liegt ist das bei dünnen Konterlatten (40 bis 60 mm) überhaupt kein Problem und rechnerisch nachvollziehbar. Bau-physikalisch unbedenklich und es wird häufig von Architekten empfohlen.

Anders als bei der Konterlattung die im Außenbereich auf der Aufsparrendämmung liegt, muss hier keine Luftzirkulation stattfinden (Gemeint ist: Ziegel, Lattung, Konterlattung und Aufsparrendämmung/ Sparren).

Wandanschluss der Dampfbremse

Um eine Dampfbremse oder Dampfsperre an die Wand zu verkleben musst du mit ganz besonderer Genauigkeit arbeiten. Beachte dabei die folgenden wichtigen Punkte:

  • Die Folie darf nicht unter Spannung stehen wenn du sie an die Wand festklebst.
  • Anschlüsse und Durchdringungen müssen separat mit einem speziellen Klebeband luftdicht abgeklebt werden.
  • Damit du die Dampfsperre an die Wand anbringen kannst musst du eine Hochleistungsklebemasse – zum Beispiel von „Siga-Primur“ – nutzen. Diese wird auf die Wand aufgebracht und die Folie einfach aufgedrückt.

Dampfbremse am Boden anbringen

Du kannst sowohl eine Dampfbremse wie auch eine Dampfsperre auf dem Boden verlegen. Das ist besonders sinnvoll wenn Parkett auf Beton, Estrich oder Asphalt verlegt wird.

Diese mineralischen Untergründe bestehen zu einem Teil aus Wasser und kann immer wieder Feuchtigkeit abgeben.

Wusstest du schon?

Wenn keine Dampfbremse eingelegt wird, kann sich der Boden bei hoher Luftfeuchtigkeit unter Umständen heben.

Das birgt Unfallrisiken durch Stolperfallen. Außerdem leidet das Parkett durch die dadurch entstehenden Spannungen.

Preis einer Dampfbremse

Dampfbremsfolie gibt es natürlich in den verschiedensten Ausführungen und Preisklassen.

Achte am besten auf Markenprodukte, da diese auf Qualität achten. Kaufe dann auch die passenden Klebestoffe und Klebebänder von der selben Marke.

Eine qualitativ hochwertige Marke ist zum Beispiel Isover.

Wo kann man eine Dampfbremse kaufen?

Eine Dampfsperre beziehungsweise Dampfbremse von Isover aus dem Baumarkt Hornbach kostet ca. 3,00 Euro der Meter.

Du kannst die Folien natürlich auch übers Internet kaufen. So werden sie dir gleich ins Haus geliefert.

Die Preise sind überall ziemlich ähnlich.

Fazit

Eine Dampfbremse verhindert also, dass Feuchtigkeit aus dem Wohnraum in die Dämmung aufsteigt. Diese würde sonst nämlich an Dämmkraft verlieren.

Damit deine Dampfbremse allerdings ihren Zweck erfüllt ist es extrem wichtig, dass sie dicht ist.

Das erreichst du, indem du Dichtbänder beim Tackern nutzt. Auch Durchführungen wie Rohre und Steckdosen musst du zusätzlich mit Klebeband abdichten.

Ich hoffe meine Tipps haben dir dabei geholfen.

Grundsätzlich sollte man zunächst die Ursachen bekämpfen.

Die Hinweise in diesem Beitrag helfen dir Schimmel vom Holz zu entfernen.

Das kann ich aus der Entfernung leider nicht beantworten. Auch nicht mit Bildern. Das beste ist: mach einen Schimmeltest. Entweder dieser oder dieser.

Damit kannst du durch eine einfache Analyse selbst feststellen wie „gefährlich“ die Belastung wirklich ist. Und wenn du ganz sicher gehen willst: du kannst die Probe auch an ein Labor zusenden. Die Anbieter der Produkte sind Profis.

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Kommentare

Marita 27. April 2018 um 21:09

Hallo Samuel,

Wir wollen im Erdgeschoss – über kaltem Keller – (Haus BJ 1952) den Dielenfußboden inkl. der Unterlattung erneuern, und dabei die Kellerdecke zwischen der Unterlattung mit Mineralwolle dämmen. (kellerseits ist a.G. der Höhe keine Dämmung möglich)
Und jetzt haben wir folgendes Problem:
Vom Energieberater kam, dass eine Dampfsperre nötig ist, mit der Vorgabe die auf der Unterlattung – also unter den neuen Dielen – also zur warmen Seite hin – anzubringen. .
Als wir dann im Holzfachhandel das Material bestellt haben, kam dann auch das Thema Dampfbremse. Allerdings, – als wir erzählt haben, wie wir vorgehen wollen – waren die total anderer Meinung, nämlich der, dass die Dampfbremse unter die Unterlattung gehört, da ansonsten Feuchtigkeit aus dem kalten Keller in die Dämmung gelangen könnte.
Und nun stehen wir da mit diesen beiden kontroversen Meinungen. Beide Meinungen wurden für uns logisch nachvollziehbar erklärt – aber irgendwie gibt es für uns zu jeder auch unlogisches.
Und wenn wir alles zusammenzählen dann bekommen wir alle Argumente am besten „unter einen Hut“ wenn wir sowohl oben als auch eine unten eine Dampfbremse einbauen.
Nur wir vermuten, dass es dabei auch ein Detail geben könnte was wir nicht überschauen.
Würde mich freuen deine Meinung – wohin die Dampfbremse gehört – zu erfahren und bedanke mich schon mal für deine Antwort.
Viele Grüße Marita

Antworten

Samuel Schneider 27. April 2018 um 23:10

Hallo Maritta,

wie in meinem Beispiel erklärt baut man die Dampfbremse immer zur warmen Seite hin. Lies dir bitte diese Absätze mal durch: https://baubeaver.de/dampfbremse/#Warum_braucht_man_eine_Dampfbremse

Ich habe mal deine Situation aufgezeichnet, wenn ich deine Beschreibung richtig verstanden habe würde ich die Dampfbremse so einbauen:
Leserfrage_Dampfbremse_wo_einabuen

Antworten

Tino S. 1. März 2018 um 9:24

Hallo Samuel,

auch wenn meine Frage hier bereits prinzipiell beantwortet wurde, bitte ich Dich um Deine Meinung zum Einzelfall.

Konkret habe ich 140mm Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle und möchte die Installationsebene zusätzliche mit 60 mm Untersparrendämmung aus Wolle versehen. Allerdings nur direkt an der Dachschräge. Die Deckendämmung wird durch eine zusätzliche Schicht über den Zangen verstärkt.

Jetzt die Frage: Ist das Verhältnis der Dämmschichten an der Dachschräge noch im Rahmen, wenn sich die Dampfsperre/Dampfbremse zwischen den Wolle-Schichten befindet? Ich habe Bedenken, dass sich im Winter in der Installationsebene zuviel Tauwasser sammeln könnte.
Nach außen hin ist weiter aufgebaut eine Unterspannbahn (DELTA-MAXX Plus) sowie nach 24 mm Hinterlüftung eine niegelnagelneue Braas-Keramikdachhaut.

Übrigens: Die Tackernähte der Dampfsperre einfach mit SIGA SIcrall überkleben hilft. Ich kenne das Produkt noch aus Zeiten seiner Markteinführung in den 90er Jahren. Zwischenzeitlich gibt es auch preiswertere Alternativen, die dem Produkt qualitativ relativ ebenbürtig sind. Und wie auch bereits angesprochen: Für die Befestigung der Konterlattung auf der Dampfsperre scheint es nicht wirklich eine (wasserdichte) Lösung zu geben. Eben ein Denkfehler im System. 😉

VG, Tino

Antworten

Samuel Schneider 16. März 2018 um 22:16

Hallo Tino S.,

ich würde die Werte im http://www.u-wert.net eingeben und dann sehen was passiert. Es ist üblich das die Installationsebene auch mitgedämmt wird und ich kenne keine Probleme damit. Die Probleme stecken woanders, z.b. der zweiter Punkt den du erwähnst. 😉

Antworten

Christo 11. Januar 2018 um 9:59

Hallo,

wir haben ein Flachdach mit 3% Neigung. Bei uns wurde auf die Dampfsperre die Rigipsplaten, ohne zwischenraum geschraubt. Ist das so richtig?

Antworten

Samuel Schneider 12. Januar 2018 um 16:55

Hallo Christo,

das ist nicht das Problem, das Problem sind die Schrauben.

Antworten

Thomas Stetz 16. August 2017 um 21:36

Hallo zusammen,

ein Fertighausanbieter bietet mir seine Standardwand ohne Konterlattung bzw. Installationsebene an. Der Wandaufbau ist (von außen nach innen): Putzsystem – 120mm Vollwäremeschutz – Fermacellbauplatte – 160mm Holzriegelkonstruktion ausgedämmt mit 160mm Mineralwolle – Dampfdiffussionssperre – Fermacellbauplatte
Würde ich dann nicht mit jedem Nagel den ich die Wand schlage die Dampfdiffussionssperre verletzen? Ich frage mich, ob ich nicht lieber die Finger von solch einer Konstruktion lassen soll? Über eine fachmännische Einschätzung wäre ich sehr dankbar.

Beste Grüße,
Thomas

Antworten

Samuel Schneider 16. August 2017 um 22:17

Hallo Thomas,

ja du hast recht. Normalerweise packt man nach der Dampbremse eine Installationsebene von ca 40-60cm rein. Da passiert so etwas dann nicht. Aber beim befestigen der Dampfbremse arbeiten die meisten mit Klammern und dann verletzt man die Schicht ebenfalls. Es ist ein ungereiftes System…

Wie stark soll den die Fermacellbauplatte sein?

Antworten

Alex 13. Juli 2017 um 7:42

Hallo,

ich habe zu diesem Thema noch ein paar Fragen.
1.) Ich habe ein Nageldichtband gefunden. Dieses wird auf die Sparren geklebt und soll beim Tackern bzw. Schrauben die Löcher in der Dampfbremsfolie verhindern bzw. wieder schließen. Ist das korrekt?
2.) Weiterhin schreibst du oben, dass zwischen Sparren und Unterkonstruktion für die Rigips-Wände die Luft zirkulieren muss. Wir wurden jedoch vom Architekten „angewiesen“ dort noch eine Aufsparrendämmung von 40mm vorznehmen. Dadurch kann jedoch die Luft nicht mehr hinter den Wänden zirkulieren. Was schlägst du vor?
3.) Können wir den Spezialkleber zum Befestigen der Folie direkt auf die noch unverputzte Wand bringen oder sollten wir die Poroton-Ziegel zunächst an diesen Stellen etwas verputzen, sodass der Kleber besser hält?

Antworten

Samuel Schneider 17. Juli 2017 um 16:57

Hallo Alex,

1) ein Nageldichtband wird zwischen der Konterlattung und der Unterspannbahn montiert. Ein Dichtband zwischen der Instalallationslattung und der Dampfbremse ist mir nicht bekannt. Je nach Konstruktion muss man sogar Stellschrauben nutzen und dann wird es richtig lustig. Ganz direkt: eigentlich sollte man in der Theorie nichts mehr nach der Dampfbremse montieren. In der Praxis ist das aber nicht möglich.
2) das ist richtig. Ich habe das falsch beschrieben. Die Luftzirkulation betrifft den Außenbereich. Die Ebene die du meinst ist die Installationsebene und die kann man ausdämmen um bessere Werte zu bekommen. Die Aufsparrendämmung ist etwas anderes.
3) Ja und ja. SIGA bietet solche Produkte an, z.b. Primur. Vor dem Verlegen muss man diese mit einer Grundierung anstreichen. Es gibt aber sicherlich auch noch andere Hersteller die ebenfalls gute Produkte anbieten.

Hat dir das weiter geholfen?

Antworten

Sebastian S. 29. Juni 2017 um 15:45

Hi Samuel,
mal eine blöde Frage: Wenn ich die Konterlattung anbringe verletze ich doch die Dampfbremse mit jeder Schraube wieder, oder?

MfG
Sebastian S.

Antworten

Samuel Schneider 30. Juni 2017 um 15:25

Hi Sebastian,

sehr gut aufgepasst. 😉 Ja das ist das Problem und hier beißt sich die Theorie mit der Praxis. Selbst wenn man die Dampfbremse vor die Konterlattung setzt, dann machen die Tackernägel oder Schrauben für die Verschalung/ Gipskartonplatte alles wieder kaputt. Manche verwenden deshalb harte Holzwerkstoffplatten die als Dampfbremse genutzt werden können. Aber hier gibt es auch weider Pro- und Contras…

Antworten

Sebastian S. 3. Juli 2017 um 13:43

Gibt es vielleicht ein Dichtband welches man unter die Konterlatten zur abdichtung legen kann?

Antworten

Samuel Schneider 3. Juli 2017 um 15:33

Hallo Sebastian,

das ist ein interessanter Ansatz. Bei der Unterspannbahn (also unter den Ziegeln) wird das genutzt. Für die Dampfbremse ist mir aber kein Produkt bekannt, dass das machen kann. Falls du etwas findest: immer her damit… 😉

Antworten

Werner Elixmann 13. Juni 2017 um 23:31

Hallo,

Mit großem Interesse habe ich die Artikel über den Einbau der Dampfsperre gelesen.
Beim Bau unseres Sohnes hat der Trockenbauer nach der Zwischensparrendämmung (200 mm) die Dampfsperre angebracht, darauf die Konterlattung (40 mm). Zwischen der Konterlattung ist noch eine Aufsparrendämmung von 40 mm verlegt worden und direkt darauf eine Rigipsplatte.
Der zuständige Architek sagt, das sei so in Ordnung.
???
Gibt es Richtlinien oder Vorschriften, die das regeln?
Ich kann mich mit dieser Aussage nicht anfreunden . . .

Freundliche Grüße
Werner Elixmann

Antworten

Samuel Schneider 21. Juni 2017 um 20:01

Hallo Werner,

als erstes: entschuldige die späte Antwort. Ich war im Urlaub und ich habe dein Kommentar jetzt erst gelesen.

Du meinst wahrscheinlich, die Installationsebene. Unterhalb der Dachziegel werden keine Rigipsplatten verlegt. DAS sollte zu denken geben. Die Installationsebene wird üblicherweise ausgedämmt. Das haut bei 40cm und 200cm ganz gut hin. Rechnerisch kann man das nachvollziehen und dürfte unproblematisch sein.

Das kannst du mit dem U-Rechner ganz genau nachbauen und dann siehst du den Taupunkt. Das hat der Architekt bestimmt schon gemacht und die Daten kannst du anfordern.

Hilft das weiter?

Antworten

Marc 23. Januar 2017 um 22:35

Sehr gute Tipps, die hätte ich früher mal gebraucht. Ich habe noch eine Preisfrage: wie sieht es denn mit der Dampfsperre in – sagen wir – Paraguay oder Nordargentinien aus? Dort ist es im Haus solange die Klimaanlage läuft und entfeuchtet doch die meiste Zeit _draußen_ wärmer und feuchter. Das würde ja für eine Dampfsperre auf der Außenseite der Isolierung sprechen. Aber immer läuft die Klimaanlage ja auch nicht. Ist eine Isolierung demnach garnicht zu empfehlen?

Antworten

Samuel Schneider 24. Januar 2017 um 11:05

Hi Marc,

interessante Frage. Ich hab das mal durchgerechnet. Wenn man von normalen Bauten ausgeht (Kalkputz, Lehmsteine, Kalkputz) und die gegebenen Umstände in solchen tropischen Ländern, dann hat man einen Uwert von 2,51. Richtig mieß also.
https://baubeaver.de/wp-content/uploads/u-wert-südamerika.png

Was kann man machen?

Klar man könnte eine Schicht Glaswolle vorher reinpacken und eine Dampfbremse. Der U-Wert würde sich verbessern, aber dann fängt das ganze an zu schwitzen und man erhält tonnenweise Tauwasser. Sehr gefährlich also:
https://baubeaver.de/wp-content/uploads/u-wert-südamerika-daemmung.png

Ich denke, man müsste mit viel Hinterlüftung arbeiten und wirklich alles ganz genau durchberechnen. Einfach Dämmung reinhauen und eine Dampfbremse montieren wird auf keinen Fall klappen. Da müssst man mehr machen.

Hilft das weiter?

Antworten

Marc 24. Januar 2017 um 22:56

Hi Sam, ja das hilft weiter. So was ähnliches habe ich befürchtet. Um das noch ein bisschen zu verschlimmern: die Argentinier lieben Blechdächer, die ja schon eine nahezu perfekte Dampfsperre darstellen.

Antworten

Samuel Schneider 25. Januar 2017 um 12:36

Hi Marc,

jep, das stimmt. Man könnte zwar eine Hinterlüftung einbauen um das ganze zu trennen. Aber tropische Orte machen das ganze noch komplexer.

Antworten

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