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8 Dachgauben Formen und deren Vor- und Nachteile

Dachgauben Formen: Walmgaube mit First

Eine Walmgaube mit First

Ich habe als Zimmerer sehr oft mit den unterschiedlichsten Bauherren über Dachgauben gesprochen. Dabei ist mir aufgefallen, dass jeder so seine Vorlieben und Ziele hat.

Geht dir das auch so?

Man kann nicht sagen, dass diese oder diese Dachgaube für jeden passt und man auf jeden Fall darauf zurückgreifen muss.

Es gibt im Dachausbau etliche Möglichkeiten um die eigenen Wünsche umzusetzen.

Ich kann dir aber versprechen, dass du in diesem Beitrag die passende Gaubenform finden wirst. Und nicht nur das. Ich werde dir anhand einiger Beispiele zeigen, wie du Geld sparen kannst und trotzdem diese drei Vorteile genießen wirst:

  • mehr Licht
  • mehr Wohnraum
  • schönere Dachfläche

Bevor ich in diese Einzelheiten eingehe, möchte ich dich an wichtige Fragen erinnern.

Was geben die (Bundes-) Länder vor? Beziehungsweise: muss ich bestimmte Auflagen berücksichtigten?

Das sind wichtige Fragen die man vorher klären muss. Eine Baugenehmigung (vom Bauamt) ist in den meisten Fällen erforderlich. Jedes Bundesland hat da bestimmte Vorschriften, aus dem Grund kann ich keine spezifischen Zahlen nennen.

Aber es gibt einiges zu beachten bevor man an das eigentliche Bauen geht.

Aber jetzt zum wesentlichen: die Gauben. Und ich möchte mit der bekanntesten Gaubenart starten: die Schleppgaube.

Schleppdachgaube

Eine Schleppgaube

Eine Schleppgaube

Die wohl beliebteste Gauben Form in Deutschland: Die Schleppgaube. Ob Steildächer, Sattel- und Walmdächer: diese Gaube findet man fast überal.

Die Planung ist einfach und auch die Dämmmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Mit dieser Gaubenform hat mit minimalen Ausgaben die besten Resultate: mehr Platz und mehr Licht.

Steckbrief zur Gaubenform: Schleppgaube

  • Aufwand: gering
  • Vorteile: viel Platz im Wohnbereich, große Fenster möglich, einfach zu dämmen
  • Nachteile: sieht nicht sonderlich gut aus

Trapezgaube

Dachgauben Formen: Trapezgaube

Eine Trapezgaube

Der Name dieser Gaube verdankt sie der Geometrie. Der Aufbau ist nicht so abgehackt wie beispielsweise bei der Schleppgaube.

Die Gaubenwangen verlaufen also nicht vertikal sondern schräg zur Dachfläche. Der Effekt im Innenraum bezüglich Platz und Licht ist ähnlich wie bei der Schleppgaube.

Der Aufwand diese Gaubenform ist jedoch wesentlich höher. Das liegt an den Kehlbohlenschifter der wesentlich aufwendiger zu konstruieren ist.

Steckbrief zur Gaubenform: Trapezgaube

  • Aufwand: mittelmäßig
  • Vorteile: große Fenster möglich
  • Nachteile: hoher Aufwand zu konstruieren

Giebelgaube

Dachgauben Formen: Trapezgaube

Eine Giebelgaube

Eine weitere sehr bekannte Gaubenform: die Giebelgaube. Diese findet in Deutschland ebenfalls immer mehr an Beliebtheit.

Diese Form ist seit dem Mittelalter bekannt. Diese Form wird auch als Satteldachgaube bezeichnet. Die Gaubenwangen sind dreieckig und vertikal angeordnet.

Der Aufwand erfordert zwar etwas Planung, aber im Vergleich zu anderen Gauben lässt sich diese Gaubenform recht schnell umsetzen.

Steckbrief zur Gaubenform: Giebelgaube

  • Aufwand: gering
  • Vorteile: leicht zu dämmen
  • Nachteile: brauch genügend Platz auf der Dachfläche

Rundgaube

Dachgauben Formen: Rundgaube

Eine Rundgaube

Diese Gaube setzt neue Maßstäbe. Die Rundgaube lockert das Dachbild deutlich auf. Das hat aber auch seinen Preis. Der Aufwand und die Kosten sind höher.

Es gibt verschieden Möglichkeiten diese Gaube herzustellen. Die wohl komplexeste Rundgaube ist die Fledermausgaube die ich weiter unten noch detaillierter beschrieben habe.

Das große Problem dieser Gaubenform: die Dämmung. Die runde Form ermöglicht zwar ein schöneres Bild, aber die Richtlinien der Energiesparverordnung (EnEV) müssen eingehalten werden. Diese sollten von einem Fachmann berechnet werden.

Steckbrief zur Gaubenform: Rundgaube

  • Aufwand: mittelmäßig
  • Vorteile: Ästhetik (Geschmacksfrage, aber es ist in Mode gekommen)
  • Nachteile: schwierig zu dämmen und zu konstruieren, Rundung lässt sich nur mit Blech abdichten

Spitzgaube

Dachgauben Formen: Spitzgauben

Spitzgauben

Auch bekannt als einfache Ausführung der Fledermausgaube. Aber wirklich nur im entferntesten Sinne. Sowohl die Form als auch der Aufbau ist sehr viel einfacher gehalten.

Die Konstruktion erfolgt über einen First und schräg verlaufenden Dachflächen. Diese Gaube hat keine Gaubenwangen.

Die Planung und der Aufbau ist also recht einfach gehalten und ist eine gute Alternative zu herkömmlichen Dachfenstern. Sehr viel mehr Platz gewinnt man bei dieser Gaube aber nicht.

Steckbrief zur Gaubenform: Spitzgaube

  • Aufwand: mittelmäßig
  • Vorteile: klein und unscheinbar
  • Nachteile: nur kleine Fenster möglich, wenig Lichteinfall

Walmgaube mit First

Dachgauben Formen: Walmgaube mit First

Eine Walmgaube mit First

Die Walmgaube mit First gehört zu den aufwendigsten Gaubenarten. Diese Gaube benötigt zwei Gratsparren, zwei Kehlbohlen und sehr wahrscheinlich einige Schifter.

Außerdem müssen die Ziegel an den jeweiligen stellen zugeschnitten werden. Das sind zusätzliche Arbeitsschritte, welche natürlich wesentlich teurer sind.

Trotzdem hat diese Gaube einen sehr schicken Styl. Das sieht einfach gut aus. Je nach Gaubengröße gewinnt man einiges an Innenraumfläche.

Steckbrief zur Gaubenform: Walmgaube mit First

  • Aufwand: hoch
  • Vorteile: Ästhetik, große Fenster möglich
  • Nachteile: hoher Aufwand beim konstruieren (Beispiel: zwei zusätzliche) Gratsparren

Walmgaube ohne First

Dachgauben Formen: Walmgaube ohne First

Walmgaube ohne First

Etwas abgespeckter aber nicht weniger Aufwendig. Auch hier werden zwei Gratsparren, zwei Kehlbohlen und mehrere Schifter benötigt.

Der Aufwand ist also recht hoch und damit auch die Kosten dieser Gaubenart. Zugegeben, das sieht wirklich „trendy“ aus und es hat etwas an sich. Aber man muss den Kosten/Nutzen Faktor gut abwägen.

Steckbrief zur Gaubenform: Walmgaube ohne First

  • Aufwand: hoch
  • Vorteile: Ästhetik
  • Nachteile: hoher Aufwand beim konstruieren (Beispiel: zwei zusätzliche) Gratsparren

Dreieckgauben

Dachgauben Formen: Dreieckgauben

Dreieckgauben

Die Dreieckgaube gehört zur „Familie“ der Spitzgaube. Anders als bei der Dreieckgaube hat die Gaube eine Wangenfläche (oft verglast) und eine Fläche die mit dem Dach eine Einheit bildet.

Es gibt zwar sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten, aber diese Form ist die Üblichste.

Steckbrief zur Gaubenform: Dreieckgaube

  • Aufwand: mittelmäßig
  • Vorteile: klein und unscheinbar
  • Nachteile: nur kleine Fenster möglich

Fledermausgaube

Die Königsdisziplin im Gaubenbau. Extrem schick und extrem aufwendig. Von der Planung bis zum letzten Biberschwanzziegel: das können nur Profis.

Schon allein der Plan für den Rohbau bedeutet Kopfschmerzen. Die wohl wenigsten Zimmerer können aus dem Stehgreif so eine Gaube bauen.

Eine weitere Herausforderung: die Dämmung. Es ist nicht einfach den Übergang zwischen Dachfläche und Gaube ordentlich zu dämmen.

Steckbrief zur Gaubenform: Fledermausgaube

  • Aufwand: sehr hoch
  • Vorteile: Sehr schick und große Fenster möglich.
  • Nachteile: Aufwand zu konstruieren sehr hoch. Fast nicht rentabel. Schwierig zu dämmen.

Fazit

Es gibt verschiedene Dachgauben und Ausführungsformen. Die Konstruktion einer Gaube hat viele Vorteile. Zum Beispiel mehr Platz und Licht im Wohnbereich. Aber vor dem Bau sollte man sich auch bezüglich der Nachteile Gedanken machen.

Das große Problem bei Dachgauben: die Dämmung.

Während die Hauptdachfläche einen bestimmten Dämmwert erfüllt, ist es an Gauben eine sehr schwierige Angelegenheit den selben Dämmwert zu erhalten. Wie an Dachfenstern ist auch eine Gaube immer wieder eine Dämm-Herausforderung.

Mittlerweile gibt es zwar immer mehr Techniken und Materialien um diesen Wert recht hoch zu halten, aber in der Praxis ist und bleibt das immer wieder ein Thema.



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