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Birkenholz

Ein Birkenwald

Ein Birkenwald

Birken gehören zur Gattung „Betula“. Das Holz der Birke findet als Nutzholz besonders in der Herstellung von Sperrholzplatten große Verwendung. Das sehr lichte Birkenholz ist, aufgrund seiner schönen weiß-gelblichen Holzfarbe und feinen Maserung, auch in der Herstellung von Parkettböden oder Massivholzmöbel sehr beliebt.

Viele Profi-Handwerker und Hobby-Handwerker bevorzugen Birkenholz auch wegen seiner guten Eigenschaften für Drechsel- und Schnitzarbeiten. Weitere Verwendung findet es zum Beispiel auch im Instrumentenbau.

Fakt 1: Vorkommen und Eigenschaften

Weltweit wurden ungefähr 60 Birkenarten gezählt. Zu den Nutzhölzern zählen die Hänge-Birke und die Moor-Birke. In Deutschland findet die Hänge-Birke große Verbreitung. Diese Birkenart wird auch als Weiß-Birke, Warzen-Birke oder Sand-Birke bezeichnet. Sie ist unschwer an der schwarz-weißen Zeichnung des Stammes zu erkennen. Der im Sommer grüne Laubbaum gilt als wenig anspruchsvoll an den Boden und findet seine Verbreitung in ganz Mittel- und Nordeuropa. Auch in Nordamerika und Teilen Asiens, wie beispielsweise Indien und China sind Birkenarten beheimatet.

Eine Birke im Wald

Eine Birke im Wald

Die größten Vorkommen an hochwertigem, für die Verarbeitung gut geeignetem Birkenholz, sind in den skandinavischen Ländern und in Russland zu finden. Finnland gilt mitunter als einer der größten Lieferanten für sehr hochwertiges Birkenholz. Das Holz der Weißbirke ist ein sehr helles Holz von weiß-gelber bis rötlich-gelber Farbe. Wird die Oberfläche geglättet, entsteht ein schöner seidiger Glanz. Birkenholz ist ein leichtes, elastisches und hartes Holz.

Für Baukonstruktionen gilt das Birkenholz als weniger geeignet, da es nicht sehr stabil und wenig tragfähig ist. Auch gegenüber dem Befall von Insekten oder Pilzen ist Birkenholz sehr anfällig und sollte nicht ohne entsprechende Behandlung im Außenbereich verwendet werden. Für Konstruktionen unter Wasser eignet sich Birkenholz aufgrund seiner großen Wassertoleranz hingegen sehr gut. So wird es beispielsweise oftmals bei Uferbefestigungen oder Teichanlagen im Gartenbau verwendet.

Wusstest du schon?
Birken können an günstigen Standorten eine Höhe über 20 und bis zu 30 Metern erreichen. Damit gelten Birken als mittelgroße Laubbäume. Der Stamm erreicht dabei einen Durchmesser von 50 bis ungefähr 70 Zentimeter. In selteneren Fällen kann der Stammdurchmesser auch bis zu einem Meter betragen. Bis zu 10 Meter kann der Stamm dabei frei von Ästen sein. Das höchste Alter von Birken kann bis zu 120 Jahre betragen.

Technische Daten

  • Dauerhaftigkeitsklasse: 5 – nicht dauerhaft
  • Rohdichte (14% Holzfeuchte): 640 kg/m³
  • Druckfestigkeit liegt bei 60 N/mm²
  • Biegefestigkeit 120 – 147 N/mm²
  • Scherfestigkeit: 16,1 – 18 N/mm²
  • Zugfestigkeit – ZBI | ZBII: 137 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: 16.500 N/mm²

 

Fakt 2: Verwendung

Birkenholz findet eine vielseitige Verwendung. Besonders in der Herstellung von Sperrholz-, Faser- und Spanplatten wird das Birkenholz gern eingesetzt. Parkettböden, Innenausbauten und Möbel aus Massivholz der Birke haben an Beliebtheit in den letzten Jahren stark zugenommen. Besonders in den skandinavischen Ländern wird Birke für Massivholzmöbel gern verwendet. Da Birkenholz sehr leicht ist, wird es ebenso gern für den Modellbau eingesetzt. Spielzeuge, Sportgeräte, Instrumente, Obstkisten, Getränkefässer, Pinsel- und Werkzeugstiele sowie für viele weitere Verwendungen wird Birkenholz genutzt.

Birkenholz lässt sich recht schwer spalten, da es leicht bricht. Durch seine hohe Elastizität lässt es sich aber sehr gut biegen und formen. So eignet sich das Birkenholz auch für jegliche Schnitz- und Drechselarbeiten.

Wusstest du schon?
Birkenholz gilt als ein sehr kostengünstiges Holz, das aufgrund seiner guten Eigenschaften in jüngerer Zeit für die Herstellung von Massivholzmöbeln an Beliebtheit gewonnen hat. Eingefärbtes Birkenholz wird auch als Imitation oder Ersatz für kostspieligere Holzarten, wie beispielsweise Kirschbaum, Nussbaum oder Mahagoni verwendet.

Fakt 3: Maserung

Maserung der Birke

Maserung der Birke

Das Aussehen von Birkenholz kann sehr unterschiedlich ausfallen. Dementsprechend tritt die Maserung sehr vielfältig auf. Bei den Birken besteht zwischen Kernholz und Splintholz kein farblicher Unterschied. Das Holz ist sehr hell mit gelblichen über rötlichen bis hellbraunen Tönungen. In späteren Jahren können Jahresringe deutlich bräunlich ausgeprägt sein oder ein bräunlicher „falscher“ Kern entstehen. Rötlich-braune Markflecken sprenkeln oftmals das mit einem seidigen Glanz versehene Holz.

Die Maserung von Birkenholz kann dabei von sehr fein bis ausgeprägt und unruhig auftreten. Kleine Rindeneinschlüsse lassen bei einigen Birken eine flammenartige Maserung entstehen, die als sehr schön und wertvoll gilt. Auch eisblumenartige Zeichnungen der Maserung sind bei Birkenholz nicht selten vorzufinden.

Fakt 4: Schwinden und Trocknung

Das Holz von Birken ist nicht dauerhaft und recht anfällig gegenüber Witterungseinflüssen, Pilzen oder Insekten. Dementsprechend kann das Holz bei Feuchtigkeit leicht stocken. Es sollte zur Trocknung an einem trockenen Platz, wie beispielsweise in einem Schuppen gelagert werden. Beim Trocknen des Birkenholzes zeigt sich ein mäßiges bis stärkeres Schwinden des Holzes.

  • Axiales Schwindmaß 0,6 %
  • Radiales Schwindmaß 5,3 %
  • Tangentiales Schwindmaß 7,8 %

Fakt 5: Beständigkeit und Qualität

Das nichtdauerhafte Holz der Birke kann sehr unterschiedliche Qualitäten aufweisen. Rindeneinschlüsse können aufgrund vorausgegangener Infektionen mit Viren vorhanden sein. Das Holz ist im Vergleich zu anderen Holzarten recht leicht. Es verfügt über eine gewisse Härte, aber wenig Stabilität. Das Birkenholz lässt sich gut spalten und eignet sich für vielfältige Bearbeitungsweisen. Allerdings kann Birkenholz auch schnell rissig werden oder splittern. Für tragende Konstruktionen eignet sich das Holz der Birke nicht. Da Birkenholz elastisch ist, sich gut biegen lässt und sehr gute Unterwasserqualitäten aufweist, wurde es auch gern im Bootsbau oder bei der Herstellung von Getränkefässern verwendet. Massivholzmöbel aus Birkenholz können qualitativ sehr hochwertig gefertigt werden. Oftmals werden Holzstücke verwendet, die farblich besonders gut harmonieren.

Borke der Birke

Borke der Birke

Die interessant geflammten Maserungen der sogenannten „Flammbirke“ gelten als besonders schön und wertvoll. Aber auch sehr helles, seidig glänzendes Birkenholz mit einer zarten Maserung und feinen Eisblumenmustern ist für die Verwendung von Massivholzmöbeln sehr beliebt. Da sich Birkenholz sehr gut Schnitzen, Hobeln und Drechseln lässt, wird es eingefärbt auch für die Herstellung von Stilmöbeln verwendet. Verschraubungen oder Nägel halten in Birkenholz gut. Bei Verleimungen kann es auf Birkenholz jedoch zu Problemen kommen. Allgemein gilt Birkenholz im Vergleich mit anderen Holzarten im mittleren Qualitätsbereich liegend. Aus diesem Grund ist auch recht kostengünstig zu erhalten.

Wusstest du schon?
Massivholzmöbel gelten als besonders gesund und nachhaltig. Naturbelassenes Holz, das nicht lackiert ist, sondern nur gewachst oder geölt wurde, behält seine Fähigkeit zum „Atmen“ bei. Diese Atmungsaktivität kann zu einem gesunden Raumklima beitragen. Besonders in Schlafzimmern können Massivholzmöbel aus Birkenholz für einen unbelasteten Schlaf sorgen und sind auch für Menschen mit Allergien besonders gut geeignet. Ebenso gewinnen Massivholzmöbel aus Birke bei richtiger Pflege an Schönheit und Glanz.

Fakt 6: Pflege

Das Birkenholz benötigt keinen besonders großen Pflegeaufwand. Wie anderes Massivholz auch, sollte unbehandeltes Birkenholz gewachst werden. Die Oberflächen von Möbeln aus Birkenholz sollten mit weichen Pflegetüchern von Staub und Schmutzresten befreit werden. Gelegentliches Ölen der Oberflächen mit einem Holz- oder Leinöl verleiht dem Holz einen seidigen Glanz, ohne dabei die Poren des Holzes zu verschließen.

Lackierte Oberflächen können mit feuchten weichen Tüchern und einem nicht-scharfen Allzweckreiniger gesäubert werden. Birkenholz, das im Außenbereich seinen Einsatz findet, sollte nicht unbehandelt bleiben. Hier sollte das Holz einem entsprechenden Witterungsschutz, wie beispielsweise einer Holzlasur versehen werden.

Fazit

Für Profi- und Hobbyhandwerker stellt Birkenholz ein vielseitiges und kostengünstiges Material dar. Das helle Holz lässt sich für verschiedene Bereiche einsetzen, wie beispielsweise im Möbel- und Innenausbau. Sehr große Verwendung findet Birkenholz in der Produktion von Sperrholzplatten. Aber auch bei der Herstellung von kleinen Gegenständen, wie im Instrumentenbau und Weiteres wird Birkenholz gern aufgrund seiner guten Bearbeitungsmöglichkeiten gern eingesetzt.

Das pflegeleichte Holz besitzt sehr gute Eigenschaften für den Unterwasserbau. Da es allerdings nicht sehr witterungsbeständig und nicht dauerhaft ist, sollte es im Außenbereich nur mit einer entsprechenden Behandlung verwendet werden. Für tragende Konstruktionen ist es aufgrund mangelnder Stabilität nicht geeignet.



Kommentare

Pascal Buehler 7. September 2017 um 11:05

Meine Ergänzungen zu diesem doch sehr interessanten Steckbrief:
Trockene Birke lässt sich sehr schlecht Spalten.
Noch nasse Birke lässt sich wie Lindenholz schnitzen.
Trocken jedoch wie Ahorn.

Antworten

Samuel Schneider 8. September 2017 um 22:13

Hi Pascal, danke für den Hinweis.

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